Der Wald vor lauter Bäumen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Film
Originaltitel Der Wald vor lauter Bäumen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Maren Ade
Drehbuch Maren Ade
Produktion Janine Jackowski
Musik Ina Siefert,
Nellis Du Biel
Kamera Nikolai von Graevenitz
Schnitt Heike Parplies
Besetzung

Der Wald vor lauter Bäumen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2003 von Regisseurin Maren Ade.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 26-jährige Lehrerin Melanie Pröschle aus der schwäbischen Provinz tritt nach dem Referendariat in Plochingen ihre erste Stelle an einer Karlsruher Realschule an. Voller Tatendrang zieht sie in die neue Stadt und möchte für frischen Wind an ihrer neuen Arbeitsstelle sorgen. Nachdem sie sich erst kurz zuvor von ihrer Jugendliebe getrennt hat, versucht sie auch, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen, darunter ihre Nachbarin Tina, eine Boutiquebesitzerin. Immer wieder tritt Melanie ins Fettnäpfchen. Vor ihren Schülern kann sie sich nicht durchsetzen und auch Tina zieht sich von ihr zurück. So ist sie zunehmend isoliert und verzweifelt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Filmtitel spielt auf die Redewendung „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ an. Mit Der Wald vor lauter Bäumen schloss die aus Karlsruhe stammende Maren Ade ihr Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München ab. Es ist ihr erster Langfilm.[2] Der Südwestrundfunk koproduzierte den Film im Rahmen seines Nachwuchsförderprogramms Debüt in Dritten. Die Dreharbeiten fanden vom 3. Juni bis 9. Juli 2003 in Karlsruhe und Umgebung statt.[3] Die Premiere war am 23. Oktober 2003 bei den Internationalen Hofer Filmtagen, der deutsche Kinostart am 27. Januar 2005.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war für zahlreiche Preise nominiert, so für den Deutschen Filmpreis 2005 in der Kategorie „Bester Spielfilm“. Die folgenden Auszeichnungen gewann er:

  • Beste Hauptdarstellerin Eva Löbau beim Buenos Aires International Festival of Independent Cinema 2005
  • Golden Moon of Valencia beim Cinema Jove – Valencia International Film Festival 2005
  • Jury Award beim Newport International Film Festival 2005
  • Spezialpreis der Jury in der Sektion World Cinema – Dramatic beim Sundance Film Festival 2005

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Figur der Melanie Pröschle wird in mehreren Ratgebern für Lehrer als Negativbeispiel beschrieben.[5][6] Epd Film schrieb, es gelinge der Regisseurin, "den Zustand der zunehmenden Verzweiflung und Verunsicherung eindringlich und authentisch nachzuzeichnen."[7] Die Chicago Tribune urteilte, der Film sei "ein bewegendes, sehr intelligentes Werk, gemacht mit einem Auge für Realismus und einem Herz für die Einsamen, Beleidigten und Verletzten."[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der Wald vor lauter Bäumen. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Januar 2005 (PDF; Prüf­nummer: 101 226 K).
  2. Maren Ade. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 12. September 2016.
  3. Der Wald vor lauter Bäumen bei SWR Debüt im Dritten, abgerufen am 27. Mai 2016.
  4. Der Wald vor lauter Bäumen. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 23. Mai 2016.
  5. Rolf Göppel: Lehrer, Schüler und Konflikte. Julius Klinkhardt, 2007, ISBN 978-3-7815-1542-0, S. 77 (google.de [abgerufen am 17. Februar 2021]).
  6. Martin Heinrich: Schauen, was 'rauskommt: Kompetenzförderung, Evaluation und Systemsteuerung im Bildungswesen. LIT Verlag Münster, 2006, ISBN 978-3-8258-9591-4, S. 277 (google.de [abgerufen am 17. Februar 2021]).
  7. Kritik zu Der Wald vor lauter Bäumen | epd Film. Abgerufen am 12. Januar 2023.
  8. The Forest for the Trees. Abgerufen am 12. Januar 2023 (englisch).