Der Buchladen der Florence Green

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Film
Deutscher TitelDer Buchladen der Florence Green
OriginaltitelLa Librería
ProduktionslandGroßbritannien, Spanien, Deutschland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge113 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
JMK 6[2]
Stab
RegieIsabel Coixet
DrehbuchIsabel Coixet
ProduktionJaume Banacolocha,
Joan Bas,
Adolfo Blanco,
Chris Curling
MusikAlfonso Vilallonga
KameraJean-Claude Larrieu
SchnittBernat Aragonés
Besetzung
Synchronisation

Der Buchladen der Florence Green (Originaltitel: La Librería) ist ein Film der spanischen Regisseurin Isabel Coixet aus dem Jahr 2017. Grundlage war der Roman Die Buchhandlung (Originaltitel: The Bookshop) von Penelope Fitzgerald aus dem Jahr 1978. Der Film gewann drei Goya-Filmpreise sowie den Preis für die beste internationale Buchverfilmung auf der Frankfurter Buchmesse. Am 10. November 2017 erschien der gleichnamige Soundtrack von Alfonso Vilallonga.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist das Jahr 1959. Die verwitwete Mittdreißigerin Florence Green lebt in dem Dorf Hardborough an der Küste von Suffolk. Sie beschließt, dort eine Buchhandlung im „Old House“ zu eröffnen, stößt damit jedoch auf Widerstand im Dorf. Neben ihr fokussiert sich die Handlung auch auf Mr. Edmund Brundish, einen alleinstehenden älteren Herrn, der sein Haus nicht verlässt und den ganzen Tag lang Bücher liest.

Anfangs hört Florence nur negative Meinungen zu ihrem Vorhaben. Wortführerin ist Mrs. Violet Gamart, Ehefrau eines Generals, auf deren Party Florence eingeladen wird. Violet möchte ein Kulturzentrum im „Old House“ errichten und setzt alles daran, Florences Buchladen-Projekt zu verhindern. Auf der Party lernt sie auch den aufdringlichen Milo North kennen, Mitarbeiter der BBC und Unterstützer von Violet. Doch trotz aller Versuche Violets, Florence Green das Projekt auszureden, eröffnet diese ihren „The Old House Bookshop“, der zu einem Erfolg wird.

Um sich die Arbeit zu erleichtern, stellt Florence die Schülerin Christine Gipping ein, mit der sie sich anfreundet. Sie erhält bald Buchbestellungen von Edmund Brundish, und zwischen den beiden entsteht zunächst über Briefe, dann in persönlichen Begegnungen eine Verbundenheit. Über einen Tipp von Buchhändlerin Florence entdeckt der zunächst skeptische und wählerische Vielleser Brundish die Science-Fiction von Schriftsteller Ray Bradbury für sich, nämlich durch den Roman Fahrenheit 451.

Milo North gibt Florence das Buch „Lolita“ zur Ansicht, in der Hoffnung, sie werde es ihrer Buchhandlung anbieten. Der dann sicher zu erwartende Trubel über das umstrittene Buch sollte ihr Probleme bereiten. Unsicher, ob sie das Buch wirklich in ihrer Buchhandlung verkaufen will, bittet sie Edmund Brundish um seine ehrliche Meinung. Brundish rät ihr, „Lolita“ zu verkaufen, und beide verabreden sich zu einem weiteren Treffen. „Lolita“ verursacht bei der Dorfbevölkerung, wie zu erwarten war, einen ziemlichen Aufruhr. Violet Gamart reicht eine Klage ein, in der sie argumentiert, die Aufmerksamkeit, die das Buch im Schaufenster errege, belästige sie. Sie fordert, den Verkauf des Buchs unverzüglich einzustellen, kann sich aber schließlich nicht mit diesem Ansinnen durchsetzen.

Doch Violet gibt nicht auf. Ihr Neffe findet einen Gesetzesparagraphen, durch den der Zugriff der Behörden auf Gebäude von historischer Bedeutung ermöglicht wird. Es ist Violets letzter Schachzug, um an das „Old House“ zu gelangen. Außerdem erhält Christine Gipping von einem Inspektor, der überprüft, ob Schulkinder in ihrer Freizeit arbeiten, das Verbot, in der Buchhandlung zu arbeiten.

Immer mehr Steine werden Florence in den Weg gelegt, und in ihrer Verzweiflung trifft sie sich erneut mit Edmund Brundish. Er verspricht ihr, mit Violet zu reden. Hier wird deutlich, wie nah sich die beiden gekommen sind, als sie lange Wange an Wange verharren, und er sich mit einem Handkuss von ihr verabschiedet. Als Edmund Brundish sich am folgenden Tag mit Violet trifft, zeigt sie sich uneinsichtig und weist ihn auf das betreffende Gesetz hin. Aufgebracht verlässt er ihr Haus. Auf dem Heimweg bricht er zusammen und stirbt vor seinem Haus.

Violet kann sich schließlich durchsetzen. Mit Hilfe von Paragraphen und nach der Begutachtung der Buchhandlung durch einen Inspektor wird das Haus als unbewohnbar eingestuft. Laut Milo North, der kurzzeitig als Aushilfe bei Florence gearbeitet hat, verursachte es ihm körperliche Beschwerden.

Florence sieht sich gezwungen, den Laden „The Old House Bookshop“ aufzugeben und verlässt Hardborough. Bereits auf der Fähre, auf dem Weg in eine andere Stadt, sieht sie Christine Gipping am Steg stehen, die das Buch „A High Wind in Jamaica“ in den Händen hält, das Florence ihr empfohlen hatte. Im Hintergrund steigt Rauch auf, wo das „Old House“ steht. Christine hatte es mit dem Petroleumofen in Brand gesetzt.

Am Ende stellt sich heraus, dass die erwachsene Christine Gipping die Erzählerin der Geschichte ist, die einen eigenen Buchladen eröffnet hat und sich an Florence erinnert.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschsprachige Synchronisation entstand durch die RRP Media in Berlin nach einem Dialogbuch von Matthias Müntefering unter der Dialogregie von Torsten Sense.[3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Florence Green Emily Mortimer Anna Grisebach
Edmund Brundish Bill Nighy Frank Glaubrecht
Violet Gamart Patricia Clarkson Gertie Honeck
Christine Gipping Honor Kneafsey Naomi Hadad
Mrs. Gipping Lucy Tillett Dana Friedrich
Milo North James Lance Frank Röth
Wally Harvey Bennett Lukas Müntefering
Mr. Raven Michael Fitzgerald Axel Lutter
Mr. Thornton Jorge Suquet Karlo Hackenberger
Mr. Keble Hunter Tremayne Hans Hohlbein
Jessie Welford Frances Barber Heidi Weigelt
Kattie Charlotte Vega Jessica Walther-Gabory
Erzählerin Julie Christie (Stimme) Karin Buchholz

Buch und Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gewann Der Buchladen der Florence Green den Preis für die international beste Buchverfilmung auf der Frankfurter Buchmesse. Kritiker sprachen sogar davon, dass der Film zu nah am Buch gewesen sei.

Beide Medien haben eines gemeinsam: Es gelingt ihnen, mit einer ruhigen Erzählung eine trotzdem beklemmende Situation zu erschaffen. Als ein wesentlicher Unterschied fällt auf, dass der Film versucht, einige Lücken zu füllen, die das Buch gelassen hat.

Bill Nighy erklärte in einem Interview, dass Isabel Coixet vor allem auf die Beziehung zwischen Edmund Brundish und Florence Green Einfluss genommen habe.[4] Die Regisseurin lässt diese als eine viel intensivere und reichere Begegnung erscheinen, als es die Buchautorin getan hatte, und macht dadurch genauer verständlich, was die beiden im Grunde verbindet. Im Buch findet sich die Formulierung, dass „Einsamkeit und Einsamkeit“ einander begegnet seien, doch die kurzen Briefwechsel sowie ein Treffen geben kaum Aufschluss darüber, warum Edmund Brundish und Florence Green eine gewisse Liebe füreinander empfinden. Dagegen gelingt es dem Film durch die Ergänzung von Dialogen, Szenen und symbolischen Bildern, der Geschichte dieser beiden Menschen mehr Tiefe zu verleihen und so den Eindruck zu verstärken, dass hier zwei „Weg-Gefährten“ aufeinander getroffen sind.

Eine weitere Akzentverschiebung besteht darin, dass sich das Buch vor allem mit der Unterdrückung einer Träumerin und dem Ausnutzen von Macht beschäftigt, während der Film als die eigentliche größte Liebesgeschichte die Liebe zum Buchladen und zur Literatur in den Mittelpunkt stellt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch gewann den Preis für die beste internationale Buchverfilmung auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2017.[5]

Im selben Jahr wurde der Film für 12 Goya Awards nominiert. Am 3. Februar 2018 gewann er davon drei, nämlich in den Kategorien bester Film, bestes adaptiertes Drehbuch und beste Regie.[6][7]

Am 28. Dezember 2017 bekam Der Buchladen der Florence Green 12 Nominierungen für die Gaudí Awards und gewann genau einen Monat später in den Kategorien bester Soundtrack und bestes Szenenbild.

Am 13. März 2018 wurde er in vier Kategorien des Platino Awards nominiert, gewann jedoch keinen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der Buchladen der Florence Green. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Der Buchladen der Florence Green. Jugendmedien­kommission.
  3. Der Buchladen der Florence Green. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 15. Mai 2019.
  4. https://www.youtube.com/watch?v=d-WC60ndP_o
  5. https://www.buchmesse.de/en/press/press-releases/2017-10-11-frankfurter-buchmesse-prize-for-best-international
  6. https://www.imdb.com/event/ev0001574/2018/1/
  7. https://variety.com/2018/film/news/isabel-coixet-the-bookshop-spain-2018-goya-awards-1202686680/