Denkingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Denkingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Denkingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 7′ N, 8° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 687 m ü. NHN
Fläche: 15,03 km2
Einwohner: 2770 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 78588, 78554
Vorwahl: 07424
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 46
78588 Denkingen
Website: www.denkingen.de
Bürgermeister: Rudolf Wuhrer
Lage der Gemeinde Denkingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis KonstanzLandkreis RottweilLandkreis SigmaringenSchwarzwald-Baar-KreisZollernalbkreisAldingenBalgheimBärenthalBöttingenBubsheimBuchheimDeilingenDenkingenDürbheimDurchhausenEgesheimEmmingen-LiptingenFridingen an der DonauFrittlingenGeisingenGosheimGunningenHausen ob VerenaImmendingenIrndorfKönigsheimKolbingenMahlstettenMühlheim an der DonauNeuhausen ob EckReichenbach am HeubergRenquishausenRietheim-WeilheimSeitingen-OberflachtSpaichingenTalheim (Landkreis Tuttlingen)TrossingenTuttlingenWehingenWurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild
Denkingen, fotografiert vom Fuße des Klippenecks

Denkingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkingen liegt auf einer Geländestufe zwischen Großem Heuberg und Baar am Fuße des Klippenecks. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 610 m ü. NN im Primtal bis zum 1002 Meter hohen Hummelsberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Gosheim, im Osten an Böttingen, im Süden an die Stadt Spaichingen und im Westen an Aldingen und Frittlingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Denkingen gehören das Dorf Denkingen und die Häuser Erlenmühle und Klippeneck. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Berghof, Hinterhausen, Ipspoche, Niederhofen und Riedheim.[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Denkingen liegt das Naturschutzgebiet Klippeneck und das Landschaftsschutzgebiet Albtrauf zwischen Balgheim und Gosheim mit Dreifaltigkeitsberg, Klippeneck und Lemberg.

Denkingen hat zudem Anteil an den FFH-Gebieten Prim-Albvorland und Großer Heuberg und Donautal sowie am Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal. Darüber hinaus gehört Denkingen zum Naturpark Obere Donau.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Michael

Altertum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das relativ ebene Gelände zwischen dem Primtal und dem Steilabfall der Schwäbischen Alb war schon früh bewohnt. Römer und Alemannen siedelten hier, wie Bodenfunde und Grabstätten belegen.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Denkingen am 10. Oktober 818 in einer Schenkungsurkunde eines gewissen Theotmar von Grundstücken im Dorf Thanchinga zu seiner und seiner Gattin Seelenheil an das Kloster St. Gallen. Verschiedene geistliche und weltliche Herrschaften hatten Besitz am Ort. 1381 kam das Dorf zu Vorderösterreich und blieb dort, bis es 1805 an Württemberg fiel.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Dreißigjährigen Kriegs brannten Soldaten den Ort fast vollständig ab, bei dem die Weiler Hinterhausen und Rietheim verloren gingen. 1743 entstand auf Grund langer Streitigkeiten zwischen den Bürgern und dem Pfarrer Stockhl ein Aufruhr in der Gemeinde, auf den der Narrentyp Pfarrbachweib zurückgeht.

Das 1806 gegründete Königreich Württemberg ordnete den Ort dem Oberamt Spaichingen zu. 1889 schloss man den Ort an das Wasserleitungsnetz an. Durch eine Brandkatastrophe im Spätsommer 1892 wurde fast die komplette Hintere Gasse zerstört. Von 1928 bis zum 23. September 1968 war Denkingen durch die Heubergbahn ans Eisenbahnnetz geschlossen.

Bei der Gebietsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte der Ort 1938 zum Landkreis Tuttlingen. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Denkingen von Kriegsschäden verschont, wurde aber am 21. April 1945 von französischen Truppen eingenommen. 1945 wurde Denkingen Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen wuchs der evangelische Bevölkerungsanteil nach 1948 um 25 Prozent an. 1861 hatte der Ort nur zwei evangelische Einwohner. 1972 bildete Denkingen mit Spaichingen und den umliegenden Gemeinden eine Verwaltungsgemeinschaft. In den Tagen vom 23. und 24. Juni 1975 hatte der Ort mit schweren Hochwasserschäden zu kämpfen.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus
Bürgerhaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Denkingen besteht aus zwölf Mitgliedern. Parteien sind im Denkinger Gemeinderat nicht vertreten. Seit 1983 ist Rudolf Wuhrer Bürgermeister der Gemeinde. Die Gemeinde ist Mitglied der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Spaichingen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Wuhrer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 28. Juni 2015 mit 52,5 % der Stimmen wiedergewählt, seine Herausforderin Manuela Raichle erreichte 47,4 %. Nach einer Wahlanfechtung ordnete das Landratsamt Tuttlingen eine Wiederholung der Wahl an, da Mitglieder des Wahlausschusses entgegen der gebotenen Unparteilichkeit Wahlkampf für den Amtsinhaber gemacht hatten.[5] Bei der Wiederholungswahl am 6. Dezember 2015 konnte sich Wuhrer mit 53,6 % der Stimmen gegen Raichle (46,2 %) durchsetzen.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Denkingen COA.svg
Blasonierung: „Von Schwarz, Gold (Gelb), darin ein schwarzes Tatzenkreuz und Rot zweimal schräglinks geteilt.“
Wappenbegründung: Das zuerst 1930 verliehene Wappen ist abgeleitet von einem Amtsstempel, der das Tatzenkreuz zeigte. Der Wappenentwurf war mit der Archivdirektion Stuttgart vereinbart worden. Er vereint die württembergischen mit den badischen Farben.

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Denkingen.svg 00Banner: „Das Banner ist rot-gelb längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
Flagge Denkingen.svg 00Hissflagge: „Die Flagge ist rot-gelb quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkingen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Kirschau in der Oberlausitz in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolauskapelle
Kapelle am Denkinger Kreuzweg

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

  • Die Trasse der durch Denkingen verlaufenden, 1966 stillgelegten Heubergbahn ist heute als Rad- und Wanderweg ausgebaut. Sie bietet einen steigungsarmen Aufstieg nach Gosheim mit zahlreichen Aussichtspunkten entlang des Steilhangs des Heubergs.
  • Das Segelfluggelände Klippeneck und der Wanderweg entlang der Hangkante zum Dreifaltigkeitsberg bieten bei guten Sichtverhältnissen herrliche Ausblicke über die Baarlandschaft zum Schwarzwald und zu den Alpen.
  • Am steilen Hang des Klippenecks gibt es einige geschlossene Bestände von Eiben.
Altarwand der Kirche St. Michael, ausgemalt von August Blepp (1885–1949)
  • Die Katholische Pfarrkirche St. Michael wurde 1933 von Hans Lütkemeier und Martin Schilling erbaut, der Turm der Vorgängerkirche blieb dabei stehen.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugplatz Klippeneck

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkingen lag bis 1966 an der inzwischen abgebauten Heubergbahn. Heute verkehrt die Buslinie 220 (Aldingen – Schömberg (Zollernalbkreis))[8], in Aldingen besteht Ringzug-Anschluss in Richtung Rottweil und Tuttlingen. Denkingen ist über die Landesstraße 433 aus Richtung Aldingen / Spaichingen bzw. Wehingen / Albstadt und über die Kreisstraße 5907 aus Richtung Frittlingen / Rottweil zu erreichen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Firma Paul Kauth GmbH & Co. KG ist mit rund 220 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Denkingen und ist Zulieferer für die Automobilindustrie.
  • Die Schwer Fittings GmbH ist ein Hersteller von Verschraubungen, Kugelhähnen, Ventilen, Armaturen, Rohren und Schläuchen aus Edelstahl.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Sauter (1925–2013), Erziehungswissenschaftler und Mundartdichter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 659–660
  3. Daten- und Kartendienst der LUBW
  4. http://www.denkingen.de/pb/,Lde/143709.html Geschichte Denkingens
  5. Wolfgang Messner, Bürgermeisterwahl mit vielen lieben Helfern, Stuttgarter Zeitung online, 16. Juli 2015, abgerufen am 28. September 2015; Denkingen: Bürgermeisterwahl ungültig (Memento des Originals vom 7. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nrwz.de, nrwz.de, 28. September 2015, abgerufen am 28. September 2015
  6. http://www.denkingen.de/pb/,Lde/143119.html ; Mitteilungsblatt Denkingen 50/2015 (Memento des Originals vom 2. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.denkingen.de, S. 3
  7. Vgl. Wolfgang Urban: Katholische Pfarrkirche St. Michael in Denkingen. Kunstverlag Fink, Lindenberg 2008, ISBN 978-3-89870-530-1.
  8. Fahrplan Buslinie 220

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Denkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien