Der süße Brei (2018)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Film
OriginaltitelDer süße Brei
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2018
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Frank Stoye
Drehbuch Anja Kömmerling,
Thomas Brinx
Produktion Ingelore König (kinderfilm GmbH)
Musik Mathias Rehfeldt
Kamera Bernd Fischer
Schnitt Wiebke Henrich
Besetzung

Der süße Brei ist ein deutscher Märchenfilm von Frank Stoye aus dem Jahr 2018 mit Svenja Jung und Merlin Rose in den Hauptrollen. Er basiert auf dem Märchen Der süße Brei der Brüder Grimm. Der Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von ZDF – wo er in der Reihe Märchenperlen lief – und dem MDR.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Land herrscht großer Hunger und die Menschen verwandeln sich deshalb auf wundersame Weise in Vögel anstatt vor Hunger zu sterben. Nachdem eine Schwester Jolas in eine Taube verwandelt wird, begibt sich Jola auf die Suche nach dem legendären Topf, der Brei kocht. Sie trifft im Wald auf die Waldfrau Moira, die ihr einen Teil des zerbrochenen Topfes gibt. Auf dem Topf stehen die Teile eines Satzes, doch sie selbst kann nicht lesen. Erst als ein alter Barde ihr den ersten Satzteil vorlesen kann und eine unbekannte Strophe vorsingt, weiß Jola, dass sich die nächste Scherbe auf einem Berg befindet. Unterwegs trifft sie auf Veit, den Bruder des Grafen Ruben von Hammerlitz, der verfolgt wird, sich ihr aber nicht zu erkennen gibt. Jola findet schließlich die zweite Scherbe und lässt sich von Veit den neu gefundenen Satzteil vorlesen.

Sie begibt sich nun zur Nebelfrau, die die letzte Scherbe erst hergibt, wenn Jola sich entscheidet: Ihre nun weitere verstorbene Schwester sowie ihre verstorbene Mutter wieder zurückzuverwandeln oder die Scherbe und somit den Topf mit Brei zu erhalten.

Sie entscheidet sich schweren Herzens für den Topf, kennt aber das Sprüchlein nicht, um es kochen zu lassen. Der Spruch auf dem Töpfchen hilft ihr allein nicht weiter, sie muss noch einmal zur Waldfrau. Von ihr erfährt Jola, wie der Zauberspruch aufgesagt werden muss. Als die Häscher Veit aufspüren, erfährt Jola von dessen wahrer Identität und fühlt sich hintergangen. Die Häscher entwenden ihr den Topf und bringen ihn dem Grafen. Jola gelangt zum Grafen, da er ihre beiden verbliebenen Geschwister gefangen hält. Um sie frei zu bekommen, muss Jola den Zauberspruch „Töpfchen koche!“ aufsagen und der Topf beginnt endlich Brei zu kochen. Doch der Graf weiß nicht, wie der den Topf zum Aufhören bringen kann und so ergießt sich der Brei über die ganze Stadt. Er selbst wird mit seinen Getreuen von dem vielen Brei aus der Burg bis in den Wald gespült. Dort angekommen treffen sie auf die Waldfrau. Ohne viele Worte verwandelt sie die drei in gackernde Hühner. Jola holt sich ihren Topf zurück und mit den Worten: „Töpfchen steh!“ beendet sie die Breiflut und bringt den Topf in ihr armes Dorf. Veit ist bei ihr geblieben und hilft ihr beim Verteilen der Nahrung. Nun muss niemand mehr hungern und ihre Mutter sowie ihre kleine Schwester verwandeln sich zurück.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude im Freilichtmuseum Bergstadt Bleiberg, ein Drehort des Films
Burg Kriebstein, einer der Drehorte und Ort der Handlung des Films

Die Dreharbeiten fanden vom 5. April bis zum 7. Mai 2018 in Sachsen in der mittelalterlichen Bergstadt Bleiberg bei Frankenberg[2], an der Burg Kriebstein[3] und im Elbsandsteingebirge statt, die Fernseh-Erstausstrahlung erfolgte Heiligabend 2018 im ZDF.

Nach Ausführungen der ZDF-Redaktionsleiterin Irene Wellershoff lag eine besondere Schwierigkeit bei der Entwicklung der Märchenverfilmung und des ihm zugrundeliegenden Drehbuchs darin, dass das Ausgangsmärchen der Brüder Grimm nur eine sehr kurze textliche Vorlage geboten hätte. Es sei darum gegangen, die „Tiefendimension des Märchens zu suchen“, die dann für ein Drehbuch ausgestaltet werden musste. Das „Urbild der Suche nach dem heiligen Gral“ als Metapher für die Bedeutung eines gefüllten Topfes in Hungerzeiten sei wichtig bei der Entwicklung der Handlung gewesen, die Anklänge an moderne Probleme habe. „Im tieferen Sinn sind Märchen immer aktuell, weil sie existentielle Probleme ansprechen, die sich über Jahrhunderte im Kern auch wenig verändert haben“.[4]

Die Musik wurde unter der Leitung von Grigor Palikarov mit dem Bulgarian Symphony Orchestra aufgezeichnet.[5]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter M. Gaschler schreibt in der Ausgabe 2020 des Phantastik-Filmjahres: „Detailsattes, erstklassig inszeniertes/besetztes [...] Weihnachtsmärchen. Vorbildlich, packend produziert, beleuchtet und ausgestattet.“[6]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm bezeichneten den Film als „Packendes Abenteuerfernsehen für Kleine“ und vergaben die beste Wertung (Daumen nach oben).[7]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv meinte zu diesem Märchenfilm: „Anders als bei den meist sonnig-bunten ARD-Märchen sind die Farben gedeckt, was zwar realitätsnah, aber stets auch etwas freudlos wirkt. Dazu passt die gediegene Inszenierung; die Musik ist stellenweise deutlich flotter als die Bilder. Das routinierte Drehbuchduo Kömmerling und Brinx hat sich bei der Adaption des Grimm’schen Märchens zwar große künstlerische Freiheiten erlaubt, aber die Handlung ist für einen neunzigminütigen Film dennoch recht überschaubar.“[8]

TVGids schreibt dazu: „[...] Obwohl gleich in Minute vier ein Kind stirbt und über dem ganzen Film eine Schwere liegt, ist die Geschichte über Habgier, Lüge, Vertrauen und Liebe kein Depri-Programm, sondern erstklassiges, packendes Abenteuerfernsehen. Die Rollen sind stimmig besetzt, alles kommt zu einem guten Ende.“[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZDF-Presseportal: ZDF und MDR drehen Märchenfilm "Der süße Brei"" abgerufen am 25. Januar 2019
  2. Falk Bernhardt: Warum viele Köche den Brei versüßen in: Freie Presse vom 14. April 2018.
  3. Drehorte bei mittelsachsen.lokal, abgerufen am 25. Februar 2019.
  4. Pauline Lörzer: Der Blick hinter den Märchenfilm – Irene Wellershoff und „Der süße Brei“. In: Märchenspiegel. Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege (Hrsg.: Märchen-Stiftung Walter Kahn), Heft 3/2018, Seite 48 f
  5. Bulgarian Symphony Orchestra. Produktionsliste 2018.
  6. Peter M. Gaschler: Phantastik Filmjahr 2020. Hrsg.: Erster Deutscher Fantasy Club e.V. Sekundärliterarische Reihe Band 84 (1. Mai 2020) Auflage. Band 2020, ISBN 978-3-939914-16-7.
  7. Der süße Brei bei tvspielfilm.de, abgerufen am 18. Oktober 2020.
  8. Tilmann P. Gangloff: Svenja Jung, Merlin Rose, Kömmerling/Brinx, Stoye. Ein Märchen im Spielfilm-Format Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 25. Februar 2019.
  9. Der süße Brei. Abgerufen am 27. Februar 2020.