Demker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Demker
Wappen von Demker
Koordinaten: 52° 30′ 20″ N, 11° 51′ 21″ O
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 372 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Mai 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039365

Demker ist ein Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Süden des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort im Südosten der Altmark liegt zwischen Stendal und Tangerhütte, im Tal des Flusses Tanger. Zur ehemaligen Gemeinde Demker gehörten noch die Ortsteile Bahnhof Demker und Elversdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demker taucht 1238 erstmals als Demeke in einer Urkunde auf, aus dieser Zeit stammen auch die Kirchen in Demker und in Elversdorf. Elversdorf – ursprünglich als wendischer Rundling angelegt – wurde bereits 1022 (zusammen mit dem Dorf Steinedal – der heutigen Kreisstadt Stendal) urkundlich genannt.

Schon 1849 wurde Demker über die Strecke Magdeburg–Wittenberge an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Demker mit der Landgemeinde Demker vereinigt.[1]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Elversdorf eingegliedert.

Am 31. Mai 2010 schloss sich Demker mit den übrigen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land zur neuen Stadt Tangerhütte zusammen.[2]

Nicht nur im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes wurden in den letzten Jahren das Dorfgemeinschaftshaus umgestaltet, Gehwege angelegt und die Straßenbeleuchtung saniert.

Freiwillige Feuerwehr-Gruppen und Sportverein (Kegeln, Fußball) bestimmen das Dorfleben, zu dem auch die schon traditionellen Oster- und Herbstfeuer sowie das Dorffest gehören.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demker hat mit Elversdorf einen gemeinsamen Ortsrat.

Ortsbürgermeisterin ist Petra Fischer.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 3. Juli 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot über blauem Wellenschildfuß, vorn pfahlweise zwei rote Rosen mit goldenem Butzen und roten Kelchblättern, hinten drei goldene Ähren, im Schildfuß zwei silberne Wellen.“[3]

Die Farben des Ortes sind – abgeleitet von der Farbe des Hauptmotivs und der Tinktur des Schildes – Weiß-Rot.

Der ehemalige Gemeinderat von Demker beschloss im April 2008 aus mehreren zur Diskussion stehenden Vorlagen des Magdeburger Kommunalheraldikers Jörg Mantzsch das hier dargestellte Wappen zur Führung zu beantragen. Seine Symbole und Farben erklären sich wie folgt:

Die beiden heraldischen Rosen gehen zurück auf das Wappen derer von Arnstedt, die als Gutsbesitzer über 500 Jahre die Entwicklung von Demker entscheidend beeinflussten. Als Grundherren und Patrone der Kirche lenkten und förderten sie über viele Generationen das gesellschaftliche Leben der Gemeinde ganz entscheidend. Ihr Wappen trug im schräggeteilten Schild drei Rosen (siehe Abbildung Wappenversion nach Gothaer Adelslexikon 1942), von denen zwei entlehnt sind. Zum Adelswappen existieren drei verschiedene Quellen, Siebmachers Wappenbuch, das Neue preußische Adelslexicon von Freiherr Leopold von Zedlitz und Neukirch aus dem Jahr 1842 und das Gothaer Adelslexikon von 1942, die unterschiedliche Abbildungen zeigen.

Der Tanger ist ein Fluss, der in der Früh- und Vorgeschichte als Wasserader sicherlich ein Grund zur Besiedlung und zur nachfolgenden Bewirtschaftung war. Demker und Elversdorf sind nachweislich Orte slawischer Gründung und es ist bekannt, dass sich die Slawen gern am Wasser siedelten, das sie zum Fischfang nutzten. Der Tanger wird symbolisch durch den gewellten Schildfuß dargestellt.

Die Ähren sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Landwirtschaft für die Einwohner von Demker über unzählige Generationen hin die vorwiegende Wirtschaftsgrundlage war. Neben Kleintierhaltung wurde Ackerbau betrieben. Vor Einführung der Kartoffel war das hauptsächlich der Getreideanbau. Dieser Umstand wird durch die drei Ähren ausgedrückt, die allgemein als Getreide ohne spezifische Gattung gelten.

Flagge von Demker

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist rot-weiß (1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsformat: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatstube in der alten Schmiede
  • Storchenpaare in Demker und Elversdorf
  • Dorfkirche mit Orgel in Demker

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben in Demker ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben hat die Abfallentsorgungs- und Kompostierungsfirma AWU ihren Firmensitz im Ort.

Im Ortsgebiet von Demker kreuzt die L 30 von Tangermünde nach Lüderitz (an der Bundesstraße 189) die Landstraße von Stendal nach Tangerhütte. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Demker besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge, der von Regionalbahnen bedient wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Demker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 208.
  2. Amtsblatt für den Landkreis Stendal vom 30. Mai 2010 (PDF; 2,0 MB)
  3. a b Amtsblatt des Landkreises Nr. 15/2008, S. 102 (PDF; 266 kB)