Der Monat

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Der Monat. Eine internationale Zeitschrift

Beschreibung deutsche Zeitschrift für Politik und Kultur
Erstausgabe 1948
Einstellung 1987
Gründer Melvin Lasky
ISSN (Print)
CODEN MONAAP

Der Monat. Eine internationale Zeitschrift war eine im Jahre 1948 von Melvin Lasky gegründete deutsche Zeitschrift für Politik und Kultur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1948 bis 1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Monat erschien in Berlin-Dahlem und war strikt antikommunistisch ausgerichtet. Als Zeitungsherausgeber fungierte Melvin Lasky, später gemeinsam mit Hellmut Jaesrich. Die Zeitschrift erschien beim Office of Military Government for Germany (U.S.) (US-Militärregierung in Deutschland). Ab April 1960 übernahm Lasky eine Zeitschrift in London und von nun an fungierte Fritz René Allemann als Herausgeber. Der Monat sollte den intellektuellen Austausch insbesondere von liberalen, sozialkritischen und linken Intellektuellen – den sogenannten nichtkommunistischen Linken – im Diskussionsrahmen des Kongresses für kulturelle Freiheit herstellen, wobei antiamerikanisch oder kommunistisch denkende Intellektuelle isoliert bzw. in ihrer öffentlichen Wirksamkeit reduziert werden sollten. 1966 wurde aufgedeckt, dass auch Gelder von der CIA über US-amerikanische Stiftungen in die Zeitschrift flossen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Der Monat an Die Zeit verkauft.

1978 bis 1987[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde die Zeitschrift eingestellt, 1978 jedoch unter dem Titel Der Monat (Neue Folge) wiedergegründet. Der neue Chefredakteur wurde der SPD-Politiker und spätere Kulturstaatsminister der rot-grünen Bundesregierung Michael Naumann. 1987 wurde die Zeitschrift endgültig eingestellt.

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem schrieben für den Monat die Autoren Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Raymond Aron, Saul Bellow, Heinrich Böll, Ralf Dahrendorf, Milovan Djilas, T. S. Eliot, Max Frisch, Hermann Kesten, Arthur Koestler, Irving Kristol, Richard Löwenthal, Peter Härtling, Thomas Mann, Peter de Mendelssohn, Armin Mohler, George Orwell, Hans Sahl, Ernest J. Salter, Ignazio Silone, Hilde Spiel und Peter Szondi.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Hochgeschwender: Freiheit in der Offensive? Der Kongreß für kulturelle Freiheit und die Deutschen. Ordnungssysteme. Studien zur Ideengeschichte der Neuzeit. Band 1. R. Oldenbourg Verlag, München 1998. Rezension hier.[1]
  • Michael Hochgeschwender: American Impact on Western Europe - Americanization and Westernization in Transatlantic perspective. Conference at the German Historical Institute, Washington DC, March 25-27 1999.
  • Marko Martin: Orwell, Koestler und all die anderen. Melvin J. Lasky und ‚Der Monat‘. Mut Verlag, Asendorf 1999, ISBN 3-89182-073-9 (Essay)
  • Marko Martin (Hrsg.): Ein Fenster zur Welt. Die Zeitschrift „Der Monat“. Athenäum-Beltz, Weinheim 2000, ISBN 3-89547-720-6.
  • Frances Stonor Saunders: Wer die Zeche zahlt …: der CIA und die Kultur im Kalten Krieg. Siedler, Bwelin 2001, ISBN 3-88680-695-2.
  • Marko Martin: „Eine Zeitschrift gegen das Vergessen“. Bundesrepublikanische Traditionen und Umbrüche im Spiegel der Kulturzeitschrift „Der Monat“. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2003, ISBN 3-631-51105-1.
  • Joachim Gmehling: Totalitarismustheorien in der jungen BRD : Zur Kritik des Nationalsozialismus und des Sowjetkommunismus in der Zeitschrift „Der Monat“. transcript, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8376-4391-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Geist im Krieg. Der Monat" und der Kongreß für kulturelle Freiheit, FAZ 14.4.1999