Der Distelfink (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelDer Distelfink
OriginaltitelThe Goldfinch
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge150 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieJohn Crowley
DrehbuchPeter Straughan
ProduktionNina Jacobson,
Brad Simpson
MusikTrevor Gureckis
KameraRoger Deakins
SchnittKelley Dixon
Besetzung
Synchronisation

Der Distelfink (Originaltitel The Goldfinch) ist ein Filmdrama von John Crowley, das im September 2019 im Rahmen des Toronto International Film Festivals seine Premiere feierte, am 13. September 2019 in die US-amerikanischen und am 26. September 2019 in die deutschen Kinos kam. Der Film basiert auf einem gleichnamigen Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Tartt aus dem Jahr 2013.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der 13-jährige Theo Decker mit seiner Mutter das New Yorker Metropolitan Museum besuchte, wo ein Terroranschlag verübt wurde, bei dem seine Mutter stirbt, er jedoch überlebt, wird er von einer wohlhabenden Familie aufgenommen. Theo versteckt ein kostbares Gemälde eines holländischen Altmeisters, das er bei dem Bombenanschlag retten konnte. Fortan gilt dieses als verschollen. Es wird zu Theos kostbarstem Schatz und soll seinem Leben eine neue Richtung geben. Unter anderem führt es ihn nach Las Vegas.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literarische Vorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Der Distelfink handelt es sich um den bislang letzten ins Deutsche übersetzten Roman von Donna Tartt

Der Film basiert auf dem vielfach ausgezeichneten Roman Der Distelfink (Originaltitel The Goldfinch) der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Tartt aus dem Jahr 2013. Das Buch erschien in der deutschen Übersetzung von Rainer Schmidt im März 2014 im Goldmann Verlag. 2014 wurde der Roman mit dem Pulitzer-Preis im Bereich Belletristik ausgezeichnet[2] und für den Baileys Women's Prize for Fiction nominiert. Der Roman befand sich 30 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times[3] und verkaufte sich bis Juni 2014 alleine in den USA über 1,5 Mio. mal.[4] Die Filmrechte wurden von Warner Bros. erworben.[5]

Im Roman überlebt der 13-jährige Ich-Erzähler Theodore Decker bei einem Besuch des New Yorker Metropolitan Museums einen Bombenanschlag, seine Mutter wird jedoch getötet. Schwer verletzt stand Theo dem sterbenden Welton Blackwell bei, konnte sich schließlich aus den verwüsteten Museumsräumen befreien und ließ auf Blackwells Drängen hin das Gemälde Der Distelfink des niederländischen Malers und Rembrandt-Schülers Carel Fabritius in einer Plastiktüte mitgehen, das von der Kunstwelt für zerstört gehalten wurde.[6] Das Gemälde begleitet ihn von da an durch die Handlung des Romans. Außerdem hat ihm Blackwell seinen karneolbesetzten Ring anvertraut und ihm den Namen seiner Firma in Greenwich Village genannt. Erst lebt Theo nach dem Vorfall bei einigen wohlhabenden Freunden der Familie in New York, bevor er später unter anderem nach Las Vegas und Amsterdam fährt. Das Gemälde ist die einzige Konstante auf der Reise und auch die einzige Verbindung, die er noch zu seiner verstorbenen Mutter hat und zieht sich wie ein Roter Faden durch die Handlung.[7][6]

Stab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sarah Paulson bei der Premiere des Films in Toronto

Warner Bros. hat sich mit Amazon zusammengetan, um die komplexe Geschichte als Film zu adaptieren, der zuerst im Kino und später beim Streamingdienst des Online-Versandhändlers laufen soll.[8] Als Produzenten fungieren Nina Jacobson und Brad Simpson.

Regie führt John Crowley[9], während Peter Straughan den Roman von Tartt für den Film adaptierte. Crowley war zuletzt als Regisseur der Colm-Tóibín-Verfilmung Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten in Erscheinung getreten. Die Filmmusik wurde von Trevor Gureckis komponiert, der mit seiner Arbeit im Herbst 2018 begann.[10]

Ansel Elgort übernahm die Hauptrolle von Theodore „Theo“ Decker als Heranwachsender, während Oakes Fegley ihn als Kind spielt. Nicole Kidman spielt Mrs. Barbour, die scheinbar kühle, aber freundliche und wohlhabende Pflegemutter von Platt, Kitsey und Andy, die den verwaisten Theo aufnimmt. Finn Wolfhard spielt den jungen Boris, der Sohn eines ukrainischen Emigranten, der Theos enger Freund wird und der als Erwachsener von Aneurin Barnard verkörpert wird. Ashleigh Cummings ist in der Rolle von Theos großer Liebe Pippa zu sehen, die von Aimee Laurence als junges Mädchen gespielt wird. Jeffrey Wright spielt ihren gesetzlichen Vormund Hobie, der auch zu Theos Mentor wird. Luke Wilson spielt Theos Vater Larry Decker, ein gescheiterter Schauspieler, der zum Spieler und Alkoholiker wurde. Sarah Paulson spielt dessen Freundin Xandra.

Dreharbeiten und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten wurden am 23. Januar 2018 in New York begonnen[11] und fanden hier unter anderem auf der Park Avenue statt.[12] Im Februar und März 2018 drehte man im Westchester County im Südosten von New York, so an der Yonkers Stage und in Rye, in der Nähe der Westchester Avenue.[13] Weitere Aufnahmen entstanden in Albuquerque[14] und Amsterdam. Als Kameramann fungierte Roger Deakins.[15][16]

Ende Mai 2019 wurde ein erster Trailer vorgestellt.[17] Der Film wurde am 8. September 2019 beim Toronto International Film Festival erstmals gezeigt.[18] Am 13. September 2019 kam er in die US-amerikanischen Kinos. Am 26. September 2019 kam er in die deutschen Kinos[19] und soll am 10. Oktober 2019 in die Schweizer[17] und am 11. Oktober 2019 in die österreichischen Kinos kommen.[20]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[21] In Deutschland wurde er von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt stieß der Film auf eher negative Kritiken.[22]

Die Filmkritikerin Antje Wessels schreibt, obwohl es gerade an der ersten Hälfte von Der Distelfink nichts auszusetzen gebe, springe der emotionale Funke nur sehr langsam über, und in der zweiten Hälfte komme dann auch noch hinzu, dass der Geschichte durch ihre Verortung im weitaus weniger interessanten Hier und Jetzt spürbar die Puste ausgehe. Auch wenn sich das Skript von Drehbuchautor Peter Straughan genügend Zeit für jede einzelne Station in Theos Leben nimmt, bleibe der eigentlich so notwendige emotionale Punch aus, wodurch der Zuschauer bis zuletzt nur ein nüchterner Betrachter der Geschehnisse bleibe, so Wessels, auch wenn sich Nicole Kidman aufopferungsvoll um den besten Freund ihres Sohnes kümmert oder ihn an den gewalttätigen Vater abgeben muss. Dem Regisseur John Crowley gelinge es nicht, unter den exzellent komponierten Bildern von Kameramann Roger Deakins so etwas wie einen emotionalen Kern auszumachen, auch wenn gar nicht so leicht festzumachen sei, woran das eigentlich liege, da gerade Oakes Fegley schließlich eine formidable Leistung als vom Schicksal gebeutelter Teenager abliefere.[6]

Peter Osteried von der Gilde deutscher Filmkunsttheater findet, im Film gehe alles Hand in Hand: "Eine exakt erzählte, charakterlich tiefgreifende Geschichte, eine den Zuschauer umschmeichelnde Musik, eine imposante Inszenierung, Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen, und ein Ensemble, das von den Jungdarstellern um Newcomer Oakes Fegley bis zu den gestandenen Mimen wie Ansel Elgort und Jeffrey Wright, nicht erlesener sein könnte. Am Ende steht ein Film, den man nicht mehr vergisst."[23]

Lida Bach schreibt auf filmrezension.de, dass "die pompös den Wert von Authentizität beschwörende Inszenierung selbst zum kümmerlichen Abklatsch eines prestigeträchtigen Originals" gerate. "Vor erschöpfender Belanglosigkeit bewahren John Crowleys überlangen Kunstraub-Krimi weder die untrennbar mit seiner Historie verknüpfte Faszination des Titelbildes noch die Qualität Donna Tartts Pulitzer-gekrönter Vorlage." Ohne Kenntnis des Romans sei die Filmhandlung kaum verständlich."[24]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Katrin Fröhlich im Auftrag der FFS Film- & Fernseh-Synchron GmbH, Berlin.

Schauspieler Deutsche Synchronstimme Rolle
Finn Wolfhard Oliver Szerkus Boris (jung)
Nicole Kidman Petra Barthel Mrs. Barbour
Ashleigh Cummings Lea Kalbhenn Pippa

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Der Distelfink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der Distelfink. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 192456/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. 2014 Winners and Finalists. In: pulitzer.org. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. „The Goldfinch“ filming in Albuquerque this month. In: ruidosonews.com, 5. April 2018.
  4. Husna Haq: Donna Tartt's 'The Goldfinch' is the newest bestseller to weather backlash. In: csmonitor.com, 24. Juni 2014.
  5. Claire Fallon: Warner Brothers Acquires Movie Rights To Donna Tartt's 'The Goldfinch'. In: huffingtonpost.com, 29. Juli 2014.
  6. a b c Antje Wessels: Der Distelfink. In: wessels-filmkritik.com, 16. September 2019.
  7. Larry Bartleet: Art theft, intoxication and a Pulitzer: what you need to know about Finn Wolfhard’s next film, The Goldfinch. In: nme.com, 24. Januar 2018.
  8. Björn Becher: Roman-Meisterwerk "Der Distelfink": Ansel Elgort als Hauptdarsteller. In: filmstarts.de, 4. Oktober 2017.
  9. Justin Kroll: John Crowley Eyed to Direct Adaptation of ‘The Goldfinch’. In: Variety, 20. Juli 2016.
  10. Trevor Gureckis Scoring John Crowleys the Goldfinch filmmusicreporter.com, 27. November 2018
  11. Warner Bros. and Amazon Studios Start Filming The Goldfinch. In: comingsoon.net, 23. Januar 2018.
  12. Robbie Whiteman: Rolling back the years! Nicole Kidman looks years younger than 50 on The Goldfinch set after playing an older version of her character. In: dailymail.co.uk, 12. März 2018.
  13. Jordan Fenster: Nicole Kidman movie 'The Goldfinch' films in Westchester. In: lohud.com, 20. Februar 2018.
  14. Adrian Gomez: 'The Goldfinch' to be filmed in Albuquerque. In: abqjournal.com, 2. April 2019.
  15. Zack Sharf: Roger Deakins is Filming ‘The Goldfinch’ Next, But Might Not Reunite With Denis Villeneuve For ‘Dune’. In: indiewire.com, 4. Oktober 2017.
  16. Adrian Pennington: A way of seeing: In conversation with Roger Deakins. In: ibc.org, 16. Mai 2018.
  17. a b Basierend auf dem Bestseller: Erster Trailer zu „The Goldfinch“ mit Ansel Elgort und Nicole Kidman. In: outnow.ch, 30. Mai 2019.
  18. Kate Erbland: TIFF Reveals First Slate of 2019 Films, Including ‘Joker,’ ‘Uncut Gems,’ ‘Knives Out,’ and More. In: indiewire.com. Abgerufen am 23. Juli 2019.
  19. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 13. Juli 2019.
  20. Oktober 2019. In: skip.at. Abgerufen am 1. Juni 2019.
  21. https://m.the-numbers.com/movie/Goldfinch-The-(2019)#tab=summary
  22. https://www.rottentomatoes.com/m/the_goldfinch
  23. https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/der-distelfink/
  24. filmrezension.de - online-magazin für filmkritik. Abgerufen am 18. September 2019.