Der Graf von Monte Christo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Der Graf von Monte Christo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Alexandre Dumas, Foto von Nadar.

Der Graf von Monte Christo (orig. Le Comte de Monte-Cristo) ist ein Abenteuerroman von Alexandre Dumas.

Zwischen 1844 und 1846 veröffentlichte Dumas den Graf von Monte Christo als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Le Journal des débats und erzielte damit ungeahnten Erfolg. Noch bevor der Roman fertiggestellt war, erschienen bereits die ersten Nachdrucke, gefolgt von immer neuen Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Bis heute gilt er als eines der international berühmtesten Werke der französischen Literatur, was sich in einer großen Zahl zum Teil sehr erfolgreicher Adaptionen ausdrückt.

Die Geschichte spielt in der Zeit nach der Französischen Revolution in den Jahren 1814 bis 1838. Napoleons Stern ist untergegangen, und die Restauration unter den Königen Ludwig XVIII. und Karl X. hat stattgefunden. Dann folgt die Julirevolution von 1830, durch die der „Bürgerkönig“ Louis-Philippe I. auf den Thron kommt.

Zusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom höchsten Glück in den tiefsten Abgrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der junge Seemann Edmond Dantès kehrt mit der „Pharao“, einem Schiff des Reeders Morrel, am 24. Februar 1815 nach Marseille zurück. Dantès, der an Bord Erster Offizier ist, genießt die Wertschätzung Morrels und soll zum Kapitän befördert werden. Auch sein privates Glück scheint perfekt: Er liebt die schöne Katalanin Mercédès, die Hochzeit des Paares ist beschlossene Sache.

Während der Fahrt der „Pharao“ ist der bisherige Kapitän Leclère, ein Anhänger Napoleons, verstorben. Auf dem Sterbebett vertraute er Dantès ein Paket an und befahl ihm, es dem Großmarschall Henri-Gratien Bertrand auf der Insel Elba auszuhändigen, wohin Napoleon ins Exil verbannt wurde. Dantès erfüllt den letzten Wunsch des Kapitäns, erhält auf Elba wiederum einen Brief Napoleons und den Auftrag, diesen in Paris einem bestimmten Mann zu überbringen.

Dantès merkt in seiner Unerfahrenheit und Naivität nicht, wie seine glücklichen Lebensumstände von Neidern in seiner Umgebung aufgenommen werden, die er für seine Freunde hält: Danglars, Zahlmeister an Bord der „Pharao“ und neidisch auf Dantès’ steile Karriere, belauscht das Gespräch zwischen Dantès und Leclère und beobachtet Dantès’ Aktivitäten auf Elba mit Argwohn. Fernand Mondego, ein mittelloser katalanischer Fischer von impulsivem Temperament, liebt Mercédès (die seine Cousine ist) mit wildem Begehren und würde alles tun, um Dantès loszuwerden.

Am Vorabend der Hochzeit von Dantès und Mercédès spinnt Danglars eine Intrige gegen Dantès, indem er ihn als bonapartistischen Agenten denunziert: Er entwirft einen Denunziationsbrief, den er zerknüllt und wegwirft. Fernand hebt den Brief anschließend auf und bringt ihn heimlich zur Post. Zeuge der Verschwörungsszene wird Caderousse, ein Nachbar von Dantès, der in seiner Trunkenheit aber nicht eingreift. Während der Hochzeitsfeier am folgenden Tag, noch vor der Eheschließung, wird Dantès verhaftet und dem stellvertretenden Staatsanwalt (Substitut) Gérard de Villefort vorgeführt. Villefort, der vor dem Verhör seine Verlobung mit Renée de Saint-Méran gefeiert hat, erkennt schnell die Unschuld des jungen Mannes und will ihn gerade wieder in die Freiheit entlassen, als er erfährt, an wen der kompromittierende Brief Napoleons adressiert ist: an seinen eigenen Vater, Noirtier de Villefort. Dieser ist ein bekannter Parteigänger Napoleons, während sein Sohn die Interessen des jetzt herrschenden Königshauses vertritt. Würde die Affäre um den Brief bekannt, könnte dies seiner Karriere großen Schaden zufügen. Deshalb verbrennt Villefort den Brief und schickt Dantès ohne Gerichtsverhandlung in das berüchtigte Gefängnis Château d’If, eine Festungsinsel vor der Küste von Marseille.

Kerkerhaft, Flucht und Reichtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dort verbringt Dantès unschuldig 14 Jahre in Kerkerhaft. Er verzweifelt und beschließt, Selbstmord zu begehen, indem er keine Nahrung mehr zu sich nimmt. Kurz vor seinem Tod hört er Klopfgeräusche, und sein Lebenswille kehrt zurück. Die Geräusche stammen von dem Gefangenen Abbé Faria, der einen Tunnel gräbt, sich in seinen Berechnungen geirrt hat und so den Weg in Dantès’ Zelle findet. Zwischen Dantès und Faria entsteht eine innige Freundschaft, und der alte Geistliche, der von großer Gelehrsamkeit ist, wird für Dantès ein Mentor und väterlicher Freund. Er erteilt Dantès Unterricht in einer Vielzahl von Wissenschaften und Sprachen. Es gelingt Faria, die Ursache von Dantès’ Verhaftung und Einkerkerung zu rekonstruieren. Daraufhin schwört Dantès sich selbst unerbittliche Rache an denen, die sein Lebensglück zerstört haben.

Montecristo

Während ihrer täglichen Gespräche graben sie einen weiteren Tunnel, der sie in die Freiheit führen soll. Faria erlebt die Fertigstellung des Tunnels nicht mehr, sondern erleidet einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmt. Einen dritten, tödlichen Anfall erwartend, vertraut er Dantès sein größtes Geheimnis an: das Wissen um einen Schatz, der die Reichtümer des Grafengeschlechts Spada begründete und im 15. Jahrhundert vom damaligen Grafen Spada aus Furcht vor den mörderischen Machenschaften des Papstes Alexander VI. und dessen Sohn Cesare Borgia auf der unbewohnten Insel Montecristo vergraben wurde. Faria war Privatsekretär des letzten Grafen der nun ausgestorbenen Adelsfamilie. Er bestimmt Dantès zu seinem Erben und vermacht ihm den Schatz.

Nach dem Tod Farias wird dessen Leichnam von den Wärtern in einen Leichensack eingenäht, um ihn in die See zu werfen. In einem unbeobachteten Moment gelingt es Dantès, den Platz im Leichensack statt der Leiche einzunehmen, und er wird über die Festungsmauer ins Meer hinabgeworfen. Er befreit sich aus dem Leichensack und wird von einem Schmugglerboot gerettet. Er bleibt einige Monate bei der Schmugglerbande und dient ihnen als Seemann. Bei einem Zwischenstopp auf der Insel Montecristo findet Dantès den Schatz, der, wie sich herausstellt, von ungeheurem Wert ist, und kehrt als reicher Mann nach Frankreich zurück.

Belohnung der Wohltäter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier stellt er Nachforschungen an: über seine einstigen Freunde und über diejenigen, denen er Rache geschworen hat. Dabei tritt er in verschiedenen Verkleidungen und unter verschiedenen Namen auf: als exzentrischer Lord Wilmore, als italienischer Geistlicher namens Abbé Busoni und als geheimnisvoller Sindbad der Seefahrer.

Er besucht Caderousse, seinen einstigen Nachbarn, der jetzt einen heruntergekommenen Landgasthof führt. Von ihm bekommt Dantès in Gestalt des Abbé Busoni die Bestätigung, dass die von Faria rekonstruierte Verschwörung der Wahrheit entspricht. Von ihm erfährt er auch, dass die Beteiligten gesellschaftlich aufgestiegen sind und hohe Positionen bekleiden: Danglars ist durch Börsenspekulation zu Reichtum gekommen, er ist jetzt Baron und vermögendster Bankier von Paris; Villefort ist königlicher Prokurator und verkörpert Recht und Gesetz im Königreich; und Mondego hat militärisch Karriere gemacht und ist für seine Verdienste bei der Verteidigung von Janina gegen die Türken zum Comte de Morcerf ernannt worden. Mehr noch: Mondego heiratete Mercédès, und aus der Ehe ging ein Sohn hervor, Albert de Morcerf.

Sein eigener Vater Louis Dantès, so erfährt Edmond weiter, ist an Hunger und Gram gestorben. Sein einstiger Förderer, der Reeder Morrel, der als ein aufrichtiger und moralisch integrer Charakter geschildert wird, hat mehrere geschäftliche Rückschläge hinnehmen müssen und steht kurz vor dem Bankrott. Morrels tüchtige Kinder Julie und Maximilian Morrel müssen mit ansehen, wie sich alle Hoffnungen ihres Vaters zerschlagen. Morrel will sich erschießen, um die Schande des Bankrotts nicht erleben zu müssen. In dieser Situation der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung greift Dantès als rettender Engel ein: Zuerst kauft er alle Schuldscheine Morrels auf und begleicht somit die Schulden, danach ersetzt er die gesunkene „Pharao“ samt deren Fracht durch ein neues Schiff und rettet so Leben und Ehre des Reeders. In einem Abschiedsbrief unterschreibt der geheimnisvolle Retter mit „Sindbad der Seefahrer“.

Bestrafung der Verschwörer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neun Jahre später beginnt Dantès seinen groß angelegten Rachefeldzug, den er selbst nicht als Rache empfindet; statt als Beleidigter, dem eine Vergeltung zusteht, sieht er sich als personifizierte Strafe Gottes. Er hat sich eine neue Identität geschaffen als Graf von Monte Christo, ein düster-grimmiger Aristokrat von unermesslichem Reichtum, vollendeten Manieren und rätselhafter Herkunft. In Rom begegnet er Albert de Morcerf und dessen Freund Franz d’Epinay, mit denen er den Karneval feiert. Albert wird von der römischen Räuberbande um Luigi Vampa entführt, die ein Lösegeld fordert. Der Graf von Monte Christo, der mit Vampa freundschaftliche Verbindungen unterhält, „rettet“ Albert aus seiner Gefangenschaft und wird daraufhin nach Paris eingeladen.

In Paris angekommen, erregt der Graf mit seiner luxuriösen Lebensführung und seinem exotischen, orientalisch gefärbten Geschmack Aufsehen in der adligen Gesellschaft. Er verkehrt freundschaftlich mit den Familien Danglars, Morcerf und Villefort. Von Danglars lässt er sich einen „unbegrenzten“ Kredit einräumen, den er zunächst auf 6 Millionen Franken beschränkt. Durch Manipulation der Börse sowie ein Ehe-Arrangement zwischen Danglars’ Tochter Eugenie und dem angeblich steinreichen Adligen Andrea Cavalcanti, der sich dann aber als entflohener Sträfling entpuppt, versetzt er Danglars’ Existenz schwere Schläge. Der Abruf des 6-Millionen-Kredits treibt Danglars schließlich in den Ruin. Danglars flieht nach Italien, wo er von Luigi Vampas Banditen gefangengenommen wird.

Durch das Eingreifen des Grafen von Monte Christo kommt die Wahrheit über die Umstände ans Licht, unter denen der hoch angesehene Offizier Fernand Mondego sein Glück machte. Bei der Belagerung von Janina durch die Türken beging er Verrat an seinem Befehlshaber Ali Pascha, dem Herrscher von Janina. Dessen Tochter Haydée verkaufte er als Sklavin. Haydée, die später von Monte Christo freigekauft wurde und bei ihm ein zurückgezogenes Leben in fürstlichem Luxus führt, tritt als Zeugin vor der hohen Pairskammer auf: Mondego ist entehrt, und sein Sohn fordert daraufhin den Grafen von Monte Christo zum Duell. Infolgedessen wendet sich die Gräfin von Morcerf, Mercédès, an den Grafen von Monte Christo und bittet ihn um Gnade für ihren Sohn. Sie gesteht nun auch, dass Sie nichts vom Verrat Fernands wusste und dass sie ihn erkannt hat. Sie appelliert an das Gewissen des Grafen und nennt ihn bei seinem wahren Namen, Edmond Dantès, der sich aufgrund dieser plötzlichen Offenbarung dazu verpflichtet, Albert nicht zu töten. Er macht ihr aber klar, dass er es nun sein werde, der bei dem Duell sterben wird, was Mercedes annimmt. Bei dem anstehenden Duell am Morgen des nächsten Tages entschuldigt sich Albert jedoch bei dem Grafen von Monte Christo und erklärt ihm, er wisse jetzt um die wahren Beweggründe um die Entehrung seines Vaters und verstehe sie. Er dankt Monte Christo auch dafür, dass er keine größere Rache genommen hat, denn auch das würde er jetzt verstehen. Fernand Mondego stellt daraufhin den Grafen von Monte Christo in seinem Anwesen zur Rede und fordert ihm zu Duell. Dieser enthüllt ihm nun seine wahre Identität, worauf Mondego flieht und kurze Zeit später Selbstmord begeht.

Der Graf von Monte Christo deckt noch ein weiteres furchtbares Geheimnis auf: Villefort und die Baronin Danglars haben zwanzig Jahre zuvor ein Verhältnis gehabt. Heimlich brachte sie in einem Landhaus in Auteuil ein Kind zur Welt. Villefort lässt die Baronin im Glauben, es sei tot geboren und vergräbt es in einem Koffer im Garten. Just in diesem Moment lauerte ihm Bertuccio auf, ein korsischer Schmuggler, der von Villefort Monate zuvor unrecht behandelt worden war, woraufhin er ihm Blutrache geschworen hatte. Bertuccio stach Villefort nieder und raubte den Koffer, ist aber verblüfft, als er darin keine Schätze, sondern ein Kind findet. Er entdeckte, dass das darin befindliche Neugeborene noch am Leben war, und übergab es seiner Schwägerin, die das Kind „Benedetto“ nannte und aufzog.

Benedetto entwickelte sich schon früh zu einem Kriminellen, wurde Sträfling, entkam der Gefangenschaft und wurde vom Grafen von Monte Christo nach Paris geholt. Es stellt sich heraus, dass Benedetto identisch mit dem falschen Andrea Cavalcanti ist. In dessen Gerichtsverhandlung, bei der Villefort die Anklage vertritt, deckt Cavalcanti die Geschichte seiner Herkunft auf und stürzt Villefort ins Verderben. Anwesend ist auch die von Danglars entlassene Baronin von Danglars, die bei der Offenbarung Benedettos in Ohnmacht fällt, handelt es sich doch bei dem ihrer Tochter ehemals zugedachten Mann ebenfalls um ihr Kind. Aber es kommt noch schlimmer: Villeforts Frau Héloise begeht mehrere Giftmorde, um ihrem abgöttisch geliebten Sohn Edouard das gesamte Familienerbe zuzuschanzen. Verursacher ist ironischerweise auch hier Monte Christo, der sie auf das Gift aufmerksam gemacht hat. Der Tod trifft den Grafen und die Gräfin de Saint Méran (die Eltern der ersten Frau Villeforts, also Valentines Großeltern) sowie, anstelle Villeforts Vater Noirtier, dessen Diener Barrois. Als Monte Christo aber von Maximilian Morrels Liebe zu Valentine von Villefort erfährt, versucht er verzweifelt, sie und Noirtier vor der mordenden Hand zu schützen, was ihm auch gelingt. Als Héloise Villefort von ihrem Mann der Giftmischerei überführt wird, begeht sie Selbstmord und nimmt Edouard mit in den Tod. Villefort, erschüttert von diesen Schicksalsschlägen, wird wahnsinnig.

Nach diesem schrecklichen Verlauf der Ereignisse bekommt der Graf von Monte Christo das Gefühl, dass er in seiner Rache zu weit gegangen ist. Ein Besuch im Kerker, in dem er 14 Jahre unschuldig einsaß, beruhigt aber sein Gewissen wieder. Er ordnet jedoch bei Vampa die Freilassung Danglars’ an und gibt sich ihm zu erkennen. Er überlässt Danglar ein bescheidenes Vermögen, nachdem er ihm das bei der Flucht aus Paris zusammengeraubte Vermögen abnehmen ließ, und verzichtet darauf, ihn verhungern zu lassen, so wie es seinem Vater nach Edmond Dantès Verhaftung erging und er es Danglars als Verursacher seiner Tragödie zugedacht hatte. Er schenkt dem Liebespaar Maximilian Morrel und Valentine de Villefort seine Güter in Frankreich und zieht sich mit Haydée, die ihn liebt, an einen unbekannten Ort zurück. Mercédès und ihr Sohn Albert gehen ebenfalls fort: Mercédès nach Marseille, um dort in einem Kloster aufgenommen zu werden, Albert nach Algerien, wo er sich in der Armee unter dem Geburtsnamen seiner Mutter einschreiben lässt in der Hoffnung, die Schmach, die sein Vater über die Familie gebracht hat, zu tilgen. Nach unerbittlicher Rache endet der Roman in einer versöhnlichen und nachdenklichen Stimmung.

Beziehungsgeflecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beziehungsgeflecht im Roman Der Graf von Monte Christo

Es kommt eine große Anzahl an Personen im Buch vor, von denen einige in ganz besonderen Beziehungen zueinander stehen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dies ist der einzige Gegenwartsroman von Dumas. Die Rückkehr des Helden fällt in jene nachnapoleonische Zeit, als das Motto „Bereichert euch“ (Enrichissez-vous) herrschte. Präzise und teils auch satirisch wird das Epochenbild bis zur Julirevolution von 1830 dargelegt, also die Zeit von Louis-Philippe I.[1] Aber auch der Protagonist ist von Kritik nicht ausgenommen. Der nun als Mammon auftretende Graf, Herrscher über Leben und Tod, befeuert durch Reichtum und unheimlichen Rachedurst, flieht (nach Entsagung der Welt) zum Schluss in die Einsamkeit.

Auch Dumas, zuvor noch im Schloss Monte Christo mit Haremsdamen vergnüglich, musste ein Leben auf der Flucht vor Gläubigern führen. Trotz seiner über 300 Romane starb er mit 68 Jahren ohne einen Sou.[2] Im Namen des Grafen steckt der Name „Christ“ des göttlichen Plans, aber die Grundlage dessen, das Verzeihen, gelingt dem Grafen nicht mehr.[1]

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk von Dumas hat viele nachfolgende Künstler beeinflusst und wurde zu einem Klassiker der Weltliteratur. Die sehr bekannte meistverkaufte kubanische Zigarrenmarke Montecristo wurde nach seinem Werk benannt. In den kubanischen Zigarrenmanufakturen war (und ist) es ein Teil der Arbeitsorganisation, dass an jedem Arbeitstag einer der Torcedores, statt Zigarren zu rollen, aus Büchern vorliest. Darunter war auch der „Graf von Monte Christo“ sehr beliebt – so kam die Zigarrenmarke zu ihrem Namen.

Bearbeitungen des Stoffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele der angebotenen Buchausgaben sind gekürzt, ohne dass dies angegeben ist.

Beim dtv-Verlag gibt es die momentan (Stand: 20. August 2012) einzig erhältliche ungekürzte Ausgabe:

  • Alexandre Dumas: Der Graf von Monte Christo. Mit einem Nachwort von Thomas Zirnbauer und einer Zeittafel. Vollständige Ausgabe. dtv 13955, München 2011, Taschenbuch, ISBN 978-3-423-13955-7.

Die neueste Übersetzung wurde indes 1994 vom Fischer-Verlag vorgelegt:

  • Alexandre Dumas: Der Graf von Monte Christo. Mit sämtlichen Illustrationen der französischen Ausgabe der Edition Jules Ruoff et Cie., Paris 1887. Neue ungekürzte Übersetzung von Xénia Gharbi und Martin Schoske. Fischer 11940/11941/11942, Frankfurt am Main 1994, Taschenbuch (3 Bände; Band 1: ISBN 3-596-11940-5, Band 2: ISBN 3-596-11941-3, Band 3: ISBN 3-596-11942-1).

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl von Verfilmungen des Romans, die sich teils sehr nah am Roman orientieren, teils bei der Drehbuchbearbeitung viele Freiheiten herausnehmen. Die achtteilige Fernsehverfilmung von 1966 und die sechsstündige Fernsehverfilmung von 1979 sind bisher die werkgetreuesten Verfilmungen.

Jahr Filmtitel Produktionsland Regisseur Hauptdarsteller Anmerkungen
1908 Der Graf von Monte Christo Frankreich Victorin Jasset Charles Krauss Stummfilm
1912 Monte Christo USA Colin Campbell Hobart Bosworth Stummfilm
1913 Der Graf von Monte Christo USA James O’Neill Stummfilm
1918 Der Graf von Monte Christo Frankreich Léon Mathot Stummfilmserie, 15 Folgen
1922 Monte Christo USA Emmett J. Flynn John Gilbert Stummfilm
1928 Der Graf von Monte Christo Frankreich Henri Fescourt Jean Angelo Stummfilm
1934 Das Rätsel von Monte Christo Vereinigtes Königreich Rowland V. Lee Robert Donat erste Tonfilmversion
1942 Der Graf von Monte Christo Mexiko Roberto Gavaldón Arturo de Córdova
1942 Der Graf von Monte Christo Frankreich, Italien Robert Vernay Pierre Richard-Willm zweiteilig
1946 Flucht von der Teufelsinsel / Die Rückkehr von Monte Christo USA Henry Levin Louis Hayward
1953 Der Graf von Monte Christo Frankreich, Italien Robert Vernay Jean Marais zweiteilig
1953 El conde de Montecristo Argentinien León Klimovsky Jorge Mistral
1956–1958 Der Graf von Monte Christo Icon fernsehproduktion grau.png Vereinigtes Königreich George Dolenz 39 Folgen
1961 Der Graf von Monte Christo Frankreich, Italien Claude Autant-Lara Louis Jourdan
1964 Der Graf von Monte Christo Italien Virgilio Savona
1966 Der Graf von Monte Christo Icon fernsehproduktion grau.png Italien Edmo Fenoglio Andrea Giordana acht Folgen
1968 Gejagt wie Monte Christo Frankreich André Hunebelle Paul Barge ins 20. Jahrhundert übertragen
1975 Der Graf von Monte Christo Vereinigtes Königreich David Greene Richard Chamberlain
1979 Der Graf von Monte Christo Icon fernsehproduktion grau.png Frankreich
Italien
Deutschland
Denys de La Patellière Jacques Weber sechs Folgen
1979–1980 Die Rache des Samurai Icon fernsehproduktion grau.png Japan Toshihiko Kishida Masao Kusakari 15 Folgen
1988 Узник замка Иф Icon fernsehproduktion grau.png Sowjetunion Георгий Юнгвальд-Хилькевич zweiteilig
1998 Der Graf von Monte Christo Icon fernsehproduktion grau.png Frankreich
Italien
Deutschland
Josée Dayan Gérard Depardieu vier Folgen
2002 Monte Cristo Vereinigtes Königreich
USA
Irland
Kevin Reynolds James Caviezel
2004–2005 Gankutsuō Icon fernsehproduktion grau.png Japan Mahiro Maeda Zeichentrickserie, 24 Folgen

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ChristO, Rockoper. Uraufführung am 11. April 2008 im Staatstheater am Gärtnerplatz/München, Buch und Inszenierung: Holger Hauer, Musik und Liedtexte: Günter Werno, Stephan Lill, Andy Kuntz, Vanden Plas.
  • Der Graf von Monte Christo, Musical. Uraufführung am 14. März 2009 am Theater St. Gallen, Melodien: Frank Wildhorn, Arrangements: Koen Schoots, Orchestration: Kim Scharnberg; Libretto: Jack Murphy. Deutsche Übersetzung von Kevin Schroeder.
  • Der Graf von Monte Christo, Deutsche Erstaufführung 2012 Oper Leipzig, Melodien: Frank Wildhorn, Buch und Songtexte von Jack Murphy, Orchestrierung und Arrangements von Kim Scharnberg und Koen Schoots. Deutsche Übersetzung von Kevin Schroeder.
  • Monte Christo, Bühnenfassung von Susanne F. Wolf. Uraufführung am 19. Juni 2013 bei den Sommerspielen Melk unter der Regie von Alexander Hauer mit Denis Petkovic als Graf von Monte Christo.
  • Der Graf von Monte Christo, Bühnenfassung von Carsten Ramm und Larissa Benszuweit, uraufgeführt an der Badischen Landesbühne Bruchsal, Premiere: 15. Juni 2016; Stückgut Bühnen- und Musikverlag, München

Hörspiel/Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Der Graf von Monte Christo, Hörspielbearbeitung: Peter Folken, Regie: Konrad Halver, EUROPA-Schallplatte, 2005 auf CD erneut aufgelegt
  • 1997: Der Graf von Monte Christo, Hörspielbearbeitung: Helmut Peschina, Regie: Walter Niklaus, Coproduktion: MDR/BR/ORF-Wien als Hörbuch auf 3 CDs bei: Der Hörverlag 2003, ISBN 9783899402520
  • 2003: Der Graf von Monte Christo, Gekürzte Lesung mit Dietmar Mues, JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH, ISBN 9783833731105

Literarische Adaptionen, Bearbeitungen und Fortsetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Le Comte de Monte-Cristo – Quellen und Volltexte (französisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dieter Lamping, Simone Frieling: Allgemeinbildung. Werke der Weltliteratur. Das muss man wissen. Arena Verlag, Würzburg, 2008, S. 159.
  2. Barbara Sichtermann, Joachim Scholl: 50 Klassiker Romane vor 1900. Gerstenberg Verlag, Hildesheim, 2005 (2. überarbeitet Fassung), S. 154.