Der Triumph des Todes (Pieter Bruegel der Ältere)

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Der Triumph des Todes (Pieter Bruegel der Ältere)
Der Triumph des Todes
Pieter Bruegel der Ältere, um 1562
Öl auf Holz
117 × 162 cm
Museo del Prado, Madrid
Das Gemälde mit Rahmen

Der Triumph des Todes ist ein Gemälde des flämischen Malers Pieter Bruegel der Ältere. Es entstand um das Jahr 1562 in Ölfarben auf Holz und ist heute im Museo del Prado in Madrid ausgestellt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruegels 117 Zentimeter hohe und 162 Zentimeter breite Darstellung ist eingebettet in ein Landschaftspanorama. Hier zeigt der Künstler in vielen Einzelheiten das Szenario, in dem der Tod über Irdisches siegt: Der Himmel ist schwarz gefärbt vom Qualm brennender Städte. Im Hintergrund ist ein Teil des Meeres zu sehen; dort schwimmt kein taugliches Schiff mehr, nur halb versunkene Wracks. Überall sind Leichen verstreut. Den wenigen noch Lebenden nähert sich eine Armee von Skeletten, übermächtig schon durch ihre schiere Überzahl. Die Lebenden fliehen oder versuchen, sich zu verteidigen. In einer Vielzahl von unterschiedlichen Einzelszenen werden verschiedene Arten gezeigt, wie die Skelette ihre Opfer töten, etwa durch Köpfen, Hängen, Rädern, Ertränken oder indem sie Tiere auf sie hetzen. Ein Skelett reitet auf einem rötlichen Pferd über eine Menschenmenge hinweg und schwingt eine Sense, andere nutzen Speere oder Äxte zum Töten. Eine Menge wird in eine mit Kreuzen verzierte Falle getrieben, die wie ein riesiger Sarg aussieht.[1]

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Triumph des Todes ist ein Thema der europäischen Kulturgeschichte seit dem Mittelalter, vor allem in der Bildenden Kunst.[1] Dieses Thema verteilt sich in zahlreichen isolierten Einzelszenen über die gesamte Bildfläche: Vom öden, leicht bergigen Vordergrund, bis hin zum Meer im Hintergrund kämpfen Menschen gegen den übermächtigen Tod, oder werden von ihm geholt, nur der von Flammen erfüllte rollende Höllenofen mit Bullaugen und Mundloch in der Bildmitte ist nicht von Gerippen, sondern von Teufelsfiguren besetzt.[2] Dieser Höllenofen und der ihm vorauseilende Sensenmann sind eine Anspielung auf die Offenbarung des Johannes, in der die Unterwelt dem reitenden Tod folgt.[3]

Die großen Figuren am unteren Bildrand sind Vertreter der Ständegesellschaft: In der linken unteren Ecke liegt ein vollgerüsteter König mit Hermelin und Zepter. Ein Gerippe hält ihm ein Stundenglas vor: Lebens- und Herrschaftszeit sind abgelaufen. Ein zweites Gerippe wühlt inzwischen im Geld und Gold, ein anderes mit Kardinalshut stützt einen niedersinkenden Kardinal, um dessen Fall zu mildern. Schräg dahinter liegt eine tote Mutter: Ein ausgehungerter Hund schnuppert an dem Kind. Ein kniendes Gerippe schneidet einen bis aufs Hemd entkleideten Pilger, der ans Ende seiner Lebensreise gelangt ist, die Kehle durch: selbst ein frommer Lebenswandel schützt nicht vor einem solchen Ende. Um den gedeckten Tisch am rechten Bildrand sind mehrere Szenen angeordnet: Ein Narr kriecht über Spielbrett und Karten unter den Tisch, ein bekleidetes Gerippe mit Menschenmaske schüttet Wein aus, ein Edelmann zieht sein Schwert und ein Gerippe in einer Kutte mit Eselsohren serviert zwei Frauen einen Totenschädel mit Schenkelknochen. Das musizierende Liebespaar in der rechten unteren Ecke ist dagegen ganz auf sich selbst bezogen und lässt sich von dem wüsten Treiben nicht stören, auch nicht von dem Knochenmann, der es bereits begleitet.[2]

Provenienz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemälde gehörte der spanischen Königin Elisabetta Farnese und befand sich 1745 im königlichen Palast La Granja. Von dort gelangte es 1827 ins Madrider Museo del Prado.[1]

Kopien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine auf 1597 datierte Kopie Jan Brueghels des Älteren in Öl auf Leinwand befindet sich in der Alten Galerie Schloss Eggenberg, Graz (Inv.-Nr.: 58)[4], sowie einer weiteren in den Sammlung der Fürsten von Liechtenstein. Eine weitere Version des Bildes malte Pieter Brueghel der Jüngere um das Jahr 1608, das im Bestand des Kunstmuseum Basel ist.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: The Triumph of Death by Peter Bruegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Pawlak: Trilogie der Gottessuche. Pieter Bruegels d. Ä. Sturz der gefallenen Engel, Triumph des Todes und Dulle Griet, Berlin 2011, S. 87–142.
  • Richard B. Woodward: Death Takes No Holiday. In: The Wall Street Journal. 14. Februar 2009 (Artikel online [abgerufen am 23. Januar 2012]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c On-line gallery: The Triumph of Death. Museo del Prado, abgerufen am 1. September 2011 (englisch).
  2. a b Der Triumph des Todes aus der Serie 1000 Meisterwerke. Kommentar von Karlheinz Nowald, gelesen von Rudolf Jürgen Bartsch. RM Arts in Koproduktion mit dem WDR
  3. Ars – Visus – Affectus: Visuelle Kulturen des Affektiven in der Frühen Neuzeit. Herausgegeben von Anna Pawlak, Lars Zieke, Isabella Augart. Walter de Gruyter 2016 S. 166
  4. Alte Galerie Schloss Eggenberg: Triumph des Todes – Jan Brueghel d. Ä. Universalmuseum Joanneum 2018, aufgerufen am 4. Juni 2019
  5. Triumph des Todes, 1608 (?) Inv. G 1995.29. In: Sammlung Online. Kunstmuseum Basel, abgerufen am 9. September 2019.