Dekarbonisierung

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Dieser Artikel beschreibt die Ent-/Dekarbonisierung im Sinne der Reduzierung von CO2-Emissionen. Zum gleichnamigen Verfahren in der Wasseraufbereitung siehe Entcarbonisierung.

Dekarbonisierung oder auch Entkarbonisierung[1] bezeichnet die Umstellung der Wirtschaftsweise, speziell der Energiewirtschaft, in Richtung eines niedrigeren Umsatzes von Kohlenstoff.

Dabei werden Handlungen und Prozesse, durch die Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, durch solche Prozesse abgelöst, bei denen diese Freisetzungen unterbleiben oder kompensiert werden. Dekarbonisierung ist ein zentrales Mittel des Klimaschutzes sowie einer der Hauptpfeiler der Energiewende. Ziel ist die CO2-Neutralität der Wirtschaft.

Erreicht werden kann die Dekarbonisierung durch den Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien oder die Nutzung von Kernenergie, wobei letztere jedoch etwas höhere Kohlendioxidemissionen aufweist als die meisten erneuerbaren Energien. Eine dritte Dekarbonsierungsstrategie ist die Abscheidung von Kohlendioxid in fossilen Kraftwerken mit anschließender Verpressung in tiefe Bodenschichten, die sogenannte CCS-Technologie. Diese weist jedoch deutlich höhere CO2-Emissionen auf als die Nutzung erneuerbarer Energien oder der Kernenergie.[2]

Auf dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015 vereinbarten die G7-Staaten, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 40 % bis 70 % im Vergleich zum Jahr 2010 zu reduzieren und die Weltwirtschaft bis 2100 vollständig zu dekarbonisieren.[3]

Ende September 2015 wurde auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 in New York die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals −SDG) festgelegt. Das siebte Ziel (Nachhaltige Energie für alle) und das 13. Ziel (Bekämpfung des Klimawandels) haben einen unmittelbaren Bezug zur Dekarbonisierung.

Im Dezember 2015 fand die UN-Klimakonferenz statt, auf der das Übereinkommen von Paris verabschiedet wurde. Danach sollen die CO2-Emissionen so reduziert werden, dass die globale Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann.

Den Bemühungen zur Dekarbonisierung steht die Abhängigkeit vieler Regierungen von den Einnahmen aus der Förderung und dem Verkauf fossiler Energieträgern entgegen.[4] (Der Grad der Abhängigkeit ist dabei sehr unterschiedlich.[5])

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carl-Jochen Winter, Nachhaltige Energieversorgung: Der Weg ist das Ziel! Thesen und Begründungen, in: Ole Langniß, Martin Pehnt (Hrsg.), Energie im Wandel. Politik, Technik und Szenarien einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Joachim Nitsch zum 60. Geburtstag, Berlin – Heidelberg 2001, 17–29, S. 20.
  2. Mark Z. Jacobson, Review of solutions to global warming, air pollution, and energy security. In: Energy and Environmental Science 2, (2009), 148–173, insb. S. 154, doi:10.1039/b809990c.
  3. Tough targets (Editorial). In: Nature 522, Issue 7555, (2015), 128, doi:10.1038/522128a.
  4. Bernhard Pötter: Klimaschutz und G20: Finanzminister fürchten die Nulldiät. Viele Regierungen wehren sich gegen die sogenannte Dekarbonisierung. Sie sind von Einnahmen aus Kohle, Öl und Gas abhängig. www.taz.de, 7. Juli 2017, abgerufen am 9. Juli 2017.
  5. OECD: Investing in Climate, Investing in Growth. www.oecd-ilibrary.org, 23. Mai 2017, abgerufen am 9. Juli 2017: „("Table 6.1. Estimated rents from extraction of oil, natural gas and coal resources" Seite 240)“