Der Prozeß (1962)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Prozeß
Originaltitel Le procès
Produktionsland Frankreich, Italien, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1962
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Orson Welles
Drehbuch Orson Welles
Produktion Alexander Salkind
Michail Salkind
Musik Jean Ledrut
Remo Giazotto
Kamera Edmond Richard
Schnitt Yvonne Martin
Frederick Muller
Orson Welles
(im Abspann unerwähnt)
Besetzung

Der Prozeß ist ein Film von Orson Welles aus dem Jahr 1962. Es handelt sich um eine Verfilmung von Franz Kafkas Roman Der Process.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jemand musste Josef K. verleumdet haben; denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wird er eines Morgens verhaftet.[1] Josef K. weiß allerdings nicht, wessen die Ermittlungsbehörde und das Gericht ihn beschuldigen. Verzweifelt kämpft er gegen die übermächtige Bürokratie des Justizapparats. Es gelingt ihm jedoch nicht herauszufinden, welche Absicht hinter dem Vorgehen des mysteriösen Gerichts steckt. Er muss vielmehr erkennen, dass sein Rechtsanwalt dem Gericht eng verbunden scheint. Beim Versuch, etwas mehr Kontrolle über das Geschehen zu erlangen, gerät er immer tiefer in den Filz aus Justizapparat, seinem Anwalt und verschiedenen Frauen, die in diesem bedrohlichen und beklemmenden Labyrinth aus Abhängigkeiten, devotem Verhalten und unergründlichen Aktenbergen mitarbeiten. Am Ende wird die Behördenwillkür lebensbedrohlich für ihn.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedreht wurde unter anderem in der Gare d'Orsay in Paris, in Rom und in Kroatiens Hauptstadt Zagreb.[2]
  • Der Film hatte in der Bundesrepublik Deutschland am 2. April 1963 Erstaufführung, am 20. April 1966 lief er auf HR III erstmals im deutschen Fernsehen.[3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Filmfassung von Orson Welles, der die Vorlage zu einem düster-expressionistischen Kinoalptraum verdichtet. Die Inszenierung fesselt durch ihre optische Brillanz und durch virtuos verfremdete Schauplätze, wird in ihrem barocken Reichtum an Effekten aber kaum der strengen, beherrschten Erzählweise des Romans gerecht. Der ‚Autor‘ Welles ist immer präsent“

„Von Beginn an war klar, daß die Verfilmung von Kafkas Buch ein gewagtes, wenn nicht sogar unmögliches Unterfangen war. […] In der Zeitschrift cinema 63 stand: ‚Kafka hat durch diese Umwandlung nichts gewonnen, und seine Leser sind zu Recht enttäuscht. Das Kino ist jedoch um einen großen Film reicher geworden. Wer will sich also beklagen?‘“

Jens Golombek: Das große Film-Lexikon: alle Top-Filme von A - Z [4]

„Nicht genug Achtung vor der Schrift oder Wie man eine Verstörung beseitigt“

Rainer von Kügelgen: Kafkas Parabel »Vor dem Gesetz« in Orson Welles Film »Der Prozess«".[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964: Association Française de la Critique de CinémaPrix Méliès (Bester Film)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Kafka: Der Process.
  2. IMDb: Filming locations for Procès, Le (1962), abgerufen am 13. August 2008
  3. a b Der Prozeß im Lexikon des internationalen Films
  4. Jens Golombek: Das große Film-Lexikon: alle Top-Filme von A – Z. Hrsg.: Dirk Manthey u. a. Verlagsgruppe Milchstraße, Hamburg 1995, ISBN 3-89324-126-4, S. 2220.
  5. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 61, 2000, S. 67–92. ISBN 3-924110-61-1