Der Stein des Gockels

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Illustration von George Cruikshank, 1848

Der Stein des Gockels (neapolitanisches Original: La petra de lo gallo) ist ein Märchen (AaTh 560). Es steht in Giambattista Basiles Sammlung Pentameron als erste Erzählung des vierten Tages (IV,1). Felix Liebrecht übersetzte Der Hahnenstein.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aniello verkauft den Gockel, seine letzte Habe zwei Zauberern. Da lauscht er ihnen ab, dass der Stein in dessen Kopf jeden Wunsch erfüllt, und schlachtet ihn selbst. Er wünscht sich wieder jung, bekommt ein Schloss und die Königstochter. Die Zauberer aber drehen seiner Tochter eine tanzende Puppe an und kommen so an den Ring. Der wieder gealterte und verarmte wandert ins Königreich der Mäuse, deren zwei einst in der Kneipe mithörten, dass einer der Diebe den Ring nie ablegt. Bei diesem angekommen, benagt eine seinen Finger im Schlaf, da legt er ihn ab, und die andere trägt ihn weg. Aniello verwandelt die Diebe in Esel, auf denen er den Mäusen Käse bringt. Dann stürzt er die Esel zu Tode und wird vom König gern aufgenommen.

Bemerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vgl. bei Basile V,1 Die Gans. Rudolf Schenda bemerkt, dass schon Plinius der Ältere Steine im Herz von Hähnen erwähnt, denen man magische Kräfte beimaß. Der Stoff finde sich auch in Lorenzo Lippis Epos Malmantile racquistato (Canto IV). Clemens Brentano bearbeitete das Märchen als Das Märchen von Gockel und Hinkel in Italienische Märchen. Kletke übersetzte es als Der Hahnenstein in Märchensaal (Nr. 1). Cirese/Serafini kennen moderne Varianten.[1] Vgl. bei Grimm Nr. 60, 85, 122, 104a. Walter Scherf erklärt das anfängliche Misstrauen der Mäuse mit einer mündlichen Überlieferung, dass die dankbare Katze den Stein durch Fangen einer Maus zurückbringt, die Tanzpuppe mit möglicher byzantinischer Entlehnung wie in Gonzenbachs Vom goldnen Löwen in Sicilianische Märchen (Nr. 68), 1870.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Giambattista Basile: Das Märchen der Märchen. Das Pentamerone. Herausgegeben von Rudolf Schenda. C.H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46764-4, S. 304–309, 551, 603 (nach dem neapolitanischen Text von 1634/36, vollständig und neu übersetzt).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Giambattista Basile: Das Märchen der Märchen. Das Pentamerone. Herausgegeben von Rudolf Schenda. C.H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46764-4, S. 603 (nach dem neapolitanischen Text von 1634/36, vollständig und neu übersetzt).
  2. Walter Scherf: Das Märchenlexikon. Band 1. C. H. Beck, München 1995, ISBN 978-3-406-51995-6, S. 558–559.