Denis Scheck

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Denis Scheck bei der Präsentation des Literaturmagazins Druckfrisch auf der Frankfurter Buchmesse 2013

Denis Scheck (* 15. Dezember 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Literaturkritiker, Übersetzer und Journalist in Hörfunk und Fernsehen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denis Scheck 2010

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denis Scheck gründete bereits mit 13 Jahren eine Literaturzeitschrift namens Newlands.[1]

Er studierte Germanistik, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Tübingen und Düsseldorf und an der University of Texas in Dallas, und wurde vom dortigen Center for Translation Studies mit einer Arbeit über Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas und E. L. Doctorows Ragtime zum Master of Arts graduiert.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denis Scheck ist als Literaturagent, Übersetzer US-amerikanischer und britischer Autoren, Herausgeber und freier Kritiker tätig. Von 1997 bis 2016[2] war er Literaturredakteur beim Deutschlandfunk, wo er regelmäßig die Sendung Büchermarkt moderierte und jeweils freitags die Bestsellerliste des Spiegel kommentierte. Sein Nachfolger beim Deutschlandfunk ist Jan Drees. Scheck kündigte die Stelle, um ab September 2016 die Moderation des Kulturmagazins Kunscht! im Fernsehprogramm des Südwestrundfunks zu übernehmen.[3] Den Fernsehzuschauern ist er vor allem als Moderator des Büchermagazins Druckfrisch bekannt, das seit dem 9. Februar 2003 monatlich im Ersten ausgestrahlt wird.[4]

Von 2000 bis 2002 gehörte Denis Scheck der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt an. 2004 übernahm er für zwei Semester eine Gastprofessur für Literaturkritik an der Universität Göttingen.[5] 2000 wurde Denis Scheck mit dem Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages ausgezeichnet. 2007 erhielt er die Übersetzerbarke des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) „für sein anhaltendes, nicht nur von Sachkenntnis getragenes, sondern auch mit Witz und Charme vorgetragenes Engagement für die Belange der Literaturübersetzer, insbesondere in deren langjähriger Auseinandersetzung mit den Verlagen um eine angemessene Vergütung ihrer Arbeit.“[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denis Scheck ist seit 2014 mit der Journalistin Christina Schenk verheiratet, mit der zusammen er eine Sammlung von Aphorismen Oscar Wildes herausgab.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Verriss des Romans Ein alter Traum von Liebe von Nuala O’Faolain, der wenige Tage zuvor von Elke Heidenreich hochgelobt worden war, bezeichnete Heidenreich Scheck in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2003 als „hysterisches Rolltreppendickerchen“ und „Tchibo-Literatur-Vertreter“. Heidenreich hatte Schecks abschließenden Kommentar, das Buch sei das Richtige für „eine alte Schachtel“, auf sich bezogen. Scheck bestritt, dass er Heidenreich gemeint habe, sagte aber auch: „Ich sehe sie […] nicht als Kollegin, weil sie eben keine Literaturkritikerin ist. Bei ihr ist Literatur ein Mittel gegen seelische Blessuren. Für mich ist Literatur nicht dazu da, um uns über unsere Seelenwehwehchen hinwegzutrösten.“[10]

Scheck kritisierte die Entscheidung der Verlage Oettinger und Thienemann, das Wort „Neger“ aus bestimmten Kinderbüchern von Otfried Preußler und Astrid Lindgren zu streichen, und sprach von einem „feigen vorauseilenden Gehorsam vor den Tollheiten einer auf die Kunst übergriffigen politischen Korrektheit“.[11] Um seine Meinung kundzutun, trat er in seiner Sendung im Januar 2013 im Blackface im Stile einer Minstrel Show auf – mit schwarzgeschminktem Gesicht, roten Lippen und weißen Glaceehandschuhen.[12] Es folgte eine Debatte, bei der Scheck Rassismus oder zumindest ein verletzender Rückgriff auf rassistische Traditionen vorgeworfen wurde.[13]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steven Bauer: Satyrtag. Frankfurt am Main 1987
  • Alison Bechdel: Fun home. Köln 2008 (übersetzt zusammen mit Sabine Küchler)
  • Marion Zimmer Bradley: Phantastische Wirklichkeiten. Waiblingen 1992
  • Simon Brett: Liebende leben gefährlich. Frankfurt am Main 1991
  • Michael Chabon: Die Geheimnisse von Pittsburgh. Köln 1988
  • Michael Chabon: Ocean Avenue. Köln 1992
  • Arthur Bertram Chandler: Abenteuer Randwelt. München
    • 1. Grimes reist in die Unendlichkeit. 1983.
    • 2. Grimes auf El Dorado. 1983.
    • 3. Grimes macht Karriere. 1983.
    • 4. Grimes im Paradies des Todes. 1983.
    • 5. Grimes bei den Rebellen von Sparta. 1984.
    • 6. Grimes und die vergessene Kolonie. 1984.
    • 8. Grimes und die Liebesdroge. 1984.
    • 9. Grimes gegen die Piratenkönigin. 1984.
    • 10. Grimes in gefährlicher Mission. 1984.
    • 12. Grimes, Freibeuter des Weltraums. 1985.
    • 14. Grimes und die letzte Amazone. 1985.
  • Arthur Bertram Chandler: Die australische Revolution. München 1986
  • Alex W. Du Prel: Blaue Träume. Adliswil 1992
  • Raymond Z. Gallun: Bruder-Welten. Rastatt 1985
  • Brad Gooch: Mailand - Manhattan. Frankfurt am Main 1992
  • Jay Gummerman: Moontown-Stories. Köln 1991
  • Lesley Hazleton: Dein Recht, dich schlecht zu fühlen. Hamburg 1987
  • Mary McGarry Morris: Spurlos verschwunden. Hamburg 1989
  • Ruth Rendell: Das geheime Haus des Todes. Reinbek bei Hamburg 1988
  • Ruth Rendell: Der Liebe böser Engel. Reinbek bei Hamburg 1988
  • Ruth Rendell: Mord ist ein schweres Erbe. Reinbek bei Hamburg 1987
  • Robert Stone: Das zweite Logbuch. Reinbek bei Hamburg 1995 (übersetzt zusammen mit Joachim Körber)
  • Daniel Sugerman: Wonderland Avenue. Augsburg 1991
  • Patricia C. Wrede: Schattenzauber. Frankfurt 1986

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Denis Scheck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstin Decker: Der Müllwerker. Porträt über Denis Scheck. In: Tagesspiegel. 18. März 2012.
  2. Der Literaturjournalist Jan Drees wird ab 15. Juli neuer Literaturredakteur im Deutschlandfunk. Deutschlandfunk-PM vom 14. Juli 2016.
  3. René Martens: Denis Scheck moderiert jetzt „Kunscht“: Nur nicht rammdösig werden. In: die tageszeitung. 2016 (taz.de [abgerufen am 9. September 2016]).
  4. „So etwas wie die Stiftung Warentest“ – der Literaturkritiker Denis Scheck. (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.is) Porträt auf der Website des Goethe-Instituts, abgerufen am 1. November 2010.
  5. Denis Scheck übernimmt Gastprofessur für Literaturkritik in Göttingen Presseinformation vom 23. Januar 2004.
  6. Verleihung der Übersetzerbarke 2007 mit Laudatio
  7. Literaturkritiker Denis Scheck erhält Sonderpreis für Druckfrisch. abgerufen am 25. Februar 2013.
  8. Denis Scheck mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. abgerufen auf daserste.de am 3. Juli 2014.
  9. Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik 2014 für Denis Scheck. (PDF)
  10. Lesen und lesen lassen. auf: taz.de, 2. April 2004.
  11. Mit schwarzem Gesicht für den „Neger“. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Januar 2013.
  12. Debatte um schwarz geschminkten Denis Scheck. In: Der Tagesspiegel. 30. Januar 2013.
  13. Rassismus-Debatte: Die Maske des Denis Scheck. In: Spiegel Online. 31. Januar 2013.
  14. Heinrich von Kleist; E L Doctorow;