Densbüren

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Densbüren
Wappen von Densbüren
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Aarauw
BFS-Nr.: 4004i1f3f4
Postleitzahl: 5026
UN/LOCODE: CH DBU
Koordinaten: 646371 / 256113Koordinaten: 47° 27′ 15″ N, 8° 3′ 13″ O; CH1903: 646371 / 256113
Höhe: 474 m ü. M.
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 733 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 59 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
10,9 % (31. Dezember 2018)[2]
Website: www.densbueren.ch
Densbüren

Densbüren

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Densbüren (schweizerdeutsch Däischbere [ˈdæɪʃbərə])[3] ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Aarau und liegt nördlich der Staffelegg in der Region Fricktal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Staffeleggtal gelegene Gemeinde unterscheidet sich in geographischer Hinsicht völlig von den restlichen Gemeinden des Bezirks. Sie ist die einzige Gemeinde, die nicht in der Ebene der Flusstäler von Aare, Suhre und Wyna liegt, sondern getrennt durch den 621 Meter hohen Staffeleggpass inmitten der südlichsten Jurakette. Entwässert wird das Gebiet vom Staffeleggbach.[4]

Densbüren ist auf drei Seiten von steilen, bewaldeten Jurahügeln umgeben: Im Osten erheben sich der Würz (801 m ü. M.), der Homberg (782 m ü. M.) und die Hard (770 m ü. M.), im Süden die Staffelegg, der Herzberg (750 m ü. M.) und der Asperstrihe (838 m ü. M.). Der im Westen gelegene Strihe ist mit 867 m ü. M. der zweithöchste Punkt des Aargaus und der höchste ganz im Kanton liegende Berg. Rund einen Kilometer südlich von Densbüren liegt in einem kurzen Seitental am Fusse des Asperstrihe der Ortsteil Asp. Daneben gibt es zahlreiche verstreute Einzelhöfe an den Berghängen, in der Stockmatt oberhalb von Benken und im Sulzbann am Oberlauf des Zeiherbachs, der zwischen dem Homberg und dem Bann durch das Gebiet von Densbüren fliesst.[4]

Die Fläche der Gemeinde beträgt 1252 Hektaren, davon sind 691 Hektaren bewaldet und 65 Hektaren überbaut.[5] Höchster Punkt ist der Gipfel des Strihe, der tiefste liegt auf 430 Metern am Staffeleggbach. Das Gemeindegebiet ist Teil des Juraparks Aargau, eines «regionalen Naturparks von nationaler Bedeutung». Nachbargemeinden sind Herznach im Norden, Zeihen im Nordosten, Thalheim im Osten, Küttigen im Süden sowie Oberhof und Wölflinswil im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1426 als Teinspuiren. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Taninesburron und bedeutet «bei den Häusern des Tanin».[3] Die bei Densbüren gelegene Burg Urgiz wurde bereits im Jahr 1277 erwähnt und war im Besitz der Herren von Uriols. Diese hatten die kleine Herrschaft Urgiz, die neben Densbüren auch Asp umfasste, vom Bistum Strassburg als Lehen erhalten. Das Basler Erdbeben von 1356 richtete grosse Schäden an, woraufhin die Burg zerfiel. 1429 erwarben die Effinger aus Brugg die Herrschaft, 1444 folgten die Rätz aus Säckingen und schliesslich 1475 die Hasfurter aus Luzern.

Luftansicht (1953)

1502 erwarb Bern die Herrschaft und fügte sie dem Amt Schenkenberg zu. Somit war Densbüren Teil des als Berner Aargau bezeichneten Untertanengebiets. Die Berner sicherten sich dadurch den strategisch wichtigen Staffelegg-Passübergang an der Grenze zu Vorderösterreich. Die Einführung der Reformation erfolgte im Jahr 1528. Der Statthalter von Aarau liess schwarz erworbenes Doggererz aus dem Nachbarort Herznach jeweils in Densbüren verhütten, womit der Ort bis Mitte des 17. Jahrhunderts ein sicheres Einkommen hatte. Als die österreichische Regierung den Schwarzhandel rigoros unterband, geriet Densbüren in eine schwere Wirtschaftskrise. Viele Einwohner waren deshalb zu Söldnerdiensten im Ausland gezwungen.

Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Densbüren gehört seither zum Kanton Aargau, die katholisch gebliebenen Nachbargemeinden im Fricktal folgten 1803. Im Jahr 1810 liess der Kanton die Strasse über den Staffelegg ausbauen, wodurch es den Dorfbewohnern möglich war, Vorspanndienste für Pferdefuhrwerke anzubieten. Dieser Wirtschaftszweig verschwand jedoch mit der Eröffnung der Bahnlinien am Hauenstein und am Bözberg. Einen Ausweg neben der Auswanderung bot der seit 1859 praktizierte Weinbau. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aufgrund des Gesetzes «zur Bekämpfung der Heimatlosigkeit» jenische Familien eingebürgert. Zwischen 1850 und 1980 nahm die Bevölkerung um mehr als die Hälfte ab, steigt jedoch seither wieder leicht an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine Urgiz befindet sich nordöstlich des Dorfes auf einer Höhe von 577 m ü. M. auf einem schmalen und steilen Felsgrat, mehr als 120 Höhenmeter über der Talsohle. Die Mauerreste wurden 1996/97 freigelegt und konserviert. Bis 1642 gehörte Densbüren zur Pfarrei Elfingen und ist seither eine selbständige Pfarrei. Die Reformierte Kirche Densbüren entstand zwischen 1552 und 1558. Das schlichte spätgotische Bauwerk steht etwas erhöht am Hang des Rüdlenbergs.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss mit rotem Bord grüne Tanne auf grünem Dreiberg.» Das im Jahr 1811 eingeführte Siegelbild zeigte ebenfalls eine Tanne auf Dreiberg, allerdings in blauem Feld und ohne Umrandung. 1949 erfolgte eine heraldisch korrekte Umgestaltung. Das rote Bord wurde gewählt, um Verwechslungen mit anderen Gemeindewappen auszuschliessen und um an die frühere Zugehörigkeit des Dorfes zum Bistum Konstanz zu erinnern.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:[8]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 469 666 1'167 934 826 772 715 664 596 717 721 708

Am 31. Dezember 2018 lebten 733 Menschen in Densbüren, der Ausländeranteil betrug 10,9 %. Bei statistischen Erhebungen von 2015 bezeichneten sich 56,4 % als reformiert und 12,8 % als römisch-katholisch; 30,8 % waren konfessionslos oder gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 98,2 % gaben bei der Volkszählung 2000 Deutsch als ihre Hauptsprache am.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren vom Volk gewählt, seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Für Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Aarau zuständig. Densbüren gehört zum Friedensrichterkreis I (Aarau).[11]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Densbüren gibt es gemäss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) rund 300 Arbeitsplätze, davon 24 % in der Landwirtschaft, 26 % in der Industrie und 50 % im Dienstleistungssektor.[12] Fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Aarau oder in den Gemeinden des Fricktals. Von überregionaler Bedeutung ist das Tagungszentrum Herzberg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Densbüren liegt an der Passstrasse über die Staffelegg, die von Aarau nach Frick führt (Hauptstrasse 24). Diese beiden Orten sind mit einer Postautolinie verbunden. Der Weiler Asp ist über eine kurze Stichstrasse erreichbar. Im Südwesten geht das Gebiet von Densbüren bis zum Passübergang des Benkerjochs. Über die Wasserscheide bei Strihen führt eine Strasse nach Wölflinswil. An Wochenenden verkehrt ein Nachtbus von Frick über Effingen und Densbüren nach Asp.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus, in dem die Primarschule unterrichtet. Die Realschule, die Sekundarschule und die Bezirksschule können in Frick besucht werden. Die nächstgelegenen Gymnasien sind die Alte Kantonsschule und die Neue Kantonsschule, beide in Aarau.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Densbüren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  2. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  3. a b Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100. Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 73–74.
  4. a b Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo.
  5. Arealstatistik Standard – Gemeinden nach 4 Hauptbereichen. Bundesamt für Statistik, 26. November 2018, abgerufen am 17. Mai 2019.
  6. Stettler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen. S. 140–142.
  7. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 139.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. (Excel) In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistik Aargau, 2001, archiviert vom Original am 8. Oktober 2018; abgerufen am 17. Mai 2019.
  9. Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit, 2015. (Excel) In: Bevölkerung und Haushalte, Gemeindetabellen 2015. Statistik Aargau, abgerufen am 17. Mai 2019.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. (Excel) Statistik Aargau, archiviert vom Original am 10. August 2018; abgerufen am 17. Mai 2019.
  11. Friedensrichterkreise. Kanton Aargau, abgerufen am 21. Juni 2019.
  12. Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). (Excel, 157 kB) Statistik Aargau, 2016, abgerufen am 17. Mai 2019.