Desiderius von Aquitanien

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Desiderius († 587 bei Carcassonne[1]) war ein gallorömischer Herzog in Aquitanien während der Regierung der fränkischen Merowingerkönige Chilperich I. und Guntram I. Er diente Chilperich als dessen führender General.[2]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sigibert I. von Austrasien 575 ermordet wurde, sandte Chilperich Desiderius, um Austrasien zu erobern, aber Guntram, König von Burgund, sandte ihm den Patrizier Mummolus entgegen, und Desiderius wurde besiegt und zum Rückzug gezwungen, so dass Childebert II. den Thron seines Vaters übernehmen konnte.[2] Im folgenden Jahr verwüstete Desiderius zusammen mit Bladast und Berulf, die Umgegend von Bourges.[3]

Offiziell verlieh ihm und Bladast Chilperich im Jahr 583 dann das Herzogtum Aquitanien. Zusätzlich wurde eine Armee ausgerüstet, um gegen die Basken zu ziehen. Jedoch wurden sie entscheidend von diesen geschlagen.[4]

Beim Tod Chilperichs 584 wandte sich Desiderius nach Tholosen, um den Schatz Chilperichs, den seine Tochter Riguntha, verlobt mit Reccared dem König des westgotischen Spaniens. Im Folgejahr nach der Episode mit Gundowald schloss Desiderius Frieden mit Guntram. Schon 587 starb Desiderius jedoch.[2] Seine Witwe Tetradia, Tochter eines Edelfrau und eines Bauern, wurde von ihrem ersten Ehemann Eulalius angeklagt, da sie sich von ihm getrennt hatte und dabei einen Großteil seines Vermögens an sich nahm. Das Diebesgut musste zurückgegeben werden und die Kinder, die sie mit Desiderius hatte, für illegitim erklärt.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Archibald R. Lewis: The Dukes in the Regnum Francorum, A.D. 550–751, in: Speculum 51,3 (1976) 381–410.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie universelle ou Dictionnaire historique. Band 2: Cha–Ger. Furne et cie, Paris 1841, S. 371 (books.google.de).
  2. a b c Ferdinand Lot: Naissance de la France. Librairie Arthème Fayard, Paris 1948, OCLC 750861301, S. 864 (französisch, classiques.uqac.ca).
  3. Jean-Mamert Cayla, Perrin-Paviot: Histoire de la ville de Toulouse depuis sa fondation jusqu’a nos jours. Hrsg.: Administration de l’histoire générale des villes du midi de la France. Bon et Privat, Toulouse 1839, S. 101 (französisch, books.google.fr).
  4. Louis-Hector Chaudru de Raynal: Histoire du Berry depuis les temps les plus anciens jusqu’en 1789. Vermeil, Vermeil 1845, S. 173 (französisch, books.google.fr).
  5. Jean-Mamert Cayla, Perrin-Paviot: Histoire de la ville de Toulouse depuis sa fondation jasqu’à nos jours. Hrsg.: Administration de l’histoire générale des villes du midi de la France. Bon et Privat, Toulouse 1839, S. 107 (books.google.fr).