Der Teufel trägt Prada

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Filmdaten
Deutscher TitelDer Teufel trägt Prada
OriginaltitelThe Devil Wears Prada
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2006
Länge109[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
JMK 0[2]
Stab
RegieDavid Frankel
DrehbuchAline Brosh McKenna
ProduktionWendy Finerman
MusikTheodore Shapiro
KameraFlorian Ballhaus
SchnittMark Livolsi
Besetzung

Der Teufel trägt Prada (The Devil Wears Prada) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von David Frankel aus dem Jahr 2006. In den Hauptrollen sind Meryl Streep und Anne Hathaway zu sehen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lauren Weisberger aus dem Jahr 2003.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frischgebackene Universitätsabsolventin Andrea Sachs, Andy genannt, übernimmt eine Stelle als zweite Assistentin von Miranda Priestly, der eisigen und sehr anspruchsvollen Chefredakteurin der führenden Modezeitschrift Runway (Bezüge zu Anna Wintour, Chefredakteurin der Vogue, sind unverkennbar). Andy sieht diesen Job als Qualifikation und Sprungbrett für größere Aufgaben. Von Mode hat sie keine Ahnung, hört jedoch von verschiedenen Personen, dass für diesen Job Millionen Frauen töten würden. Die Angestellten, insbesondere die erste Assistentin Emily, machen sich über Andy lustig, da sie in ihren Augen vollkommen unmöglich gekleidet und dazu mit Kleidergröße 36 viel zu dick ist.

Die beruflichen Belastungen der folgenden Wochen sind hoch, die Erwartungen ihrer Chefin erscheinen Andy unerfüllbar. In ihren Bemühungen, den Anforderungen gerecht zu werden, unterstützt sie der künstlerische Leiter Nigel dabei, ihr Auftreten und Erscheinungsbild zu ändern und an die Erwartungen ihrer Mitarbeiter und ihrer Chefin anzupassen. Ihr Ansehen in der Redaktion steigt. Erste Anerkennung von der Chefredakteurin erhält sie, als sie über den Reporter Christian Thompson das Manuskript eines unveröffentlichten Harry-Potter-Bandes für die Kinder ihrer Chefin beschaffen kann. Andy findet an der Glamour-Welt der Mode langsam Gefallen. Andys Verwandlung belastet allerdings das Verhältnis zu ihren Freunden und insbesondere zu ihrem Freund, dem Saucier Nate.

Anstelle von Emily soll Andy Miranda Priestly zur jährlichen Modenschau nach Paris begleiten. Als Andy betont, wie viel die Reise ihrer Kollegin bedeute, entgegnet Miranda, sie müsse das beste Team dabei haben, und dass nur die Teilnahme an der Reise Andys Job sichere. Während Andy Emily anruft und ihr diese Botschaft überbringen möchte, wird ihre Kollegin auf den Straßen New Yorks angefahren und verletzt.

Kurz vor der Paris-Reise stellt Nate Andy zur Rede und sagt ihr, dass sie nun in zwei getrennten Welten lebten und sie in Wirklichkeit eine „Beziehung“ mit ihrer Chefin führe. Andy hält ihm entgegen, dass sich niemand über Mirandas fordernden Führungsstil aufregen würde, wenn sie ein Mann wäre. Da Ihre Chefin sie jedoch in diesem Moment anruft und sie erneut nicht ablehnen kann, beschließt das Paar, sich zu trennen und Paris als Auszeit zu nehmen.

In Paris angekommen, begegnet Andy dem Reporter Christian Thompson wieder. Die beiden verbringen eine Nacht miteinander. Andy erfährt von Thompson, dass Mirandas Stelle durch die Chefredakteurin der französischen Runway, ihrer direkten Konkurrentin, neu besetzt werden soll. Sie versucht, Miranda zu warnen, wird aber abgewiesen. Der künstlerische Leiter Nigel will unterdessen aus der Redaktion aussteigen und den Job des Geschäftsführers eines Modeunternehmens übernehmen. Er freut sich und feiert gemeinsam mit Andy. Während eines Empfangs verkündet Miranda allerdings, die gut bezahlte Stelle des Geschäftsführers solle nicht Nigel, sondern eben jene französische Redakteurin übernehmen, die als ihre Nachfolgerin gehandelt wurde.

Später sitzt Andy während einer Autofahrt mit Miranda auf dem Rücksitz. Miranda offenbart, dass sie von ihrer drohenden Entlassung gewusst und rechtzeitig gehandelt habe: Sie habe dem Besitzer der Zeitschrift gedroht, gemeinsam mit ihr würden die Zeitschrift auch die Modeschöpfer, Redakteure und Models verlassen, die sie im Laufe der Jahre entdeckt habe. Andy betont, dass sie nie tun könne, was Miranda Nigel angetan habe. Diese entgegnet, Andy habe dasselbe bereits ihrer Kollegin Emily angetan. Als Andy zu bedenken gibt, dass sie aber vielleicht nicht so werden wolle wie Miranda, verspottet diese sie und sagt, dass natürlich alle ihr Leben führen wollen würden.

Nach dem Aussteigen entfernt sich Andy unbemerkt aus Mirandas Tross. Miranda bemerkt das Verschwinden und ruft Andy an, diese wirft jedoch ihr Handy in einen Springbrunnen.

Andy bewirbt sich um einen neuen Job als Redakteurin einer New Yorker Zeitung. Miranda schickt ein Fax an den Chef und erklärt, keine ihrer Assistentinnen habe sie so enttäuscht wie Andy, aber er wäre ein Idiot, wenn er sie nicht einstellen würde. Daraufhin gibt er Andy die Stelle. Gleichzeitig findet Nate eine neue Anstellung in Boston. Andy und Nate versöhnen sich wieder.

Etwas später ruft Andy in Mirandas Büro an, um Emily zu bitten, ihr die Kleider aus Paris abzunehmen. Emily gibt sich abweisend, willigt aber ein und lächelt nach dem Telefonat. Danach wendet sie sich an die neue zweite Assistentin, die nun Andys Platz eingenommen hat, und meint, die Fußstapfen, in welche sie nun trete, seien sehr groß.

Andy sieht auf der Straße Miranda, die in ihr Auto einsteigt. Sie winkt ihrer ehemaligen Chefin zu, diese tut jedoch so, als ob sie Andy nicht bemerkt hätte. Im Auto nimmt sie ihre Sonnenbrille ab und lächelt einen kurzen Moment, um dann ihren Fahrer harsch aufzufordern, er solle losfahren.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jump – Madonna
  2. VogueMadonna
  3. Bittersweet Faith – Bitter:Sweet
  4. City Of Blinding Lights – U2
  5. Seven Days In Sunny June – Jamiroquai
  6. Crazy (James Michael Mix) – Alanis Morissette
  7. Beautiful – Moby
  8. How Come – Ray LaMontagne
  9. Sleep – Azure Ray
  10. Feelin' Hypnotized (Black Liquid Remix) – DJ Colette
  11. Tres Tres Chic – Mocean Worker
  12. Here I Am (Kaskade Radio Edit) – David Morales & Tamra Keenan
  13. Suite From The Devil Wears Prada – Theodore Shapiro
  14. Suddenly I SeeKT Tunstall

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei gleichzeitig eine „energiebeladene Satire auf die Modewelt“ und ein „Melodrama“. Er funktioniere als Satire, aber nicht als Melodrama. Berardinelli lobte die „starken“ Darstellungen von Meryl Streep, Stanley Tucci und Emily Blunt. Anne Hathaway fehle es an Präsenz. Der Kritiker schrieb, er habe den Film bis auf die letzte „weinerliche“ halbe Stunde und das „künstliche“ Ende genossen.[3]

Carina Chocano lobte in der Los Angeles Times Meryl Streep in ihrer „komischen Spitzenform“. Die Komödie sei „scharf“ und „überraschend witzig“.[4]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde bei der Interopa Film in Berlin vertont. Alexander Löwe schrieb das Dialogbuch, Oliver Rohrbeck führte die Dialogregie.[5]

Rolle Schauspieler Synchronsprecher
Andy Sachs Anne Hathaway Marie Bierstedt
Miranda Priestly Meryl Streep Dagmar Dempe
Emily Charleton Emily Blunt Bianca Krahl
Nigel Stanley Tucci Lutz Mackensy
Nate Adrian Grenier Julien Haggége
Lily Tracie Thoms Peggy Sander
Doug Rich Sommer Dennis Schmidt-Foß
Christian Thompson Simon Baker Andreas Fröhlich
James Holt Daniel Sunjata Markus Pfeiffer
Serena Gisele Bündchen Tanja Geke
Irv Ravitz Tibor Feldman Bodo Wolf
Stephen James Naughton Reinhard Kuhnert
Richard Sachs David Marshall Grant Hans-Jürgen Dittberner
Jocelyn Rebecca Mader Gundi Eberhard

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar 2007

Golden Globe Awards 2007

British Academy Film Awards 2007

Satellite Awards 2006

  • Beste Hauptdarstellerin (Komödie/Musical) für Meryl Streep
  • Bestes Kostümdesign für Patricia Field
  • Nominierung in der Kategorie Bester Film (Komödie/Musical) für Wendy Finerman

Der Film als Beste Komödie, Emily Blunt, Meryl Streep sowie das aus Meryl Streep und Anne Hathaway bestehende Paar wurden 2006 für den Teen Choice Award nominiert. Meryl Streep wurde 2006 für den Chicago Film Critics Association Award sowie 2007 für den Screen Actors Guild Award und den Online Film Critics Society Award nominiert; sie gewann 2007 den National Society of Film Critics Award. Meryl Streep und Emily Blunt wurden 2007 für den London Critics Circle Film Award nominiert. Meryl Streep und der Film als Beste Komödie wurden 2007 für den Broadcast Film Critics Association Award nominiert.

Aline Brosh McKenna wurde im Jahr 2007 für den Writers Guild of America Award und – gemeinsam mit Lauren Weisberger – für den USC Scripter Award nominiert. Patricia Field wurde 2007 für den Costume Designers Guild Award nominiert. Mark Livolsi wurde 2007 für den American Cinema Editors Award nominiert.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anne Hathaway, Stanley Tucci und Meryl Streep

Die Komödie wurde in den USA am 30. Juni 2006 aufgeführt. In Deutschland kam der Film am 12. Oktober 2006 in die Kinos. Der Titelsong Suddenly I See stammt von KT Tunstall.

Lauren Weisberger ist eine ehemalige Assistentin von Anna Wintour, Chefredakteurin der Vogue. Die Übereinstimmung der Hauptfigur mit Wintour wurde nie bestätigt. Wintour erschien zur Filmpremiere und trug dabei Prada.[6]

In der Romanvorlage fehlt die Intrige um Mirandas Posten, aber auch jede Chance für Andy, zu der ausschließlich erfolgsorientierten Chefin einen menschlichen Kontakt aufzubauen. In der Emily des Films verschmelzen die Romanfigur, die wegen einer Krankheit nicht nach Paris fahren kann, und die Figur der Lilly, Andys bester Freundin. Erst zum Ende des Romans, nach einem schweren Unfall der betrunkenen Lilly, erkennt Andy den Vorrang menschlicher Beziehungen vor dem beruflichen Erfolg und verlässt Paris. Ihr beruflicher Neuanfang gelingt ohne jedes Handeln der früheren Chefin.

Neben Gisele Bündchen haben Heidi Klum, Valentino Garavani und Bridget Hall Cameo-Auftritte.

In dem Spielfilm sind Kleidungsstücke der Mannheimer Modeschöpferin Dorothee Schumacher zu sehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Freigabebescheinigung für Der Teufel trägt Prada. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2006 (PDF; Prüf­nummer: 106 994 K).
  2. Alterskennzeichnung für Der Teufel trägt Prada. Jugendmedien­kommission.
  3. Kritik von James Berardinelli
  4. Kritik von Carina Chocano in der Los Angeles Times, 30. Juni 2006 (Memento des Originals vom 29. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.calendarlive.com
  5. Deutsche Synchronkartei: Deutsche Synchronkartei | Filme | Der Teufel trägt Prada. Abgerufen am 4. April 2018.
  6. Interview mit Meryl Streep in der „Welt“ vom 11. Oktober 2006