Der Weg zur Knechtschaft

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Der Weg zur Knechtschaft ist ein Werk des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August von Hayek. Es markiert den Beginn seiner Auseinandersetzung mit dem Sozialismus. Das Buch entstand zwischen 1940 und 1943 und erschien 1944 in England unter dem Titel The Road to Serfdom. 1945 erschien eine deutsche Übersetzung, noch 1947 war das Buch jedoch auch im Westen wegen seiner anti-sowjetischen Haltung verboten.[1][2] Eine Neuauflage erschien 2009. Es gilt neben Die Verfassung der Freiheit (The Constitution of Liberty) als eines der Hauptwerke Hayeks.[3]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hayek warnt vor der Gefahr der Tyrannei, die zwangsläufig aus der Kontrolle wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse durch zentrale Planung der Regierung resultiere, und vertritt die These, dass die Aufgabe des klassischen Liberalismus und Individualismus zwangsläufig zum Verlust der Freiheit, zur Schaffung einer repressiven Gesellschaft, zur Tyrannei eines Diktators und zur Leibeigenschaft des Individuums führe.

Er bezweifelt die unter britischen Wissenschaftlern verbreitete Auffassung, der Faschismus sei eine kapitalistische Reaktion gegen den Sozialismus gewesen. Hayeks sieht dagegen hinter Faschismus und Sozialismus eine gemeinsame Wurzel in der zentralen Wirtschaftsplanung und in der Macht des Staates über das Individuum. In diesem Sinne erscheint die Schrift als Weiterführung der Analysen des Sozialismus durch die Österreichische Schule, die Ludwig von Mises in seinem Werk "Die Gemeinwirtschaft, Untersuchungen über den Sozialismus" 1922 publiziert hatte.

Der Weg zur Knechtschaft entspricht in vieler Hinsicht den Gedanken von Hannah Arendts späterer Studie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1951). Hayek postuliert, dass Freiheit und Rechtsstaat nur in einer Marktwirtschaft gedeihen können.

Es ist leider vollkommen unbegründet, wenn Leute sich von dem Glauben in Sicherheit wiegen lassen, daß die Beherrschung des Wirtschaftssektors nur von untergeordneter Bedeutung sei, einem Glauben, der sie die Gefährdung unserer wirtschaftlichen Freiheit leicht nehmen lässt.[4]

Planwirtschaft und totale Herrschaft bedingten einander, weil Planwirtschaft Herrschaft über den Verbrauch einschließe, was eine Entmündigung des Verbrauchers und eine Beseitigung der Verbraucherdemokratie der Marktwirtschaft bedeute.

Unsere Bewegungsfreiheit in einer auf dem Wettbewerb beruhenden Gesellschaft steht und fällt damit, daß, wenn eine Person die Befriedigung unserer Wünsche ablehnt, wir uns an eine andere wenden können. Haben wir es aber mit dem Besitzer eines Monopols zu tun, so sind wir ihm auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, und eine Planwirtschaftsbehörde, die die gesamte Volkswirtschaft lenkt, würde der mächtigste Monopolist sein, den man sich vorstellen kann.[5]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zeit vom 10. Oktober 1946 schrieb in ihrer Besprechung des Buches, dass von Hayek Sozialismus und Faschismus wegen ihrer Planwirtschaft als gescheiterte Ideologien betrachtete und als Garantie der Freiheit Privateigentum wichtig sei.[2]
  • Im Deutschlandradio Kultur rezensierte der Ökonom Michael Wohlgemuth das Buch. Er sieht in dem Buch die Warnung Hayeks, dass nicht nur Faschismus und Sozialismus, sondern auch der westliche Wohlfahrtsstaat Gefahren für die Freiheit darstellen. Er hebt jedoch hervor, es sei ein gängiger Irrtum Hayek befürworte, die „Anarchie eines ‚laissez-faire‘“. Hayek zeige sich in dieser Schrift als ordoliberaler Befürworter einer Wettbewerbsordnung, in der der Staat die marktwirtschaftlichen Regeln kontrolliere. Auch soziale Sicherungssysteme hätten in seiner Vorstellung einen Platz.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. - Mahnungen eines Liberalen. In: Deutschlandradio Kultur. (deutschlandradiokultur.de [abgerufen am 27. Februar 2017]).
  2. a b Die Zeit vom 10. Oktober 1946
  3. Hayek Prize Winners/Lectures Manhattan Institute for Policy Research
  4. Friedrich A. v. Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, München 2011, Vorworte von Dr. Wolfgang Gerhardt und Dr. Otto Graf Lambsdorff, S. 120
  5. Friedrich A. v. Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, München 2011, Vorworte von Dr. Wolfgang Gerhardt und Dr. Otto Graf Lambsdorff, S. 125
  6. Mahnungen eines Liberalen, Friedrich August von Hayek: „Der Weg zur Knechtschaft“ Michael Wohlgemuth im Deutschlandradio Kultur im Juni 2010