Denise Herrmann

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Denise Herrmann Skilanglauf Biathlon
Denise Herrmann (2014)
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 20. Dezember 1988 (29 Jahre)
Geburtsort SchlemaDDR
Größe 175 cm
Gewicht 62 kg
Karriere
Disziplin Skilanglauf
Biathlon
Verein WSC Erzgebirge Oberwiesenthal
Status aktiv
Medaillenspiegel
DM-Medaillen 5 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Bronze0 2014 Sotschi Staffel
Deutscher Skiverband Deutsche Meisterschaften
0Gold0 2016 Oberhof Speziallanglaufen
0Silber0 2016 Oberhof Staffel
0Gold0 2017 Arber Sprint
0Gold0 2017 Arber Verfolgung
0Gold0 2017 Arber Speziallanglaufen
0Gold0 2017 Ruhpolding Massenstart
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup

Debüt im Weltcup 13. Februar 2009
Gesamtweltcup 9. (2013/14, 2014/15)
Sprintweltcup 2. (2013/14)
Distanzweltcup 16. (2014/15)
Tour de Ski 8. (2015)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Sprint 0 2 1
 Teamsprint 0 1 1
Platzierungen im Biathlon-Weltcup

Debüt im Weltcup 9. Dezember 2016
Weltcupsiege 4 (2 Einzelsiege)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Sprint 1 0 0
 Verfolgung 1 0 0
 Staffel 2 1 0
letzte Änderung: 13. Januar 2018

Denise Herrmann (* 20. Dezember 1988 in Schlema, DDR) ist eine deutsche Biathletin und Skilangläuferin. Herrmann ist Sportsoldatin der Bundeswehr-Sportfördergruppe im sächsischen Frankenberg, lebt aber in Ruhpolding und trainiert am dortigen Stützpunkt in der Chiemgau-Arena.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skilanglauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrmann beim Langlaufweltcup in Kanada, 2012

Herrmann kam durch ihren Vater Lutz, einen ehemaligen Handballer in der DDR-Oberliga, zum Skilanglauf. Mit acht Jahren nahm sie erstmals an Wettkämpfen teil, vier Jahre darauf wechselte sie auf das Skigymnasium im 35 Kilometer vom Heimatort Bockau entfernten Oberwiesenthal, wo sie bereits seit Beginn ihrer Laufbahn beim WSC Erzgebirge trainierte. In den kommenden Jahren bestritt Herrmann diverse regionale Rennen; ab dem Jahr 2004 ging sie auch bei internationalen Juniorenrennen an den Start. Größter Erfolg in dieser Zeit war der Sieg über 7,5 Kilometer im freien Stil beim Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival 2005, das Ende Januar 2005 im Schweizer Monthey stattfand. Im Winter 2006/07 startete Herrmann durchgängig im Alpencup, in dem sie dank konstant guten Ergebnissen den zweiten Rang in der Gesamtwertung belegte. Den bis dahin größten Erfolg ihrer Karriere erreichte sie im März 2007, als die 18-Jährige bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Klassiksprint das Finale erreichte und hinter Astrid Jacobsen sowie Charlotte Kalla den Bronzerang belegte.

Im November 2007 wurde Herrmann vom Deutschen Skiverband (DSV) für ein Jahr gesperrt, da sie nach der Einnahme eines Hustensaftes positiv auf Clenbuterol getestet worden war und damit gegen die Dopingrichtlinie verstoßen hatte.[1] Nach der Sperre nahm sie im Herbst 2008 wieder an internationalen Wettkämpfen teil, bei denen sie sich weiterhin erfolgreich schlug und daher im Februar 2009 zu ihrem ersten Einsatz im Weltcup kam. Im italienischen Valdidentro wurde die Deutsche 37. unter 64 Teilnehmern. Damit sie Erfahrung sammelte, setzte der DSV Herrmann in der folgenden Saison häufiger im Weltcup ein; unter anderem startete sie bei der Tour de Ski, wo sie beim Sprint in Prag erstmals das Viertelfinale erreichte und als 28. ihre ersten drei Weltcup-Punkte sammelte. Zudem wurde sie in diesem Winter U23-Vize-Weltmeisterin im Freistilsprint und erreichte ein weiteres Mal den dritten Rang in der Alpencup-Gesamtwertung.

Bereits zu Beginn der Saison 2010/11 gelangen Herrmann weitere Erfolge: Zunächst zog sie beim Heimweltcup in Düsseldorf zum ersten Mal in das Halbfinale eines Sprints ein, wo sie zwar nach einem Sturz ausschied, aber dennoch den zwölften Rang belegte. Dies bedeutete die halbe Erfüllung der WM-Norm, für die die Athleten entweder zweimal unter die besten Fünfzehn oder einmal unter die besten Acht kommen mussten. Die endgültige Qualifikation erreichte die 22-Jährige beim Auftakt der Tour de Ski: Dort belegte sie im Prolog als beste Deutsche den siebten Rang und ließ dabei unter anderem die mehrmalige Weltcupsiegerin Petra Majdič und die amtierende Sprintweltmeisterin Arianna Follis hinter sich. Herrmann zeigte sich über das gute Resultat selbst überrascht und erklärte, dies sei so nicht zu erwarten gewesen.[2]

Ihren ersten Podestplatz im Weltcup konnte Denise Herrmann in der Saison 2012/13 am 7. Dezember beim Teamsprint mit Hanna Kolb in Québec erringen. Ihr bis dahin bestes Einzelresultat im Langlauf-Weltcup erreichte sie am 15. Dezember 2012 beim Sprint in Canmore, bei dem sie den vierten Platz belegte. Bei ihrer ersten komplett absolvierten Tour de Ski wurde Herrmann im Januar 2013 in der Gesamtwertung 13., nachdem sie bei den sieben Einzeletappen unter anderem zwei Mal den vierten Platz belegt hatte. Ihre besten Resultate bei den nordischen Skiweltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme waren der zehnte Rang im Sprint und der siebte Platz mit der Staffel. Die Saison beendete sie auf den 13. Platz in der Weltcupgesamtwertung. Zum Beginn der Saison 2013/14 erreichte sie mit dem dritten Platz im Sprint in Davos und im Teamsprint in Asiago zwei weitere Podestplatzierungen. Auch bei der Tour de Ski 2013/14, die sie nicht beendete, errang sie einige Top Zehn Platzierungen. Es folgten zwei weitere Podestplatzierungen im Sprintrennen in Szklarska Poręba und Toblach. Bei ihrer ersten Olympiateilnahme 2014 in Sotschi kam sie auf den achten Platz im Sprint. Zusammen mit Stefanie Böhler verpasste sie mit dem vierten Rang im Teamsprint nur knapp eine Medaille. In der Staffel gewann sie Bronze. Die Saison beendete sie auf dem neunten Rang in der Weltcupgesamtwertung und dem zweiten Platz in der Sprintwertung.

Für den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014 erhielt Herrmann am 8. Mai 2014 das Silberne Lorbeerblatt.[3]

Zum Beginn der folgenden Saison erreichte sie den 14. Platz bei der Nordic Opening in Lillehammer. Die Tour de Ski 2015 beendete sie auf den achten Rang. Bei den nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 in Falun belegte sie den 17. Platz im Sprint, den sechsten Rang mit der Staffel und den vierten Platz zusammen mit Nicole Fessel im Teamsprint. Die Saison beendete sie auf dem neunten Platz in der Gesamtwertung. Im März 2015 wurde sie deutsche Meisterin im 30 km klassisch Massenstartrennen. In der Saison 2015/16 kam sie bei der Nordic Opening in Ruka auf den 29. Platz und bei der Tour de Ski 2016 auf den 22. Rang. Ihr bestes Weltcupeinzelergebnis in der Saison war der sechste Platz im Sprint in Toblach. Zum Saisonende belegte sie den 28. Platz bei der Ski Tour Canada und erreichte den 23. Platz im Gesamtweltcup und den 12. Rang im Sprintweltcup.

Am 23. Oktober 2014 erhielt die Sportsoldatin zusammen mit Eric Frenzel das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen[4].

Biathlon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrmann beim Weltcup in Oberhof im Januar 2018
Herrmann beim Weltcup in Oberhof im Januar 2018

Ende April 2016 gab Herrmann bekannt, dass sie zur Saison 2016/17 zum Biathlon wechselt. Seit 1. Mai 2016 trainiert sie in Ruhpolding für die neue Disziplin.

Ihr erstes internationales Rennen, den Sprint im Rahmen des IBU-Cups im norwegischen Beitostølen, gewann sie. Bei windigen Verhältnissen nutzte sie ihre Laufstärke und erreichte trotz sechs Schießfehlern den ersten Rang. Zwei Tage später stand sie – wieder in einem Sprint – als Dritte erneut auf dem Podium. In Ridnaun startete sie nur in der Mixed-Staffel und erreichte gemeinsam mit Nadine Horchler, Lukas Rombach und Matthias Bischl den 3. Platz.

Am 9. Dezember 2016 debütierte Herrmann beim Sprint von Pokljuka im Biathlon-Weltcup und erreichte mit zwei Schießfehlern durch gute Laufleistungen den 18. Platz, die Verfolgung beendete sie auf dem 21. Platz. Bei den Biathlon-Europameisterschaften im polnischen Duszniki-Zdrój verpasste sie mit einem 5. Platz im Sprint nur um zehn Sekunden eine Medaille. Beim IBU-Cup in Brezno folgten ein weiterer Sieg im Sprint und ein 3. Platz im Verfolgungsrennen.

Nach den Weltmeisterschaften wurde sie – nachdem Miriam Gössner und Franziska Preuß krankheitsbedingt vorzeitig ihre Saison beendeten – erneut in die Weltcupmannschaft aufgenommen. In Pyeongchang startete sie nach Platz 25 im Sprint und Platz 33 in der Verfolgung gemeinsam mit Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand in ihrem ersten Staffelrennen im Weltcup. Nach einem fehlerfreien Liegendschießen musste Herrmann nach dem Stehendschießen jedoch eine Strafrunde absolvieren und übergab mit geringem Rückstand auf Schlussläuferin Hildebrand, am Ende gewann die deutsche Damenstaffel das Rennen und Denise Herrmann damit ihr erstes Rennen im Biathlon-Weltcup.

Ihren ersten Einzelsieg im Biathlon-Weltcup konnte Herrmann am 1. Dezember 2017 beim Sprintrennen in Östersund feiern.[5] Bereits zwei Tage später gewann sie ebenfalls in Östersund das Verfolgungsrennen.

Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcup-Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die erreichten Platzierungen im Einzelnen.

  • Platz 1.–3.: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Hinweis: Bei den Distanzrennen erfolgt die Einordnung gemäß FIS.
Platzierung Distanzrennena Skiathlon
Verfolgung
Sprint Etappen-
rennen
b
Gesamt Team
≤ 5 km ≤ 10 km ≤ 15 km ≤ 30 km > 30 km Sprint Staffel
1. Platz  
2. Platz 2 2 1
3. Platz 1 1 1
Top 10 1 12 2 15 6 4
Punkteränge 8 1 29 5 43 10 6
Starts 15 1 1 1 39 9 66 10 6
Stand: Saisonende 2014/15
a inkl. Individualstarts und Massenstarts gemäß FIS-Einordnung
b Gesamtes Rennen, nicht Einzeletappen, z. B. Tour de Ski, Nordic Opening, Saison-Finale

Weltcup-Gesamtplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Distanz Sprint
Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz
2009/10 3 124. - - 3 87.
2010/11 139 41. 41 44. 96 23.
2011/12 192 39. 63 41. 129 28.
2012/13 535 13. 250 17. 205 11.
2013/14 704 9. 144 18. 496 2.
2014/15 548 9. 215 16. 169 13.
2015/16 399 23. 118 29. 229 12.

Platzierungen im Biathlon-Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biathlon-Weltcup-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed-Staffel
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1 2 4
2. Platz 2 2
3. Platz  
Top 10 3 2 1 4 10
Punkteränge 2 9 9 4 4 28
Starts 3 12 11 4 4 34
Stand: 25. März 2018

Ergänzende Informationen: Punkteverteilung / Streichergebnisse im Biathlon-Weltcup

Weltcupsiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Siege bei Biathlon-Weltcups, getrennt aufgelistet nach Einzel- und Staffelrennen. Durch Anklicken des Symbols im Tabellenkopf sind die Spalten sortierbar.

Einzelrennen Staffelrennen
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 01. Dez. 2017 SchwedenSchweden Östersund Sprint
2. 03. Dez. 2017 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 05. Mär. 2017 Korea SudSüdkorea Pyeongchang Staffel 1
2. 13. Jan. 2018 DeutschlandDeutschland Ruhpolding Staffel 2

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2016/17 40. 79 53. 35 49. 114
2017/18 40. 19 14. 149 7. 197 15. 112 12. 477

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Denise Herrmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt Denise Herrmann auf xc-ski.de, abgerufen am 27. April 2016
  2. Tour de Ski: Männer brechen ein – Herrmann Siebte
  3. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes, auf bundespraesident.de, vom 5. Mai 2014. Abgerufen am 22. Mai 2017.
  4. Facebook-Präsenz des Landeskommandos Sachsen, abgerufen am 23. Oktober 2014
  5. Frühere Langläuferin gewinnt Biathlon-Weltcup. FAZ Online. 1. Dezember 2017. Abgerufen am 1. Dezember 2017.