Dersenow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Dersenow führt kein Wappen
Dersenow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dersenow hervorgehoben
53.38111111111110.89055555555619Koordinaten: 53° 23′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Boizenburg-Land
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 22,51 km²
Einwohner: 445 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 19260,
19273 (Dammereez)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 038844, 038848
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 030
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Fritz-Reuter-Str. 3
19258 Boizenburg/Elbe
Webpräsenz: www.amtboizenburgland.de
Bürgermeister: Gunnar Abel
Lage der Gemeinde Dersenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lutheran Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Steesow Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Damm (Eldetal) Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Severin (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Buchberg (Mecklenburg) Ganzlin Plau am See Wendisch Priborn Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Langen Jarchow Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Zahrensdorf Zahrensdorf Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Körchow Lehsen Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim HagenowKarte
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Dersenow ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Seit 1. August 2004 ist die Gemeinde Teil des Amtes Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe, davor gehörte Dersenow zum Amt Vellahn. Das Gemeindegeniet gliedert sich in die Ortsteile Dammereez mit der Siedlung Hirschkrug und Dersenow mit der Siedlung Am Sonnenberg.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Kapelle auf dem Friedhof in Dersenow

Die Gemeinde befindet sich im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und grenzt im Süden an die niedersächsische Gemeinde Amt Neuhaus. Der größte Teil der Fläche ist Bestandteil des Naturparks Mecklenburgisches Elbetal. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 5 sowie die Bahnstrecke Hamburg–Berlin, an der Dersenow jedoch keinen Haltepunkt besitzt. Der nächste Bahnhof befindet sich in der Nachbargemeinde Brahlstorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Haus an der Bundesstraße 5 (B 5)

Dersenow wurde 1230 im Ratzeburger Zehntregister als Darsenowe erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist altslawischen Ursprunges und bedeutet Ort des Deržen.[3] Später wechselten mehrfach die Besitzer des Gutes, bevor dieses 1932 aufgesiedelt wurde und Bauernwirtschaften entstanden.

Dammereez wurde 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag als Domerace erstmals urkundlich erwähnt.[4] Der Name ist dem altslawischen Wort domu entlehnt und lässt sich als Ort des Domarad übersetzen.[3] Das Dorf bestand damals aus zwölf Bauernstellen, von denen zwei dem Lokator Olricus gehörten, im Jahre 1230 waren es bereits 20.[5][6] Bei diesem soll es sich nach Auffassung von Lisch um Ulrich von Penz gehandelt haben.[7]

1653 umfasste das Dorf den Gutshof, 13 bewirtschaftete und vier wüste Bauernstellen sowie sieben Kossaten.

1769 erwarb Ludolph von Laffert das damalige Lehngut Dammereez, welches bis 1931 im Familienbesitz blieb. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn war in den Jahren 1807–1809 häufiger Gast auf dem Gut, verband ihn doch eine enge Freundschaft mit dem Baron Wilhelm von Laffert.[8] Diesen schätzte Jahn als "einen der edelsten Menschen und persönlichem Gönner".[9] Im Jahre 1864 wurde das Gutshaus zu einem zweigeschossigen Gebäude umgebaut.

Am 1. Mai 1945 kam es zum Beschuss des Dorfes durch amerikanische Panzer, die aus Richtung Dersenow gegen eine Flakstellung der Waffen-SS an der B 5 bei Dammereez vorrückten. Dabei wurden einige der strohgedeckten Häuser zerstört, der Gutsbesitzer Wilhelm Petersen auf der Freitreppe des Gutshauses durch einen Granatsplitter getötet.[10] Der anschließenden amerikanischen Besatzung folgte zunächst die englische, ehe im Juli 1945 die Sowjetarmee in Dammereez einrückte. Diese bewirtschaftete das Gut zur Selbstversorgung bis zum Abzug 1947. Die Witwe Petersen flüchtete nach Niedersachsen und wurde im Zuge der Bodenreform enteignet.[11] Teile der Gutsländereien wurden anschließend an Neubauern verteilt, die die Flächen aber im Rahmen der Zwangskollektivierung bis 1959 wieder in eine LPG Typ III einbringen mussten. Ein Jahr später wurde die LPG in eine LPG Typ I umgewandelt, die sich dann ihrerseits 1968 mit der LPG in Dersenow vereinigte. 1970 wurde Dammereez nach Dersenow eingemeindet. Die LPG wurde nach der Wende in eine Agrargenossenschaft umgewandelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Englischer Landschaftspark Dammereez mit alten Baumbeständen und wertvollen dendrologischen Gärten
  • Schäferstein zwischen Dersenow und Dammereez

Die Baudenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Baudenkmale in Dersenow aufgeführt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dersenow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 3,2 MB) der Gemeinde
  3. a b Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 39, online.
  4. MUB I, Nr. 154.
  5. Ludwig Hellwig: Das Zehntenregister des Bistums Ratzeburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 69, 1904, ISSN 0259-7772, S. 291–350, hier S. 323, online.
  6. MUB I, 375
  7. Georg Christian Friedrich Lisch: Die Kirche und Pfarre zu Vellahn. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 41, 1876, S. 177–194, hier S. 188, online.
  8. Stephan Sehlke: Das geistige Boizenburg. Bildung und Gebildete im und aus dem Raum Boizenburg vom 13. Jahrhundert bis 1945. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-0423-2, S. 275, bei google.books.
  9. Hans-Joachim Bartmuß, Eberhard Kunze, Josef Ulfkotte (Hrsg.): „Turnvater“ Jahn und sein patriotisches Umfeld. Briefe und Dokumente. 1806–1812. Böhlau, Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-20190-6, S. 34.
  10. Petra Burghardt: Geschichten von Drüben. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-5445-8, S. 9.
  11. Petra Burghardt: Geschichten von Drüben. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-5445-8, S. 12.