Der Außenseiter (1983)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Außenseiter
Originaltitel Le Marginal
Der aussenseiter.svg
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Jacques Deray
Drehbuch Jacques Deray,
Jean Herman,
Michel Audiard (Dialoge)
Produktion Alain Belmondo
Musik Ennio Morricone
Kamera Xaver Schwarzenberger
Schnitt Albert Jurgenson
Besetzung

Der Außenseiter (Originaltitel: Le Marginal) ist ein französischer Actionfilm aus dem Jahr 1983 von Regisseur Jacques Deray mit Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten]

Kommissar Jordan wird aus Paris nach Marseille geschickt, um dort die Ausfuhr von Drogen ins Ausland zu unterbinden. Aus einem Informanten prügelt er mit Gewalt die Informationen heraus, wann und mit welchem Boot die nächste Lieferung unterwegs ist. Doch das Schnellboot droht der Polizei zu entkommen und so fliegt Jordan kurzerhand mit dem Hubschrauber hinterer und wirft die sich an Bord befindlichen Beutel mit 200 kg Heroin ins Meer. Der Besitzer der Ware, Meccacci, revanchiert sich damit, indem er Jordans Informanten tot in seiner Wohnung deponiert.

Jordan wird wegen seines Verhaltens nach Paris zur Sittenpolizei strafversetzt. Doch sein dortiger Kollege Rojinski unterstützt ihn dabei, Meccacci weiter auf die Pelle zu rücken, sehr zum Unmut seines neuen Vorgesetzten. Im Gefängnis erfährt er von seinem alten Bekannten Tonton den Aufenthaltsort von Alfred, der als Kronzeuge zur Überführung von Meccacci dienen soll. Im Gegenzug holt er dessen 16-jährige Tochter aus einem Bordell. Kurz vor einem Treffen mit Alfred am Gare de l’Est wird dieser von zwei von Meccaccis Leuten erschossen. Einen von ihnen, Antonio Villa, kann Jordan fassen und bringt ihn auf die Polizeiwache zum Verhör.

Inzwischen ahnt Jordan, dass auch sein bester Freund Francis, der Spielautomaten betreibt, mit Meccacci zusammenarbeitet und spricht ihn darauf an. Nachdem Francis Meccacci erklärt, dass er seine Zusammenarbeit mit ihm beenden will, lässt er bei ihm einbrechen und seine Automaten zerschlagen. Als Francis die Einbrecher hört, nimmt er sich eine Waffe und erschießt einen von ihnen. Kurz darauf wird er selbst von einem anderen Handlanger erschossen.

Nachdem der gefasste Auftragsmörder von Alfred geredet hat, erfährt Jordan, dass Meccaccis Handlanger Baldi den Auftrag erteilt hat. Ein verabredetes Treffen mit Baldi stellt sich als Hinterhalt heraus, bei dem er getötet werden sollte, doch Jordan nimmt dessen Waffe an sich und tötet die Attentäter, die Baldis Wagen zuvor mit Schüssen durchsiebt haben. Mit dem Ziel Meccacci in Selbstjustiz hinzurichten, sucht er ihn auf und ermordet ihn mit Baldis Waffe. Später erhält er über eine Funkstreife von Rojinski die Nachricht, dass Meccacci von einem Unbekannten ermordet wurde. Als Rojinski ihm mitteilt, dass man eine interne Bandenfehde vermutet, geht er zufrieden seines Weges.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Kinostart in Frankreich war am 26. Oktober 1983, in Westdeutschland am 28. Oktober 1983.
  • Neben der Verharmlosung von Gewalt und Selbstjustiz würde der Film auch wegen seiner einseitigen Darstellung von Ausländern und Homosexuellen kritisiert.[1] Die Türkische Botschaft in Paris empfand es als Affront, dass ihre türkischen Diplomaten und der Kulturattaché als Drogenhändler dargestellt werden.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Routiniert inszenierter Actionfilm mit einem Minimum an Handlung, das aber zahlreiche Gelegenheiten zum Schießen und Prügeln bietet. Bedenklich durch die Propagierung von Gewalt und Selbstjustiz und die hemmungslose Artikulation von Vorurteilen.“

Lexikon des Internationalen Films

„Dass die unhinterfragte reaktionäre Attitüde des Helden mit perfekter Action daherkommt, macht sie nur noch ärgerlicher. Fazit: Polierte Schnauzen, rassistische Sprüche“

Cinema[3]

„Er darf vom Hubschrauber auf ein Boot springen. Er darf ein Restaurant kurz und klein schlagen. Und er darf die genretypische Verfolgungsjagd mit einem kugelsicheren Auto bestehen. Als harter Bulle setzt er in der Welt, wo Polizei, Politik und Wirtschaft überwiegend korrumpiert sind, seine eigene Ordnung durch. [..] Die Geschichte hat viele Risse. Es gibt kuriose Schnitte, die zusammenbringen, was weder räumlich noch zeitlich zusammengehört.“

Norbert Grob - Die Zeit[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Booklet der DVD
  2. Filmkritik auf Kino.de
  3. Filmkritik auf cinema.de
  4. Filmkritik in Die Zeit vom 4. November 1983