Der große Trip – Wild

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Filmdaten
Deutscher Titel Der große Trip – Wild
Originaltitel Wild
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Jean-Marc Vallée
Drehbuch Nick Hornby
Produktion Bruna Papandrea,
Bill Pohlad,
Reese Witherspoon
Kamera Yves Bélanger
Schnitt Martin Pensa,
John Mac McMurphy
Besetzung

Der große Trip – Wild ist ein US-amerikanischer Spielfilm des Regisseurs Jean-Marc Vallée, der die Erlebnisse einer jungen Frau während ihrer Weitwanderung auf dem Pacific Crest Trail im Westen der USA erzählt. Der Film basiert auf den Erfahrungen der US-Amerikanerin Cheryl Strayed, die sie in ihrem Buch Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst niederschrieb. Im Film wird sie von Reese Witherspoon verkörpert.

Der große Trip – Wild wurde erstmals am 29. August 2014 auf dem Telluride Film Festival in Colorado gezeigt. In den nordamerikanischen Kinos war er ab dem 5. Dezember 2014 zu sehen, in den deutschen ab dem 15. Januar 2015.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einigen Schicksalsschlägen in ihrem Leben, unter anderem dem Tod ihrer Mutter Bobbi, Heroinkonsum, einem wahllosen Sexualleben und der Scheidung von ihrem Ehemann Paul beschließt die 26-jährige Cheryl einen neuen Lebensabschnitt zu starten.

Dazu möchte sie, angeregt durch einen zufällig in einem Outdoor-Geschäft gefundenen Reiseführer, allein und ohne Vorkenntnisse dem Pacific Crest Trail folgen, einem durch die Wildnis Kaliforniens, Oregons und Washingtons führenden Weitwanderweg. Auf dieser rund 1600 Kilometer langen Wanderung begegnet sie verschiedenen Personen, muss den Naturgewalten trotzen und mit den Strapazen der Wanderung fertigwerden. Vor allem muss sie in der Auseinandersetzung mit sich selbst ihr bisheriges Leben ordnen und eine positive Struktur finden.[4]

Der Film beginnt während der Wanderung und bezieht Cheryls Vergangenheit durch Rückblenden nach und nach ein: die enge Beziehung zur alleinerziehenden Mutter, die Kindheit in materieller Armut, die gemeinsamen Schritte in Richtung sozialer Aufstieg. Die Rückblenden sind zunächst nur kurze Gedankensplitter, erst im Laufe des Films kann Cheryl sich auf ihre Vergangenheit ganz einlassen und findet Zusammenhänge. Diese führen zu einem verklärten Bild der Mutter Bobbi, die in Cheryls Erinnerung singt und tanzt, kitschige Lebensweisheiten verbreitet und die kleine Familie mit Großzügigkeit zusammenhält.[5] Als Bobbi sich zusammen mit ihrer Tochter am College einschreibt und dank ihrer Lebenserfahrung und Energie nur Bestnoten schreibt, endet kurz danach der gemeinsame Weg durch den Krebstod der Mutter. Cheryls Leben bricht zusammen.

Ihren Exmann kann sie sich als Freund erhalten, die Scheidung feiern sie mit einem gemeinsamen Tattoo und er unterstützt sie auf der Wanderung durch Pakete mit abgesprochenem Inhalt, die sie an wichtigen Wegpunkten erwarten.

Cheryl schleppt sich mit einem viel zu großen und zu schweren Rucksack voll mit unnützer Ausrüstung, aber ohne Brennstoff für ihren Kocher durch die Wüste. Sie trifft Menschen, von denen sie Hilfe bekommt und solche, die bedrohlich wirken. Verschiedene andere Wanderer sind immer mal wieder Gesprächspartner nach langen Tagen allein. Wegen ungewöhnlich viel Schnees muss sie einen Teil der Strecke mit dem Bus fahren, wagt sich dann aber wieder in die schneereichen Hügelketten, die auf dem Weg nach Norden langsam in Urwälder übergehen. Der Film endet am Columbia River, der Grenze zwischen Oregon und Washington. An der Bridge of the Gods spricht Cheryl abschließend die letzten Worte aus dem Buch.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film kreist fast ausschließlich um Cheryls Person. Die sie umgebende Natur spielt keine Rolle. Auch andere Personen auf der Wanderung kommen nur in kurzen Szenen vor. Als mythischer Begleiter taucht an körperlich und spirituell wichtigen Stellen mehrmals ein Rotfuchs auf.

Die Atmosphäre des Films wird durch die Musik mitgeprägt.[6] Wesentliche Beiträge stammen aus den 1970er und 1980er Jahren von Simon & Garfunkel oder der Pat Metheny Group. Jüngere Songs stammen von Lucinda Williams oder Portishead. El cóndor pasa von Simon & Garfunkel dient als Leitmotiv und wird unzählige Male angespielt, bis es zum Abspann erstmals über die charakteristischen Takte hinauskommt.[7]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reese Witherspoon sicherte sich die Filmrechte an Cheryl Strayeds Buch mit dem Ziel, sowohl den Film zu produzieren, als auch die Hauptrolle zu spielen. Gleichzeitig erwarb Witherspoon die Rechte an Gone Girl, wo sie nur die Produktion übernahm. Als Drehbuchautor verpflichtete sie Nick Hornby. Er wollte den direkten Erzählstil des Buches, der ihm sehr „amerikanisch“ vorkam, möglichst genau in den Film übertragen.[8]

Für Witherspoon war die Produktion des Films mit ihrem eigenen Geld wichtig, um eine Rolle außerhalb ihres bisherigen Schaffens spielen zu können. Eine Heroinkonsumentin, die wahllos Sex hat, wäre von keinem anderen Produzenten mit ihr besetzt worden, aber sie wollte die Vorstellungen des amerikanischen Kinos erweitern, was eine Frau in der Hauptrolle tun und lassen kann: „Ich habe noch nie einen Film wie ‚Wild‘ gesehen, in dem eine Frau ohne Mann, ohne Geld, ohne Familie und ohne Perspektiven herauskommt, aber trotzdem ein Happy End hat.“[9]

Für die beim Dreh 38-jährige Witherspoon war die Darstellung der in der Realität 26-jährigen Cheryl Strayed das nach eigenen Angaben Anstrengendste, was sie je getan hat. Als Zugeständnis an Hollywood sah Witherspoon weniger hart und dreckig aus, als Strayed auf den Bildern von ihrer Wanderung, die im Abspann des Films gezeigt werden. Andererseits ist Witherspoon deutlich kleiner, sodass der Kontrast zu ihrem übergroßen Rucksack noch deutlicher wird. Aber auch so wirkte Witherspoon am Set genauso schmutzig und erschöpft wie jeder andere Weitwanderer.[10] Regisseur Jean-Marc Vallée ließ sie unter schweren Rucksäcken Hügel erklimmen[9] und sie spielte selbst eine Szene, in der sie über und über mit Laubfröschen bedeckt aus dem Schlaf erwacht.[10]

Gedreht wurde in der Sonora-Wüste in Südkalifornien und im nördlichen Oregon. Diese Regionen stehen für alle Teile der dreimonatigen Wanderung. Dazu wurden Joshua Trees aus der benachbarten Mojave-Wüste in die Sonora-Wüste transportiert und die Umgebung des Mount Hood ausgewählt, weil dort Gebirge und Wälder gedreht werden konnten, die alle Landschaftsformen vom nördlichen Kalifornien bis zum Columbia River abdecken.

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [11]
Publikum [11]
Metacritic
Kritiker [12]
Publikum [12]
IMDb [13]
AACTA International Award
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Reese Witherspoon
Critics’ Choice Movie Award
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Reese Witherspoon
  • Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Nick Hornby
Golden Globe Award
Oscar
San Francisco Film Critics Circle Award[14]
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Reese Witherspoon
  • Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Nick Hornby
Satellite Award[15]
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Reese Witherspoon
  • Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Laura Dern
  • Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Nick Hornby
Screen Actors Guild Award
Washington D.C. Area Film Critics Association Award
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Reese Witherspoon
  • Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Laura Dern
  • Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Nick Hornby
Writers Guild of America Award[16]
  • Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Nick Hornby

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Dass Wild dann doch kein großer Wurf geworden ist, liegt an der geradlinigen und vorhersehbaren Dramaturgie klassischer Läuterungsgeschichten. Die kinotauglichere Fallhöhe liegt hier eher in der tragischen Vorgeschichte. [...] Trotz aller Hin- und Rückblenden, trotz angenehm poriger und ästhetisch runtergedimmter Sexszenen, trotz einer von Witherspoon glaubwürdig dilettantischen, schnaufenden Wanderin zerfällt Wild früh in seine erzählerischen Einzelteile.“

Birgit Glombitza: epd Film[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der große Trip – Wild. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, November 2014 (PDF; Prüf­nummer: 148 640 K).
  2. Alterskennzeichnung für Der große Trip – Wild. Jugendmedien­kommission.
  3. Info auf filmstarts.de, abgerufen am 6. Dezember 2014
  4. David Edelstein: Reese Witherspoon Takes a 1,100-Mile Hike in the Remarkably Fluid Wild, Vulture, 19. Dezember 2014
  5. David Sims: Wild: A Deeper, Smarter Sob Story, 5. Dezember 2014
  6. soundtrack-movie.com: Wild
  7. Roger Ebert: Wild Movie Review & Film Summary (2014)
  8. The Atlantic: How Nick Hornby Keeps His Writing Fresh, 30. Januar 2015
  9. a b Vulture: How Getting Wild Saved a ‘Lost’ Reese Witherspoon, 27. August 2014
  10. a b Outside: Behind the Scenes of 'Wild', 7. November 2014
  11. a b Der große Trip – Wild bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 2. März 2015
  12. a b Der große Trip – Wild bei Metacritic, abgerufen am 2. März 2015
  13. Der große Trip – Wild in der Internet Movie Database (englisch)
  14. 2014 SAN FRANCISCO FILM CRITICS AWARDS: Full List of Nominees. In: SanFranciscoFilmCriticsCircle.org. 24. Dezember 2014. Abgerufen am 25. Januar 2015.
  15. Satellite Awards 2014. In: PressAcademy.com. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  16. Patrick Hipes: Writers Guild Awards Nominations: 'Whiplash', 'Gone Girl', 'Guardians' On Diverse List. In: Deadline.com. 7. Januar 2015. Abgerufen am 25. Januar 2015.
  17. Birgit Glombitza: Kritik zu Der große Trip - Wild. 12. Dezember 2014, abgerufen am 23. April 2015.