Der feurige Engel (Oper)

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Werkdaten
Titel: Der feurige Engel
Originaltitel: Огненный ангел
Originalsprache: Russisch
Musik: Sergei Prokofjew
Libretto: Sergei Prokofjew
Literarische Vorlage: Der feurige Engel von Waleri Jakowlewitsch Brjussow
Uraufführung: 5. November 1954
Ort der Uraufführung: Théâtre des Champs-Elysées in Paris
Spieldauer: ca. 125 Minuten
Ort und Zeit der Handlung: Deutschland, im 16. Jahrhundert
Personen
  • Ruprecht, ein Ritter (Bariton)
  • Renata (Sopran)
  • Wirtin des Gasthofs (Alt)
  • Diener im Gasthof (Bariton)
  • Zauberin (Mezzosopran)
  • Jakob Glock (Tenor)
  • Agrippa von Nettesheim, Philosoph (Tenor)
  • Graf Heinrich, Stumme Rolle
  • Mathias (Bariton)
  • Ein Arzt (Tenor)
  • Mephisto (Tenor)
  • Faust (Bariton)
  • Der Wirt in Köln (Bariton)
  • Mutter Oberin (Mezzosopran)
  • Inquisitor (Bass)
  • Nonnen, Nachbarn, Skelette, Gefolge des Inquisitors Chor

Der feurige Engel ist eine Oper in fünf Akten von Sergei Prokofjew. Das Libretto verfasste Prokofjew selbst. Literarische Grundlage ist der gleichnamige Roman Der feurige Engel von Waleri Jakowlewitsch Brjussow.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oper wurde zwischen 1919 und 1927 geschrieben. Sie bestand ursprünglich aus drei Akten und elf Szenen, wurde jedoch später in fünf Akte und sieben Szenen umgeschrieben. Das Werk wurde zu Lebzeiten des Komponisten nie aufgeführt, da es unter Stalin und dessen Nachfolgern als dekadent galt.[1] Es wurde erst am 5. November 1954 im Théâtre des Champs-Elysées in Paris konzertant uraufgeführt. Die Bühnen-Erstaufführung fand am 29. September 1955 im Teatro La Fenice in Venedig unter der Regie von Giorgio Strehler, der musikalischen Leitung von Nino Sanzogno und den Hauptdarstellern Dorothy Dow (Renata) und Rolando Panerai (Ruprecht) statt.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Gasthaus trifft der Ritter Ruprecht eine junge Frau, Renata. Diese erzählt, wie sie in ihrer Kindheit einen feurigen Engel namens Madiel liebte. Mit 16 Jahren begehrte sie nach körperlicher und geistiger Vereinigung, woraufhin er sie verlässt. Nachdem Renata erwachsen geworden war, glaubt sie den Engel als menschliche Reinkarnation in der Gestalt des Grafen Heinrich wieder gefunden zu haben. Dieser verlässt sie jedoch nach einem Jahr der Liebe und des Glücks für Renata, woraufhin sie von Albträumen gepeinigt wird. Der in Renata verliebte Ruprecht erklärt sich bereit, ihr bei der Suche nach Heinrich zu helfen. Eine Wahrsagerin wird gerufen, doch sie hat keinen Erfolg. Dann wendet sich Ruprecht an den Philosophen und Magier Agrippa. Heinrich erscheint tatsächlich, verschmäht aber Renata wiederum. Daraufhin verlangt Renata von Ruprecht Heinrich zum Duell zu fordern. Beim Anblick von Heinrich glaubt sie jedoch den feurigen Engel wieder zu erblicken. Im Duell wird Ruprecht verwundet und Renata gesteht in einer Art Wahn nun ihre Liebe zu Ruprecht, verstößt ihn jedoch bald wieder. Faust und Mephisto, die Zeugen dieses Konfliktes wurden, bieten Ruprecht an, sich ihnen anzuschließen. (Diese Szene mit Faust und Mephisto wird in einigen Inszenierungen gestrichen). Renata hat sich inzwischen in ein Kloster zurückgezogen, wo man ihr dämonische Besessenheit vorwirft, weil im Kloster nach ihrer Ankunft merkwürde Dinge geschahen. Mit exorzistischen Handlungen soll sie geheilt werden. Sie selbst und die Nonnen werden jedoch von einer zügellosen Ekstase ergriffen, woraufhin der Inquisitor sie zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufführungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prokofjews Oper wurde seit ihrer szenischen Premiere in Venedig eher unregelmäßig auf der Bühne aufgeführt, so zum Beispiel in Mailand (1956), Spoleto (1959), Köln (1960, deutsche Erstaufführung), Graz (1963), Paris (1964), Berlin (Ost, Deutsche Staatsoper) (1965), New York (1965, New York City Opera, US-amerikanische Erstaufführung), Chicago (1966), Frankfurt (1969), Perm (1983, sowjetische Erstaufführung, gekürzte Fassung), Taschkent (1984), Genf (1988), als Koproduktion der Opernhäuser in London und St. Petersburg (1993, auch auf DVD, Regie: David Freeman, Dirigent: Valery Gergiev, Übernahme in San Francisco 1994), am Opernhaus Nürnberg (1994, Dirigent: Eberhard Kloke), an der Wiener Volksoper (1996), in Münster (2002), in Moskau (2004), Brüssel (2007), Szeged (2010, ungarische Erstaufführung). Sie erlebt in jüngerer Zeit eine Renaissance auf der Opernbühne, begonnen durch Christian Sedelmayers Inszenierung am Nationaltheater Weimar (Dirigent: Martin Hoff, Premiere: 4. Dezember 2010). Weitere Aufführungen folgten an der Komischen Oper Berlin (Regie: Benedict Andrews, Dirigent: Henrik Nánási, Premiere: 19. Januar 2014), an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf (Regie: Immo Karaman, Dirigent: Wen-Pin Chien, Premiere: 13. Juni 2015) und an der Bayerischen Staatsoper München (Regie: Barrie Kosky, Dirigent: Vladimir Jurowski, Premiere: 29. November 2015).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Schreiber: Opernführer für Fortgeschrittene – Die Geschichte des Musiktheaters, Baerenreiter-Verlag, 2006, ISBN 3761818599

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naxos http://www.naxos.com/catalogue/item.asp?item_code=100390
  2. Boosey & Hawkes https://www.boosey.de/pages/opera/moreDetails.asp?site-lang=de&musicID=5191