Dersenow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Dersenow führt kein Wappen
Dersenow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dersenow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 23′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Boizenburg-Land
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 22,51 km2
Einwohner: 476 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 19260,
19273 (Dammereez)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 038844, 038848
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 030
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Fritz-Reuter-Str. 3
19258 Boizenburg/Elbe
Webpräsenz: www.amtboizenburgland.de
Bürgermeister: Gunnar Abel
Lage der Gemeinde Dersenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Dersenow ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Seit 1. August 2004 ist die Gemeinde Teil des Amtes Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe, davor gehörte Dersenow zum Amt Vellahn. Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortsteile Dammereez mit der Siedlung Hirschkrug und Dersenow mit der Siedlung Am Sonnenberg.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle auf dem Friedhof in Dersenow

Die Gemeinde befindet sich im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und grenzt im Süden an die niedersächsische Gemeinde Amt Neuhaus. Der größte Teil der Fläche ist Bestandteil des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern. Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 5 sowie die Bahnstrecke Berlin–Hamburg, an der Dersenow jedoch keinen Haltepunkt besitzt. Der nächste Bahnhof befindet sich in der Nachbargemeinde Brahlstorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus an der Bundesstraße 5 (B 5)

Dersenow wurde 1230 im Ratzeburger Zehntregister als Darsenowe erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist altslawischen Ursprunges und bedeutet Ort des Deržen.[3] Später wechselten mehrfach die Besitzer des Gutes, bevor dieses 1932 aufgesiedelt wurde und Bauernwirtschaften entstanden.

Dammereez wurde 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag als Domerace erstmals urkundlich erwähnt.[4] Der Name ist dem altslawischen Wort domu entlehnt und lässt sich als Ort des Domarad übersetzen.[3] Das Dorf bestand damals aus zwölf Bauernstellen, von denen zwei dem Lokator Olricus gehörten; 1230 waren es bereits 20.[5][6] Bei diesem soll es sich nach Auffassung von Lisch um Ulrich von Penz gehandelt haben.[7]

1653 umfasste das Dorf den Gutshof, 13 bewirtschaftete und vier wüste Bauernstellen sowie sieben Kossaten.

1769 erwarb Gotthard Leonhard von Laffert von Georg von Töbing das damalige Lehngut Dammereez, welches bis 1931 im Familienbesitz blieb. Unter Ludolph Friedrich von Laffert begann die Umgestaltung des Parks in Dammereez zu einem englischen Landschaftspark. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn war 1807/09 häufiger Gast auf dem Gut, verband ihn eine enge Freundschaft mit dem Baron Wilhelm von Laffert.[8] Diesen schätzte Jahn als „einen der edelsten Menschen und persönlichem Gönner“.[9] 1810 kaufte Friedrich Kuhberg das Gut. 1864 wurde das Gutshaus zu einem zweigeschossigen Gebäude umgebaut.

Am 1. Mai 1945 kam es zum Beschuss des Dorfes durch amerikanische Panzer, die aus Richtung Dersenow gegen eine Flakstellung der Waffen-SS an der B 5 bei Dammereez vorrückten. Dabei wurden einige der strohgedeckten Häuser zerstört, der Gutsbesitzer Wilhelm Petersen auf der Freitreppe des Gutshauses durch einen Granatsplitter getötet.[10] Der anschließenden amerikanischen Besatzung folgte zunächst die englische, ehe im Juli 1945 die Sowjetarmee in Dammereez einrückte. Diese bewirtschaftete das Gut zur Selbstversorgung bis zum Abzug 1947. Die Witwe Petersen flüchtete nach Niedersachsen und wurde im Zuge der Bodenreform enteignet.[11] Teile der Gutsländereien wurden anschließend an Neubauern verteilt, die die Flächen aber im Rahmen der Zwangskollektivierung bis 1959 wieder in eine LPG Typ III einbringen mussten. Ein Jahr später wurde die LPG in eine LPG Typ I umgewandelt, die sich dann ihrerseits 1968 mit der LPG in Dersenow vereinigte. 1970 wurde Dammereez nach Dersenow eingemeindet. Die LPG wurde nach der Wende in eine Agrargenossenschaft umgewandelt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Englischer Landschaftspark Dammereez mit alten Baumbeständen und wertvollen dendrologischen Gärten
  • Schäferstein, ein mittelalterlicher Sühnestein zwischen Dersenow und Dammereez[12]

Die Baudenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Baudenkmale in Dersenow aufgeführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Giske (* 1853 in Dammereez; † 1915 in Lübeck), Klassischer Philologe und Pädagoge

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dersenow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Dersenow. Gemeinde Dersenow, 13. März 2013; abgerufen am 21. Januar 2016 (PDF; 3 MB).
  3. a b Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 39, online.
  4. MUB I, Nr. 154.
  5. Ludwig Hellwig: Das Zehntenregister des Bistums Ratzeburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 69, 1904, ISSN 0259-7772, S. 291–350, hier S. 323, online.
  6. MUB I, 375
  7. Georg Christian Friedrich Lisch: Die Kirche und Pfarre zu Vellahn. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 41, 1876, S. 177–194, hier S. 188, online.
  8. Stephan Sehlke: Das geistige Boizenburg. Bildung und Gebildete im und aus dem Raum Boizenburg vom 13. Jahrhundert bis 1945. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-0423-2, S. 275, bei google.books.
  9. Hans-Joachim Bartmuß, Eberhard Kunze, Josef Ulfkotte (Hrsg.): „Turnvater“ Jahn und sein patriotisches Umfeld. Briefe und Dokumente. 1806–1812. Böhlau, Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-20190-6, S. 34.
  10. Petra Burghardt: Geschichten von Drüben. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-5445-8, S. 9.
  11. Petra Burghardt: Geschichten von Drüben. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-5445-8, S. 12.
  12. Sühnekreuz Dammereez