Der junge Karl Marx

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Der junge Karl Marx ist ein Historienfilm des Regisseurs Raoul Peck aus dem Jahr 2017. Der Film beleuchtet Karl Marx’ prägende Lebenszeit zwischen 1843 und 1848. In den Hauptrollen spielen August Diehl als Karl Marx und Stefan Konarske als Friedrich Engels. Der Film hatte seine Premiere am 12. Februar 2017 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Der Kinostart in Deutschland war am 2. März 2017.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1843 wird der junge Karl Marx, damals noch Journalist der Rheinischen Zeitung in Köln, durch politischen Druck ins Exil getrieben und geht gemeinsam mit seiner Frau Jenny nach Paris. Dort vertieft sich die Bekanntschaft mit Pierre-Joseph Proudhon und Friedrich Engels. Engels hat kurz zuvor seine Studie über die elenden Lebensbedingungen der englischen Arbeiterklasse veröffentlicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden die beiden sich an und beginnen ihre gemeinsame Arbeit. Nach einer weiteren Verbannung – diesmal aus Frankreich, von wo Marx nach Belgien flieht – folgt Marx Engels nach England. Es gelingt den beiden, das Vertrauen der Vertreter des Bundes der Gerechten zu erhalten und für diesen ein Parteiprogramm zu schreiben: das Manifest der Kommunistischen Partei. Bei der entscheidenden Versammlung erreichen sie die Umbenennung in den Bund der Kommunisten und die Annahme des neuen Programms.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raoul Peck mit dem Cast des Films bei der Berlinale 2017: v.l.n.r Alexander Scheer, Hannah Steele, Raoul Peck, August Diehl und Stefan Konarske

Regisseur Raoul Peck arbeitete parallel an Le jeune Karl Marx und I Am Not Your Negro. Im Gespräch mit Fabian Tietke von der taz führt Peck aus, dass die beiden Filme für ihn eine Rückkehr zu seinen theoretischen Grundlagen seien.[3]

Le jeune Karl Marx hatte seine Weltpremiere am 12. Februar 2017 in der Sektion Special auf der 67. Berlinale. Der deutsche Kinostart fand am 2. März 2017 statt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Filmkritik nahm den Film durchwachsen auf. Sascha Westphal kritisierte auf epd-film, Peck flüchte sich „in eine Art Update des sozialistischen Realismus“.[4]

Spiegel Online bemerkte: „Das Radikale in seinem Leben waren seine Gedanken und Schriften, und um das filmisch zu erschließen, bräuchte es einen ganz anderen Erzählansatz als die unbeholfene Verdichtung in vermeintlichen Schlüsselszenen.“[5] In der Spiegel-Druckausgabe hieß es, der Film habe „den Charme eines bebilderten Wikipedia-Eintrags“.[6]

Positive Worte fand Jenni Zylka in der taz: „(…) trotz der inszenatorischen Entscheidung, den Film formal konventionell-historisch zu halten, vielleicht um es sich mit keiner der möglichen Zielgruppen zu verscherzen, ist jede Menge Leidenschaft zu spüren: Der haitianische Regisseur Peck (…) möchte nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen verstehen.“[7]

Die US-Filmzeitschrift Variety zeigte sich in ihrem Bericht von der Berlinale wenig begeistert und konstatierte, der Film sei so altbacken, dass er die Radikalität seines Subjektes zähme.[8]

Bis zum 20. Juli 2017 sahen 176.604 Personen in Deutschland den Film im Kino.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Der junge Karl Marx – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der junge Karl Marx. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Februar 2017; Prüfnummer: 166 263 K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Der junge Karl Marx. Jugendmedien­kommission.
  3. Fabian Tietke: „Alles basiert auf der Realität“, Interview mit Raoul Peck, in: taz – Die Tageszeitung vom 16. Februar 2017.
  4. Sascha Westfal: Kritik zu Der junge Karl Marx, epd-film.de, 12. Februar 2017, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2017.
  5. Geistesblitze nach durchzechter Nacht, spiegel.de, 13. Februar 2017, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2017.
  6. mwo: Revolution mit Bart. In: Der Spiegel 9/2017 vom 25. Februar 2017, S. 111.
  7. Biopic „Der junge Karl Marx“: Jede Menge Leidenschaft, taz.de, 1. März 2017.
  8. Owen Gleiberman: Berlin Film Review: ‘The Young Karl Marx’, variety.com, 13. Februar 2017, zuletzt abgerufen am 24. Februar 2017 (englisch).
  9. Top 100 Deutschland 2017 In: insidekino.com. Abgerufen am 20. Juli 2017.