Dennis Seidenberg

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DeutschlandDeutschland Dennis Seidenberg Eishockeyspieler
Dennis Seidenberg
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 18. Juli 1981
Geburtsort Villingen-Schwenningen, Deutschland
Größe 183 cm
Gewicht 95 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Verteidiger
Nummer #44
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 2001, 6. Runde, 172. Position
Philadelphia Flyers
Spielerkarriere
1999–2002 Adler Mannheim
2002–2006 Philadelphia Flyers
2006–2007 Phoenix Coyotes
2007–2009 Carolina Hurricanes
2009–2010 Florida Panthers
2010–2016 Boston Bruins
2012 Adler Mannheim
seit 2016 New York Islanders

Dennis Seidenberg (* 18. Juli 1981 in Villingen-Schwenningen) ist ein deutscher Eishockeyspieler, der seit September 2016 bei den New York Islanders aus der National Hockey League unter Vertrag steht und für diese auf der Position des Verteidigers spielt. Zuvor war er in der NHL bereits bei den Philadelphia Flyers, Phoenix Coyotes, Carolina Hurricanes, Florida Panthers und Boston Bruins, mit denen er 2011 den Stanley Cup gewann, aktiv. Mit der deutschen Nationalmannschaft nahm Seidenberg an je drei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften teil. Sein Bruder Yannic ist ebenfalls ein professioneller Eishockeyspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seidenberg spielte während seiner Juniorenzeit in der Nachwuchsabteilung seines Heimatklubs Schwenninger ERC. Im Alter von 16 Jahren gab er in der Saison 1997/98 sein Debüt im Amateurkader der Schwenninger in der damaligen 2. Liga. Zur Spielzeit 1999/2000 wechselte er zu den Adler Mannheim in die Deutsche Eishockey Liga. Er wurde zunächst im Nachwuchsteam bei den Jungadlern in der Deutschen Nachwuchsliga eingesetzt, kam aber im Saisonverlauf auch zu seinen ersten drei DEL-Einsätzen. Ab dem Spieljahr 2000/01, in dem die Mannheimer die Deutsche Meisterschaft gewannen, gehörte der Verteidiger fest zum Profikader. Es folgte eine weitere DEL-Saison, in der er seine Statistiken im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte.

Nachdem er im NHL Entry Draft 2001 in der sechsten Runde an 172. Stelle von den Philadelphia Flyers ausgewählt worden war, ging er im Sommer 2002 nach Nordamerika. Dort schaffte er es einen Platz im Kader der Flyers zu erhalten und bestritt 58 Saisonspiele, in denen er 13 Punkte erzielte. Weiters absolvierte er auch 19 Partien für das Farmteam der Flyers, die Philadelphia Phantoms aus der American Hockey League und die Nominierung für das NHL YoungStars Game bestätigte Seidenbergs gute Rookiesaison. Die darauffolgende Saison verbrachte der Deutsche hauptsächlich in der AHL und wurde für das AHL All-Star Classic nominiert. Ein Trainingsunfall im Januar 2004, bei dem er sich sein linkes Bein brach, verhinderte jedoch die Teilnahme daran. Seine NHL-Einsätze limitierten sich dadurch in der regulären Saison auf fünf, wobei er zu seinen ersten drei Playoff-Einsätzen im Trikot der Flyers kam. Durch den Lockout der NHL-Spielzeit 2004/05 lief Seidenberg erneut die gesamte Spielzeit für die Phantoms in der AHL auf. Am Ende der Saison gewann er mit diesen den Calder Cup, die Meisterschaft der AHL.

Seidenberg im Trikot der Florida Panthers

Bedingt durch die neuen Gehaltsstrukturen in der NHL und die damit verbundenen Einsparmaßnahmen bei den Franchises gehörte Seidenberg zum Beginn der Saison 2005/06 wieder zum Stammkader des NHL-Teams. Mehrere kleinere Verletzungen warfen ihn dabei in der ersten Hälfte der Spielzeit zurück und so kam er bis Mitte Januar 2006 zu 29 Partien, ehe er für Petr Nedvěd zu den Phoenix Coyotes transferiert wurde. Auch bei den Coyotes, die von Wayne Gretzky trainiert wurden, war der Verteidiger fester Bestandteil der Defensivabteilung und erreichte so in der Saison insgesamt 63 Partien und 18 Punkte. Nachdem sich seine Statistiken in der Spielzeit 2006/07 verschlechterten, gab man ihn im Januar 2007 für Kevyn Adams an die Carolina Hurricanes ab. Dort war Seidenberg meist der siebte Abwehrspieler, wodurch er oft auf der Tribüne Platz nahm. In der Saison 2007/08 spielt er regelmäßiger, fiel aber lange wegen einer Knie- und Sprunggelenksverletzung aus, wodurch er seinen Stammplatz im Kader verlor. In der Saison 2008/09 stabilisierte Seidenberg seine Leistungen, blieb weitgehend verletzungsfrei und avancierte zu einem festen Bestandteil der Defensive der Hurricanes. Dennoch verlängerten diese den auslaufenden Vertrag nicht, da die Gehaltsvorstellungen beider Parteien zu sehr auseinander lagen. Am 14. September 2009 unterschrieb der Deutsche daher als Free Agent einen Einjahresvertrag über 2,25 Millionen US-Dollar bei den Florida Panthers. Trotz einer soliden Spielzeit, in der er bei den Panthers zu den Spielern mit der meisten Eiszeit gehörte, wurde er am 3. März 2010 in einem Tauschhandel gemeinsam mit Matt Bartkowski für Byron Bitz, Craig Weller und einem Zweitrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2010 an die Boston Bruins abgegeben. Dort spielte er zumeist neben dem Slowaken Zdeno Chára in einem Verteidigungspaar. Nach Saisonende einigte er sich mit Boston auf eine Vertragsverlängerung bis 2014. Am 15. Juni 2011 gewann Dennis Seidenberg als zweiter Deutscher nach Uwe Krupp 1996 den Stanley Cup. Die Boston Bruins besiegten im entscheidenden siebten Spiel die Vancouver Canucks mit 4:0.

Für die Dauer der NHL-Lockout-Phase 2012/13 spielte er für die Adler Mannheim in der DEL.[1] Nachdem der Lockout im Januar 2013 beendet wurde, kehrte er zu den Boston Bruins zurück. Im Oktober 2013 unterzeichnete Seidenberg einen neuen Vierjahresvertrag in Boston, der ihm ein Jahresgehalt von 4 Millionen US-Dollar einbrachte.[2] Das letzte Vertragsjahr wurde ihm von den Bruins im Juni 2016 allerdings ausbezahlt (buy-out), sodass er sich fortan auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber befand, den er Ende September 2016 in den New York Islanders fand.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seidenberg vertrat eine deutsche Auswahl erstmals bei der U18-Junioren-Weltmeisterschaft 1999 auf internationaler Bühne. In der U20-Altersklasse spielte er bei den B-Weltmeisterschaften 2000 und 2001. Im Seniorenbereich vertrat er die A-Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 2001, 2002, 2008 und 2017, den Olympischen Winterspielen 2002, 2006 und 2010 sowie dem World Cup of Hockey 2004. Auch an der dritten Ausgabe des World Cup of Hockey im Jahre 2016 war Seidenberg vertreten, allerdings mit dem Team Europa, mit dem er dort den zweiten Platz belegte.

Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren 2017 wurde Seidenberg vom Eishockey-Weltverband IIHF als bester Verteidiger ausgezeichnet.[3]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Ende der Saison 2016/17

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1999/00 Adler Mannheim DEL 3 0 0 0 0
2000/01 Adler Mannheim DEL 55 2 5 7 6 12 0 1 1 10
2001/02 Adler Mannheim DEL 55 7 13 20 56 8 0 0 0 2
2002/03 Philadelphia Phantoms AHL 19 5 6 11 17
2002/03 Philadelphia Flyers NHL 58 4 9 13 20
2003/04 Philadelphia Phantoms AHL 33 7 12 19 31 9 2 2 4 4
2003/04 Philadelphia Flyers NHL 5 0 0 0 2 3 0 0 0 0
2004/05 Philadelphia Phantoms AHL 79 13 28 41 47 18 2 8 10 19
2005/06 Philadelphia Flyers NHL 29 2 5 7 4
2005/06 Phoenix Coyotes NHL 34 1 10 11 14
2006/07 Phoenix Coyotes NHL 32 1 1 2 16
2006/07 Carolina Hurricanes NHL 20 1 5 6 2
2007/08 Carolina Hurricanes NHL 47 0 15 15 18
2008/09 Carolina Hurricanes NHL 70 5 25 30 37 16 1 5 6 16
2009/10 Florida Panthers NHL 62 2 21 23 33
2009/10 Boston Bruins NHL 17 2 7 9 6
2010/11 Boston Bruins NHL 81 7 25 32 41 25 1 10 11 31
2011/12 Boston Bruins NHL 80 5 18 23 39 7 1 2 3 2
2012/13 Boston Bruins NHL 46 4 13 17 10 18 0 1 1 4
2013/14 Boston Bruins NHL 34 1 9 10 10
2014/15 Boston Bruins NHL 82 3 11 14 34
2015/16 Boston Bruins NHL 61 1 11 12 24
2016/17 New York Islanders NHL 73 5 17 22 32
DEL gesamt 113 9 18 27 62 20 0 1 1 12
AHL gesamt 131 25 46 71 95 27 4 10 14 23
NHL gesamt 831 44 202 246 342 69 3 18 21 53

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertrat Deutschland bei:

 

Vertrat Team Europa bei:

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp T V Pkt SM
1999 Deutschland U18-WM 9. Platz 4 0 0 0 2
2000 Deutschland U20-B-WM 2. Platz 5 0 0 0 0
2001 Deutschland U20-WM Div. I 2. Platz 5 1 3 4 2
2001 Deutschland WM 8. Platz 7 0 1 1 2
2002 Deutschland Olympia 8. Platz 7 1 1 2 8
2002 Deutschland WM 8. Platz 7 1 2 3 8
2004 Deutschland World Cup 8. Platz 4 0 0 0 0
2006 Deutschland Olympia 10. Platz 5 0 0 0 6
2008 Deutschland WM 10. Platz 6 0 0 0 14
2010 Deutschland Olympia 11. Platz 4 1 0 1 2
2016 Deutschland Olympia-Quali 1. Platz 3 0 1 1 2
2016 Team Europa World Cup 2. Platz 5 0 1 1 2
2017 Deutschland WM 8. Platz 8 1 7 8 4
Junioren gesamt 14 1 3 4 4
Herren gesamt 56 4 13 17 48

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dennis Seidenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. adler-mannheim.de: Marcel Goc und Dennis Seidenberg im Anflug. Abgerufen am 30. September 2012.
  2. B's Extend Seidenberg Four Years. bruins.nhl.com, 3. Oktober 2013, abgerufen am 1. Juli 2016 (englisch).
  3. Seidenbergs Auszeichnung und Sturms Kritik. In: kicker.de. 22. Mai 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.