Der Weg. Monatshefte zur Kulturpflege und zum Aufbau

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Der Weg. Monatshefte zur Kulturpflege und zum Aufbau war eine nach dem Zweiten Weltkrieg in Argentinien erscheinende Zeitschrift einer Emigrantenbewegung von deutschsprachigen Nationalsozialisten. Sie trug den spanischen Untertitel El Sendero.

Sie erschien in Buenos Aires im später verbotenen[1] Dürer-Verlag, spanisch Editorial Dürer. Leiter der Zeitschrift war der ehemalige HJ-Führer Eberhard Fritsch. Politischer Redakteur war drei Jahre lang (etwa 1949 bis 1952) Reinhard Kopps (er schrieb sich selbst Kops). Sein Nachfolger wurde Dieter Vollmer.[2]

Unter ihren nationalistischen oder auch unbeirrt nationalsozialistischen Autoren, auch im Verlag außerhalb der Zeitschrift, fanden sich Johann von Leers (1955–1956 mit einer dreiteiligen Folge „Reichsverräter“), Gerhard Bohne, Alois Hudal, häufig Hans-Ulrich Rudel,[3] Rudolf Heß, Sven Hedin und Werner Beumelburg.

Die Zeitschrift wurde auch in Deutschland vertrieben. Die Jahrgänge, einige Ausgaben von Sonderheften sowie Sonderdrucke von Artikeln der Zeitschrift und weitere Verlagsprodukte bis 1954, z. B. eine Schriftenreihe zur Gegenwart finden sich in der Deutschen Nationalbibliothek, insgesamt 42 Positionen. Darunter sind etwa: Werner Naumann, der kurzzeitig wegen der Gründung der Gauleiter-FDP in NRW in der Justizvollzugsanstalt Werl einsaß und sich dazu in einem Heft äußerte; der Holocaustleugner Maurice Bardèche; Wolfgang Willrich, Werner Baumbach, Fritz Steuben, Wilfred von Oven, Thorolf Hillblad (zuvor beim Reichssender Königsberg). Ein umfängliches Verlagsprodukt Alliierte Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde in den 1990er Jahren von mehreren einschlägigen Verlagen nachgedruckt.

Der für mörderische Menschenversuche im KZ Auschwitz bekannte KZ-Täter Josef Mengele aus einer süddeutschen Industriellen-Familie (Traktor-Herstellung) schrieb in dem Blatt unter dem Tarnnamen "G. Helmut" über Die Vererbung als biologischer Vorgang.[4]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Eindruck von dem Geist der Publikation vermittelt bspw. die Überschrift „Rosensaft schmiert Bonns Israelhilfe“, ein Artikel zu den Verhandlungen zum Luxemburger Abkommen in der Ausgabe vom 9. September 1952, der zugleich mit dem Namen eines kämpferischen Holocaust-Überlebenden aus dem KZ Bergen-Belsen, Josef Rosensaft, die nationalsozialistische Propaganda vom korrupten Juden transportiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger M. Meding: Der Weg. Eine deutsche Emigrantenzeitschrift in Buenos Aires 1947–1957. Berlin 1997, ISBN 3932089049.
  • Reinhard Kops (unter dem Pseudonym: Juan Maler): Frieden, Krieg und "Frieden". Verlag Juan Maler, Buenos Aires 1987 (Lebenserinnerungen)

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Juan Perón war 1955 gestürzt worden, worauf eine langsame Abwendung des Landes von der Unterstützung europäischer Faschisten begann.
  2. Reinhard Kops (Pseudonym: Juan Maler): Frieden, Krieg und "Frieden". Verlag Juan Maler, Buenos Aires 1987, S. 335–349
  3. Einer von Rudels Titeln im Dürer-Verlag wurde 1981 in der BRD nachgedruckt.
  4. In: Der Weg, nicht datiert (vermutlich 1953). Nach Guido Knopp u.a.: Hitlers Helfer. Bertelsmann, München 1996 u. ö. ISBN 3641119979; auch Ebook (2014); auch Goldmann, München 1998 u. ö. ISBN 3570123030. Das Buch hat ein eigenes Kapitel über Mengele in Südamerika. Knopp urteilt: "G. Helmut" als Abwandlung von seinem üblichen Pseudonym Helmut Gregor. Aus seiner großen Forscherkarriere war nichts geworden. Doch Mengele konnte der Versuchung nicht widerstehen, wenigstens einmal noch einen "wissenschaftlichen Artikel" über seine ganz private "Königswissenschaft" zu publizieren, wenn auch unter Pseudonym und in einem antisemitischen Hetzblatt.