Der schwarze Spiegel (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der schwarze Spiegel
Originaltitel The Dark Mirror
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1946
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Robert Siodmak
Drehbuch Nunnally Johnson
Produktion Nunnally Johnson
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Milton R. Krasner
Schnitt Ernest J. Nims
Besetzung
Synchronisation

Der schwarze Spiegel (Originaltitel: The Dark Mirror) ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Film noir von Robert Siodmak aus dem Jahr 1946, in dem Olivia de Havilland, Lew Ayres und Thomas Mitchell die Hauptrollen spielen. Nunnally Johnson schrieb das Drehbuch nach einer Originalidee von Vladimir Pozner.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der angesehene Arzt Dr. Perada wird ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen führen die Polizei um Ltd. Stevenson bald zu Peradas Freundin Terry Collins, die zum Tatzeitpunkt von zwei Zeugen in Nähe der Wohnung gesehen wurde und zunächst für Stevenson als wahrscheinliche Mörderin gilt. Gleichzeitig haben jedoch mehrere vertrauenerweckende Zeugen Terry während der Tatzeit auf einem Musikkonzert gesehen. Schnell findet Stevenson des Rätsels Lösung, denn Terry hat eine Zwillingsschwester namens Ruth, die ihr äußerlich aufs Haar gleicht. Stevenson verhaftet beide, nachdem die Schwestern keine Aussage machen wollen, wo sie sich zum Tatzeitpunkt jeweils aufgehalten haben. Für Stevenson ist klar, dass eine der beiden Schwestern die Mörderin ist – doch er weiß nicht welche, denn die beiden Zeugen, die sie bei Peradas Wohnung gesehen haben wollen, können sie nicht auseinanderhalten. Daher müssen die Schwestern wieder freigelassen werden.

Um herauszufinden, welche der beiden den Mord begangen hat, engagiert Stevenson den Psychologen Scott Elliott, zu dessen Fachgebiet Zwillinge gehören und – weil er eine Praxis in dem Ärztehaus besitzt, in dem auch Terry gearbeitet hat – mit den Schwestern flüchtig bekannt ist. Elliott führt regelmäßig Studien über Zwillinge durch und will eine solche nun auch mit Ruth und Terry in Angriff nehmen. Zunächst vermuten die Schwestern einen Trick der Polizei, doch insbesondere die selbstbewusstere Terry brennt auf den Test, während Ruth ängstlich reagiert. Elliott unterzieht die Schwestern unter anderem einem Rorschach-Test, bei dem Ruth versehentlich das Wort Spiegel mit Tod verknüpft. Terry gerät über diese Wortverknüpfung in Wut über Ruth und verlangt von ihr, dass sie die Geschichte um den Mord an dem Arzt endlich vergessen solle. Scott freundet sich mit Ruth an und unterhält sich mit beiden Schwestern. Terry erzählt dem Arzt, dass der einzige Unterschied zwischen ihnen immer gewesen sei, dass Terry keinen von Ruths Liebhabern gemocht habe. Als Scott und Ruth sich einmal vor dem Apartment der Schwestern küssen, wird das von Terry eifersüchtig vom Fenster aus beobachtet. In der Folgezeit versucht Terry nun, ihre Schwester mit der Gaslighting-Technik zu zerstören, indem sie ihr falsche Tatsachen vorspiegelt. So erzählt sie Ruth, dass sie nachts regelmäßig aus Albträumen aufwache – woran sich Ruth jedoch nicht erinnern kann, sodass sie befürchtet, wahnsinnig zu werden.

Bei einem Test mittels eines Lügendetektors befragt Dr. Elliott Terry über Ruths frühe Beziehungen und der Lügendetektor schwenkt regelmäßig aus. Dem Arzt wird klar, dass Terry von Hass und Paranoia gegenüber ihrer Schwester getrieben ist, weil Ruth – obwohl sie beide gleich aussehen – immer schon von ihren Mitmenschen mehr gemocht worden ist als Terry. Die Testresultate weisen auf Terry als Mörderin hin, und sagen andererseits aus, dass Ruth nicht fähig sei, einen Mord zu begehen. Polizeileutnant Stevenson fordert Elliott auf, Ruth die Testergebnisse sofort mitzuteilen, weil sie möglicherweise in Gefahr sei. Am Telefon erreicht Elliott Terry, die vorgibt, ihre Schwester zu sein, und sich am Abend mit ihm treffen will. Kurz darauf erscheint die echte Ruth im Büro des Psychologen, die inzwischen glaubt, wahnsinnig zu sein. Der Arzt verneint dies, gibt Ruth jedoch nicht die Testergebnisse. Als Terry in der Rolle von Ruth später am Abend bei ihm erscheint, enthüllt Elliott ihre wahre Identität und konfrontiert sie mit der Diagnose, dass sie wahnsinnig sei und Perada ermordet habe. In diesem Moment ruft Stevenson vom Apartment der Collins an, dass Ruth Suizid begangen habe. Gegenüber Stevenson behauptet Terry immer noch, dass sie Ruth sei und Terry den Doktor getötet habe, weil der Arzt Ruth bevorzugt habe. Auf dem Höhepunkt des Geständnisses erscheint die echte Ruth, die sich im Nebenzimmer aufgehalten hat. In hysterischer Wut wirft Terry ein Objekt auf die Reflexion ihrer Schwester im Spiegel, ehe sie verhaftet wird. In der Schlussszene bahnt sich eine Liebesbeziehung zwischen Ruth und Dr. Elliott an.

Produktion, Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fotografischen Effekte, mit deren Hilfe Olivia de Havilland in beiden Rollen in derselben Einstellung gezeigt werden konnte, wurden von dem im Vorspann nicht genannten Kameraveteranen Eugen Schüfftan besorgt. Siodmak bekannte später, dass er trotz des Erfolges des Films Johnsons Drehbuch für nicht besonders gelungen hielt und Schwierigkeiten mit seiner Hauptdarstellerin de Havilland hatte, die sich seinen Regieanweisungen widersetzt habe.[1]

Der schwarze Spiegel startete am 18. Oktober 1946 in den USA und am 21. April 1950 in den deutschen Kinos.[2][3]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronfassung entstand zur deutschen Kinopremiere 1950 bei der Ultra Film Synchron GmbH, München. Das Dialogbuch kam von Bertha Gunderloh, die Dialogregie führte Alfred Vohrer.[4]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Terry Collins / Ruth Collins Olivia de Havilland Eva Vaitl
Dr. Scott Elliott Lew Ayres Hans Nielsen
Ltd. Stevenson Thomas Mitchell Bum Krüger
Rusty Richard Long Gert Günther Hoffmann
Staatsanwalt Girard Charles Evans Walter Holten
Zeuge George Benson Lester Allen Richard Münch
Sgt. Temple William Halligan Otto Wernicke

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosley Crowther von der New York Times fand, der Film leide „am mangelnden Einfallsreichtum des Autors, das Puzzle in einer zufriedenstellenden Weise aufzulösen“.[5] Das Lexikon des internationalen Films sieht „ein raffiniert ausgeklügeltes intellektuelles Spiel. Psychoanalyse zum Gruseln, spannend inszeniert und glänzend gespielt.“[3]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war 1946 in der Kategorie „Beste Originalgeschichte“ für einen Oscar nominiert.

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 wurde eine TV-Neuverfilmung im US-Fernsehsender ABC ausgestrahlt. Jane Seymour übernahm die Doppelrolle der Zwillingsschwestern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Siodmak, Hans C. Blumenberg (Hrsg.): Zwischen Berlin und Hollywood. Erinnerungen eines großen Filmregisseurs. Herbig, München 1980, ISBN 3-8004-0892-9, S. 128–130.
  2. Alain Silver, Elizabeth Ward (Hrsg.): Film Noir. An Encyclopedic Reference to the American Style, Third Edition. Overlook/Duckworth, New York/Woodstock/London 1992, ISBN 978-0-87951-479-2, S. 83.
  3. a b Der schwarze Spiegel. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. April 2017..
  4. Der schwarze Spiegel. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. April 2017.
  5. The Dark Mirror, like so many of its ilk, suffers from its author’s lack of ingenuity to resolve his puzzle in a satisfying manner.“ – Rezension in der New York Times, 19. Oktober 1946, abgerufen am 20. März 2013.