Der Untergang des Römischen Reiches

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Untergang des Römischen Reiches
Originaltitel The Fall of the Roman Empire
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1964
Länge 173 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Anthony Mann
Drehbuch Ben Barzman
Basilio Franchina
Philip Yordan
Produktion Samuel Bronston
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Robert Krasker
Schnitt Robert Lawrence
Besetzung

Der Untergang des Römischen Reiches (Originaltitel: The Fall of the Roman Empire) ist ein US-amerikanischer Monumentalfilm von Anthony Mann aus dem Jahr 1964.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 180 nach Christus: An den Nordgrenzen des Römischen Reiches beendet Kaiser Marcus Aurelius endlich einen lange dauernden Krieg gegen barbarische Stämme. Der alternde und kriegsmüde Kaiser möchte seinem Reich endlich den dauerhaften Frieden bringen und verkündet die Pax Romana. Er weiß, dass sein einziger Sohn Commodus nicht die Voraussetzungen erfüllt, ein guter Kaiser zu werden und will statt seiner den Militärtribun Livius, den engen Freund von Commodus und Geliebten seiner Tochter Lucilla, zu seinem Nachfolger machen. Doch bevor er das offiziell machen kann, wird er von Anhängern Commodus' ohne dessen Wissen vergiftet. Lucilla hat – trotz ihrer Liebe zu Livius – den König von Armenien geheiratet, um durch diese Verbindung den Frieden mit dem Osten zu sichern; aber ihr größenwahnsinniger Bruder, nun an den Hebeln der Macht, führt Rom rücksichtslos dem Untergang entgegen.

Historische Authentizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie schon aus seinem Titel und mehr noch aus seinem Prolog hervorgeht, soll der Film das Problem der Erklärung des Niedergangs und letztendlichen Verfalls des Römischen Reiches thematisieren. Während sich dieser Prozess in der historischen Wirklichkeit über Hunderte von Jahren hinzog und ein sehr komplexer Vorgang war, beschränkt sich der Film auf einen Zeitraum von etwa zwölf Jahren und schildert exemplarisch für den Niedergang das Ende des „guten“ Kaisers Marcus Aurelius und die anschließende Willkürherrschaft seines Sohnes Commodus.

Obwohl der Kontext des Filmes historisch ist, ist seine Handlung frei erfunden und gibt in keiner Weise die tatsächlichen Ereignisse dieser Epoche wieder. Marcus Aurelius wurde nicht vergiftet, sondern starb in Carnuntum oder Wien eines natürlichen Todes. Die für den Film zentrale Figur des Livius ist fiktiv; ebenso alle weiteren wichtigen Personen außer den beiden Kaisern und der Schwester des Commodus, Lucilla. Letztere wurde jedoch bereits im Jahr 182 unter der Anschuldigung, an einer Verschwörung gegen ihren Bruder beteiligt gewesen zu sein, hingerichtet; sie starb also zehn Jahre vor Commodus, während sie ihn im Film überlebt. Der Kaiser selbst fand sein Ende nicht in einem Zweikampf wie dargestellt, sondern wurde im Bad erwürgt.

Wie bei ähnlichen Produktionen haben die Macher teilweise sehr wenig Wert auf archäologisch fundierte Bekleidung und Ausstattung gelegt, was besonders bei der Ausrüstung des Militärs und den nur leicht antikisierenden Gewändern von Sophia Loren augenfällig wird. Bezüglich historischer Korrektheit positiv hervorzuheben ist dagegen die Rekonstruktion des Forum Romanum. Die aufwändige Kulisse wurde nördlich von Madrid errichtet und vermittelt einen weitgehend zutreffenden Eindruck der Baulichkeiten.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Trotz eines zeitweilig sich kritisch gebenden Kommentars bietet der in Ausstattung und Schauwerten aufwendige Abenteuerfilm die übliche Geschichtsklitterung. Einige leidlich spannende Szenen wiegen die halbherzige Mischung aus pathetischer Redseligkeit und Schlachten-Panoramen nicht auf.“

Lexikon des internationalen Films[2]

Weitere Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samuel Bronston produzierte den Film für Paramount Pictures. Der Film wurde in Ultra Panavision aufgenommen. Die Dreharbeiten fanden in Spanien statt. Für Anthony Mann war es der zweite antike Monumentalfilm nach seinem Kurzeinsatz in Spartacus. Stephen Boyd war nach Ben Hur wieder in einem Wagenrennen zu sehen.

Ridley Scott drehte fast 40 Jahre später den Film Gladiator, der letztendlich ein inhaltlich verändertes Remake ist. Von der Ausstattung her war der Film zwar archäologisch exakter, aber die Biographie von Commodus wurde noch mehr verfremdet.

Synchronsprecher [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronsprecher für die deutsche Fassung:[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom: „Gladiator“ und die Tradition des Monumentalfilms. Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-2905-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marcus Junkelmann: Hollywoods Traum von Rom. S. 272–275.
  2. Der Untergang des Römischen Reiches im Lexikon des internationalen Films
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatsynchronkartei.de: Der Untergang des Römischen Reiches. Abgerufen am 10. August 2015.