Der letzte Schleier

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Filmdaten
Deutscher TitelDer letzte Schleier
OriginaltitelThe Seventh Veil
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1945
Länge94 Minuten
Stab
RegieCompton Bennett
DrehbuchSydney Box,
Muriel Box
ProduktionSydney Box
MusikBenjamin Frankel
KameraReginald Wyer
SchnittGordon Hales
Besetzung

Der letzte Schleier (Originaltitel: The Seventh Veil) ist ein britisches Melodram von Compton Bennett aus dem Jahr 1945. Die Hauptrollen spielen Ann Todd und James Mason. Der Film gewann bei der Oscarverleihung 1946 den Preis für das beste Originaldrehbuch. Die Veröffentlichung war in Großbritannien am 18. Oktober 1945, in den USA am 15. Februar 1946. Im selben Jahr lief der Film auch in Deutschland an. 2012 erschien Der letzte Schleier in Großbritannien auf DVD.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francesca Cunningham ist eine Patientin unter der Aufsicht von Dr. Larsen. Via Hypnose bringt er sie dazu, ihre Lebensgeschichte zu erzählen, um zu ergründen, warum sich die ehemalige Pianistin das Leben nehmen wollte. In zahlreichen Rückblenden werden so sukzessive die „Schleier“ gelüftet, die ihre Erinnerung bedecken.

Für Francesca hatte sich stets nur ihr Cousin zweiten Grades und Vormund Nicholas interessiert, ein verkrüppelter Musiker. Nicholas ist jedoch neidisch auf Francescas musikalisches Talent und außerdem frauenfeindlich wegen der Beziehung zu seiner Mutter. Trotzdem ist er ein brillanter Musiklehrer, der Francesca dazu bringt, sich selbst zu übertreffen, aber auch ein Mensch, der jedwede emotionalen Verstrickungen zu vermeiden versucht.

Auf dem Royal College of Music beginnt sich Peter, ein Amerikaner, der in London studiert, für Francesca zu interessieren. Obwohl sie ihn zunächst abweist, werden Francesca und Peter ein Paar und verloben sich. Sie ist jedoch noch nicht volljährig und Nicholas verweigert ihr seine Zustimmung für die Heirat. Er besteht darauf, dass sie am Morgen nach Paris reisen; sie beendet ihre Ausbildung und beginnt ihre Karriere in Europa.

Jahre vergehen. Nicholas und Francesca kehren nach Großbritannien zurück, da sie eingeladen wurde, in der Royal Albert Hall aufzutreten. Sie erfährt, dass Peter inzwischen jemand anderes geheiratet hat. Als der Künstler Maxwell Leyden von Nicholas gebeten wird, ein Porträt von Francesca zu malen, verlieben sie sich ineinander. Daraufhin wird Nicholas wütend und schlägt ihr mit seinem Stock auf die Hände, während sie spielt. Sie flieht vor ihm und wird mit Maxwell in einen Autounfall verwickelt, bei dem ihre Hände Verbrennungen erleiden, sodass sie nie wieder spielen können wird.

Nach der Therapie – und nun geheilt laut Dr. Larsen – erkennt Francesca, dass Nicholas ihre wahre Liebe ist, und nicht Peter (inzwischen geschieden) oder Maxwell.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von Benjamin Frankel geschrieben, der dabei Pianostücke von Chopin, Mozart und Beethoven sowie Teile des Klavierkonzerts von Grieg und des 2. Klavierkonzerts von Rachmaninow verwendete. Die Stücke wurden von Eileen Joyce gespielt. Joyce hatte für Ann Todd eigens einen Kurzfilm angefertigt, mit dem sie das Spielen üben sollte, und trainierte sie in ihren Armbewegungen.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produziert mit einem Budget von nur 92.000 £,[2][3] war der Film mit zwei Millionen £[3] der größte Erfolg des Jahres an den britischen Kinokassen.

Der Film wurde zudem in das Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1946 aufgenommen[4] und gewann 1947 einen Oscar in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch (für Sydney and Muriel Box).

2004 stellte das British Film Institute eine Liste der 100 größten UK-Kinohits auf, bei der der Film mit 17,9 Mio. Zuschauern auf Platz 10 landete.[5][6]

Im Jahr 1951 spielten Ann Todd, Herbert Lom und Leo Genn auch in einer Bühnenadaption in London.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jerry Vermilye: The Great British Films. Citadel Press, 1978, ISBN 0-8065-0661-X, S. 88–90.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Davis, Eileen Joyce: A Portrait, S. 120.
  2. Michael Brooke: Seventh Veil, The (1945). In: BFI Screenonline.
  3. a b Sarah Street, Transatlantic Crossings: British Feature Films in the USA, Continuum, 2002, S. 114.
  4. Festival de Cannes: Blood and Fire. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 2. Januar 2009.
  5. Gone with the Wind tops film list. In: BBC News Online, 28. November 2004. Abgerufen am 2. Oktober 2013. 
  6. Nick James: Everything you knew about cinema is probably wrong; BFI releases definitive list of the top 100 most-seen films. In: Reel Classics. Abgerufen am 2. Oktober 2013.