Deinstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deinstedt
Deinstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deinstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 25′ N, 9° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Selsingen
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 20,2 km2
Einwohner: 659 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27446
Vorwahlen: 04284, 04762
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 011
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 8
27446 Selsingen
Bürgermeister: Hans Jürgen Pietsch (WG-Malstedt)
Lage der Gemeinde Deinstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme)
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Über dieses Bild

Deinstedt (plattdeutsch Deins) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deinstedt liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises. Die Gemeinde grenzt im Nordwesten an die Einheitsgemeinde Bremervörde, im Nordosten an Farven, im Südosten an Anderlingen sowie an das Grundzentrum Selsingen im Südwesten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Deinstedt gehören auch der Ortsteil Malstedt sowie die Orte Stüh, Rohr, Löh, Hastenbeck und Visoh zur Gemeinde. Durch den nördlichen Teil der Gemeinde und Malstedt fließt die Bever.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deinstedt wurde erstmals 1148 erwähnt, während Malstedt bereits 1132 in den Registern des Erzbistums Bremen erwähnt wird. Bei der Ersterwähnung Deinstedts schenkte Erzbischof Dietmar I. von Verden dem Verdener Domkapitel die Zehnten in Deynstede. 1714 brannte der ganze Ort bei einem Großbrand bis auf ein einziges Haus nieder. 1917 kam es zu einem weiteren Großbrand, bei dem das halbe Dorf abbrannte. Der Brand brach ausgerechnet in dem Haus aus, das als einziges den Großbrand von 1714 überstanden hatte.

Rohr entstand aus einem einzigen Hof. Nahe Rohr am alten Farvener-Selsinger Kirchenweg liegt der Rugenberg, wo es eine sagenhafte Hexenkuhle gegeben haben soll.

Um 1820 entstand Visoh am Deilweg, einem Mischwald.

Löh wurde an der Straße zum Deinstedter Bahnhof gegründet.

Malstedt bestand um 1500 aus der Mühle an der Bever und fünf Höfen, die allesamt dem Georgskloster Stade gehörten.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen von Deinstedt sind 1329 in Deynstede (als Name offenbar identisch mit Deinste bei Stade), um 900 villa Tunstede (Zuordnung unklar), 1315 Deinstede, 1383 Deynstede, 1433 tho Deyenste, 1542 tho Deynstede, 1587 Deinste und 1684 Deinste. Von der Grundform „Dein-s-sted-“ ist auszugehen. Es ist ein stark flektierender männlicher Personenname + „‑sted(e)“; Personenname Dego, Dago. Der Name Deinstedt geht wahrscheinlich auf den Personennamen Deinhart (Degenhart) zurück. Im Niederdeutschen gibt es kein ursprüngliches „–ei-“. Dieses ist in Ortsnamen erst sekundär entstanden, zumeist durch Ausfall eines Konsonanten, entweder „–g-“ oder „–d-“. Hier bietet sich „–g-“ an und ein Personenname „Dego, Dago“.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Malstedt im Zuge der Gemeindereform eingegliedert.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deinstedt ist evangelisch-lutherisch geprägt und gehört zum Kirchspiel der Kirche St. Lambertus in Selsingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Deinstedt besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
Wählergemeinschaft Deinstedt 50,53 % 5
Wählergemeinschaft Malstedt 49,46 % 4

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 77,63 %[5] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Hans Jürgen Pietsch (Wählergemeinschaft Malstedt) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf blauem Grund werden oben der goldene Spiralhakenverschluß eines Halsringes und darunter ein goldenes Mühlenrad dargestellt. Ersterer weist auf einen 1938 auf dem Gemeindegebiet gefundenen bronzezeitlichen Hortfund hin. Das Mühlenrad ist ein Bezug auf die bereits 1132 für Malstedt bezeugte Mühle des Klosters St. Georg zu Stade.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deinstedt liegt an der K 108, die etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes in die B 71 mündet, welche das Gemeindegebiet hier tangiert. Über die B 71 ist der Ort mit Bremervörde und mit Zeven verbunden. Durch die Gemarkung Deinstedt verläuft die heute nur noch im Güterverkehr von der EVB betriebene Bahnstrecke Bremervörde-Rotenburg (Wümme). Entlang der B 71 sind heute noch (2007) Reste des ehemaligen Haltepunktes Deinstedt für den seit 1969 stillgelegten Personenverkehr zu erkennen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinkiste von Fehrenbruch liegt im Gemeindegebiet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deinstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 19. März 2017.
  5. a b Gemeinde Deinstedt – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016 (Memento des Originals vom 20. März 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlen.kdo.de, abgerufen am 19. März 2017.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 19. März 2017.
  7. Gemeinde Deinstedt – Rat der Gemeinde Deinstedt 2016–2021, abgerufen am 19. März 2017.