Deserpidin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Deserpidin
Allgemeines
Name Deserpidin
Andere Namen
  • (1R,15S,17R,18R,19S,20S)-18-Methoxy-17-(3,4,5-trimethoxybenzoyloxy)-3,13-diaza­pentacyclo[11.8.0.02,10.04,9.015,20]henicosa-2(10),4,6,8-tetraen-19-carbonsäuremethylester
  • 11-Desmethoxyreserpin
  • Canescin
  • Raunormin
Summenformel C32H38N2O8
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 131-01-1
EG-Nummer 205-004-8
ECHA-InfoCard 100.004.551
PubChem 8550
Wikidata Q5263885
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C02AA05

Eigenschaften
Molare Masse 578,65 g·mol−1
Schmelzpunkt
pKs-Wert

6,68[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Deserpidin ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Alkaloide, genauer der Rauwolfia-Alkaloide. Es ist dem Reserpin strukturell sehr ähnlich; es unterscheidet sich lediglich durch eine fehlende –OCH3-Gruppe an der Indol-Teilstruktur.[4]

Vorkommen und Gewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indische Schlangenwurzel (Rauwolfia serpentina)

Deserpidin kommt in Pflanzen der Gattung Rauvolfia vor und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts das erste Mal aus der indischen Schlangenwurzel extrahiert.

Synthetisch ist Deserpidin aus Reserpin zugänglich.[5]

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blutdrucksenkende Eigenschaften des Deserpidins wurden in zahlreichen Studien belegt.[6][7] Auch eine neuroleptische Wirkung konnte nachgewiesen werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Eintrag zu Deserpidin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 6. Juni 2017.
  2. a b c d S. Gangolli: The Dictionary of Substances and Their Effects: E-J. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 978-0-854-04823-6, S. 89 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. S. C. Fulton, M. D. Healy: Comparison of the effectiveness of deserpidine, reserpine, and alpha-methyltyrosine on brain biogenic amines. In: Fed Proc. (1976), Band 35, Heft 14, S. 2558–2562. PMID 11134.
  5. G. Varchi, A. Battaglia, C. Samorì, E. Baldelli, B. Danieli, G. Fontana, A. Guerrini, E. Bombardelli: Synthesis of deserpidine from reserpine. In: Journal of natural products. Band 68, Nummer 11, November 2005, S. 1629–1631, doi:10.1021/np050179x, PMID 16309312.
  6. P. Y. Hatt: [Clinical trials of an antihypertensive drug, a combination of methylclothiazide and deserpidine]. In: Clinique. Band 60, Nummer 613, November 1965, S. 749–754, PMID 5859341.
  7. H. W. Kimmerling: Methyclothiazide and deserpidine in the treatment of the elderly hypertensive. In: Current therapeutic research, clinical and experimental. Band 9, Nummer 2, Februar 1967, S. 75–78, PMID 4962534.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!