Delphin-Werft

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Die Delphin-Werft wurde 1903 im heutigen Bremerhaven als Schiffswerft Delphin Riedemann und Co. gegründet, wurde 1904 als Schiffswerft Delphin GmbH ins Handelsregister eingetragen und 1910 in Schiffbau-Gesellschaft Unterweser GmbH umbenannt. Nach mehreren Fusionen und Eingliederung in den Vulkan-Verbund erfolgte 1989 eine Verlagerung in den Bremerhavener Fischereihafen und aus dem ursprünglichen Betrieb an der Geeste wurde der Geeste Metallbau.

Der Werftbetrieb der Delphin-Werft (später Schiffbaugesellschaft Unterweser) um 1914, 3 Fischdampfer auf dem Helgen
Blick auf das Modell der Reparaturwerft der Schiffbau-Gesellschaft Unterweser um 1918

Delphin Riedemann und Co. (1903–1908)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Delphin-Werft ging aus einer um 1870 gegründeten Bootswerft an der Geeste hervor und baute kleine Schiffe, Motorboote und Leichter. Sie ging 1903/1904 über in die Delphin-Werft Riedemann & Co und wurde 1905 in die Kommanditgesellschaft Schiffswerft Delphin GmbH gewandelt. Bis zum Konkurs wurden rund 40 Motorboote für viele verschiedene Eigner, zwei Segellogger für die Elsflether Heringsfischerei, ein Dreimastschoner für Wilhelm Schuchmann und einige Leichter für Hapag und die Roland-Linie gebaut.

Riedemann & Co. Schiffswerft (1908–1910)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1908 ging die Werft in Konkurs und wurde von Riedemann bis 1910 unter dem Namen B. W. Riedemann & Co. Schiffswerft weitergeführt. In dieser Phase entstanden rund 20 Schiffe, viele Segelschuten, ein weiterer Dreimastschoner für W. Schuchmann, ein Austernfänger, ein Motorschlepper für Schulte & Bruns Emden und einige Fischkutter.

Schiffbaugesellschaft Unterweser (1910–1972)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 wurde daraus die Schiffbaugesellschaft Unterweser mbH, die 1921 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. 1918 wurde im Fischereihafen ein Zweigbetrieb mit mehreren Patentslipanlagen eröffnet, der vorwiegend Reparaturarbeiten an Fischdampfern durchführte. Im Hauptbetrieb wurden neben einigen Leichtern, Dreimastschonern und einigen Frachtdampfern vorwiegend Fischereifahrzeuge gebaut, die hauptsächlich von den regionalen Fischereibetrieben übernommen und eingesetzt wurden. Von 1910 bis Ende des Ersten Weltkrieges entstanden auf dieser Werft rund 100 Schiffe, davon etwa 80 Fischereifahrzeuge vom Dampfheringslogger bis zum Fischdampfer. Davon wurden rund 20 Fischdampfer an die Kaiserliche Marine abgeliefert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden bis 1939 vorwiegend Fischereifahrzeuge und einige Frachtdampfer abgeliefert. Danach folgten U-Jagd-Boote, Minensucher, Wheeler-Prähme und Fischdampfer, die als Vorpostenboote eingesetzt wurden, für die Kriegsmarine. Von 1945 bis 1949 beschäftigte sich die Werft mit Umbau- und Reparaturarbeiten. Ab 1949 konnten wieder Fischdampfer gebaut werden, mehrere Motorlogger entstanden für die Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft. Ab 1950 wurden zunehmend Frachter bis 2000 BRT gebaut und ab 1955 wurden die Fischereifahrzeuge mit Dieselantrieb ausgestattet. Ab 1960 wurden die Seitenfänger abgelöst von den Heckfängern. Ab 1964 entstanden die ersten Autofähren dieser Werft für dänische und 1970 für deutsche Auftraggeber. 1968 wurden die ersten Containerschiffe abgeliefert, Inzwischen waren die Neubauten deutlich gewachsen und wiesen Vermessungen bis 6000 BRT auf.

Schichau Unterweser, SUAG (1972–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 erfolgte vor dem Hintergrund der deutschen und der internationalen Schiffbaukrise die Verschmelzung mit der Bremerhavener Schichauwerft zur Schichau Unterweser AG. Das Schiffbauprogramm konzentrierte sich jetzt auf RoRo-Schiffe, Offshore-Versorger, Containerschiffe und andere Spezialschiffe. Nach spektakulären Fährschiffsumbauten erhielt die Werft in den 1980er Jahren von European Ferries, London interessante Neubauaufträge für je zwei aufwendige Auto-Passagierfähren mit rund 12000 BRZ und 15000 BRZ. Mit 26000 BRZ waren die 1987 abgelieferten Auto-Passagierfähren für Townsend-Thorensen, London noch größer und aufwendiger. Da sie für den Werftbauplatz zu groß waren, entstanden sie auf dem Helgen des Bremer Vulkans in Bremen, denn 1984/85 wurde die SUAG im Bremer Vulkan Konzern integriert.

Fusion mit der Seebeckwerft (1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 erfolgte die Fusion mit der Seebeckwerft zur Schichau Seebeckwerft AG, in der Folge wurden die wesentlichen schiffbaulichen Bauvorgänge von der engen Geeste zur Schichau Seebeckwerft im Fischereihafen verlagert. Im Betriebsteil an der Geeste wurden Sektionen gefertigt, er wandelte sich zum Spezialist für den Stahlbau. 1989 wurde er ausgegliedert und als Geeste Metallbau (GMB) neu gegründet.

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Kuckuck: Unterweserwerften in der Nachkriegszeit. Edition Temmen. Bremen 1998, ISBN 3-86108-612-3.
  • Behrend Oldenburg: SSW Fähr- und Spezialschiffbau. 125 Jahre Schiffbautradition. 125 Years Tradition in Shipbuilding. Bremerhaven 2001.
  • Zeitgenössische bebilderte Werbeschrift der Schichau Unterweser Aktiengesellschaft, Bremerhaven.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]