Dessert

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Dessertvariationen als Abschluss eines mehr­gängigen Menüs

Das Dessert (oder Nachtisch,[1] Nachspeise;[2] [dɛˈseːɐ̯], [dɛˈsɛːɐ̯], [dɛˈsɛʁt] oder [ˈdɛsɛːr];[3] französisch dessert, italienisch dessert, englisch side dish, dessert) ist in der Kochkunst bei mehreren Speisenfolgen eine Speise, die nach der Hauptspeise verzehrt wird und die Mahlzeit abschließt.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lehnwort stammt aus französisch desservir „die Speisen abtragen, den Tisch abdecken“,[4] womit die beendete Hauptspeise gemeint ist. Das Dessert ist daher der Gang, der nach dem Abräumen der Tafel verzehrt wurde.[5] Gehören die Hauptspeisen meist zu den Warmspeisen, werden Desserts entweder kalt oder auch warm serviert. Diese Unterscheidung hängt von den hauptsächlich verwendeten Zutaten ab. Desserts werden in geringen Portionen serviert wie auch die Vorspeisen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits die Esskultur im Römischen Reich bestand aus Vorspeise (lateinisch antecenium, gustatio), Hauptgericht (lateinisch mensa prima) und Nachtisch (lateinisch savillum, secunda mensa). Viele Gastmahle sind aus jener Zeit überliefert wie das des Cornelius Lentulus[6] oder Plinius.[7]

Die heute in der westlichen Welt übliche Menüfolge aus mehreren Gängen hintereinander ist vergleichsweise jung. Sie wurde erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts allmählich üblich.[8] Der russische Fürst Kurakin soll erstmals 1830 in Paris auf diese Weise ein Festbankett servieren lassen haben.[9] Die Speisenfolge steigert sich im Geschmack (von pikant/stimulierend bis zu süß), in der Konsistenz (über flüssig/leicht bis zu beißfest und wieder leicht) und Vermischung oder Trennung der Speisebestandteile (vermischt bei Suppen, getrennt bei Hauptspeise bis vermischt bei Nachspeise).[10]

Arten und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Desserts werden meist Süßspeisen assoziiert, doch auch nicht süße Gerichte wie Käseplatten sind üblich; sie werden eher Nachspeise genannt. Zu den Warmspeisen gehören beispielsweise flambierte Desserts oder mit warmen Dessertsaucen (etwa Schokoladensauce) überzogene Nachspeisen, während Eis- oder Käsespezialitäten kalt auf den Tisch kommen. Ein typisches Getränk zum Dessert kann der Dessertwein sein, nach dem er benannt wurde.

Internationale Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Gerichte kommen meist aus einer bestimmten Region, ihre Kochrezepte werden jedoch einheitlich übernommen.

Typische süße Desserts sind unter anderem[11] Crème brûlée, Crêpe, Eierspeisen (etwa Palatschinken, Pfannkuchen), flambierte Desserts (Crêpe Suzette), Flammeri, Gebäck, Kaltschale, Kompott, Konfekt, Kuchen, Mehlspeise (Schmarren, Strudel), Mousse, Obst (Obstsalat), Panna cotta, Pralinen, Pudding, Sorbet, Speiseeis, Torten, Windbeutel, Zabaglione oder Zuckerwerk.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dessert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Dessert – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Dessert-Rezepte – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Hering, F. Jürgen Herrmann (Hrsg.): Herings Lexikon der Küche. 23. Auflage, Fachbuchverlag Pfanneberg, Haan-Gruiten 2001, ISBN 3-8057-0470-4.
  2. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus (Hrsg.), Kochkunst, 2008, ISBN 978-3-7653-3281-4
  3. Duden | Dessert | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. Abgerufen am 8. Februar 2017.
  4. Ursula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 108
  5. Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage, 2002
  6. Macrobius Ambrosius Theodosius, Saturnalia, 3, 13, 11 ff.
  7. Plinius der Ältere, Epistulae, 1, 15
  8. Margaret Visser, The Rituals of Dinner: The Origins, Evolution, Eccentricities, and Meaning of Table Manners, 1991, S. 198
  9. Margaret Visser, The Rituals of Dinner: The Origins, Evolution, Eccentricities, and Meaning of Table Manners, 1991, S. 202
  10. Lothar Kolmer (Hrsg.), "Finger fertig": eine Kulturgeschichte der Serviette, 2008, S. 157 f.
  11. Erhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. Von Aachener Printen bis Zwischenrippenstück. 10. Auflage, dtv, München 2006, ISBN 978-3-423-36245-0.