Deixlfurter See

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Deixlfurter See
Deixlfurter See, im Hintergrund Gut Deixlfurt
Deixlfurter See, im Hintergrund Gut Deixlfurt
Geographische Lage Gemeinde Tutzing, Landkreis Starnberg, Oberbayern
Zuflüsse 2 unbenannte Bäche
Abfluss Deixlfurter BachWielinger Bach → Weiherbach → Maisinger BachStarnberger See
Orte am Ufer Gut Deixlfurt
Orte in der Nähe Weilheim
Daten
Koordinaten 47° 55′ 8″ N, 11° 15′ 16″ OKoordinaten: 47° 55′ 8″ N, 11° 15′ 16″ O
Deixlfurter See (Bayern)
Deixlfurter See
Höhe über Meeresspiegel f1694 m
Fläche 21 haf5
Länge 500 mdep1f6
Breite 520 mdep1f7

Besonderheiten

LSG 00403.01 Seengruppe (ges. 31,3 ha)

Der Deixlfurter See ist ein 21 Hektar großer See im Fünfseenland innerhalb der Gemeinde Tutzing im Landkreis Starnberg. Er liegt 110 Höhenmeter oberhalb des Starnberger Sees am nördlichen Rand eines wasserreichen Niedermoors auf einem in der Würmeiszeit entstandenen Moränenhügel.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabhügel aus der Bronzezeit lassen darauf schließen, dass die Gegend um den See bereits sehr früh besiedelt war.[1] Spätere Zeugnisse einer Besiedelung sind die Überreste eines römischen Gutshofes, die sich 200 Meter von seinem westlichen Seeufer entfernt befinden.[2]

Erstmals erwähnt wird der See 1472 in einer Urkunde, die die Übergabe des Schlosses Starnberg mit seinen Ländereien durch den bayerischen Herzog Siegmund an seinen Bruder Albrecht IV. bezeugt. Unter den darin aufgeführten Liegenschaften befindet sich auch „Teichsselfurt“.[2] Im Laufe der Jahrhunderte folgten wechselnde Besitzer zu denen auch das Kloster Bernried gehörte. Aufgrund der Säkularisation fiel das fischreiche Gewässer 1803 an den bayerischen Staat. 1875 erwarb das Münchner Kammersänger-Ehepaar Heinrich und Therese Vogl den Deixlfurter See und einen großen Teil der benachbarten Fluren. Unter ihrer Leitung entwickelte sich am Seeufer ein landwirtschaftliches Gut, auf dem Viehzucht und Milchwirtschaft betrieben und 1881 die erste Kartoffelbrennerei Bayerns eröffnet wurde.[2] Durch mehrere Dammbauten entstanden während dieser Zeit sechs neue Weiher, die sich zur Fischzucht eigneten. Die gesamte Seengruppe besteht seitdem von Nord nach Süd aus folgenden Gewässern:

  • Langer Weiher 4,7 Hektar
  • Resi Weiher 0,02 Hektar (Neuanlage Vogl)
  • Johanni Weiher 1,65 Hektar (Neuanlage Vogl)
  • Deixlfurter See 21 Hektar
  • Rüdiger Weiher 1,23 Hektar (Neuanlage Vogl)
  • Clenze Weiher 1,3 Hektar (Neuanlage Vogl)
  • Vogl Weiher 0,6 Hektar (Neuanlage Vogl)
  • Cermak Weiher 0,75 Hektar (Neuanlage Vogl)

Die ehemaligen Weideflächen des Gutes Deixlfurt wurden 1983 in einen Golfplatz umgewandelt.

Natur- und Landschaftsschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deixlfurter See und die umliegenden Weiher liegen im Landschaftsschutzgebiet Starnberger See und westlich angrenzende Gebiete.[3] Um Schutz und Pflege der Gewässer kümmert sich ein Anglerverein. Besonders beliebt ist der etwas versteckt liegende Deixlfurter See bei Wanderern und Badegästen, die ruhige Naturstrände lieben.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deixlfurter See – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Martinus Fesq-Martin, Amei Lang, Michael Peters (Hrsg.): Der Starnberger See – Natur- und Vorgeschichte einer bayerischen Landschaft, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2008, ISBN 978-3-89937-090-4
  2. a b c Ferdinand Kopp (Hrsg.): Traubinger Heimatbuch mit Chronik, Buchdruckerei Fischer, Weilheim, 1981
  3. Protected planet: Starnberger See und westlich angrenzende Gebiete, abgerufen am 24. November 2016