Detlef Seif

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Detlef Seif (2013)

Detlef Seif (* 15. August 1962 in Euskirchen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit 2009 vertritt er den Wahlkreis 92 (Euskirchen - Rhein-Erft-Kreis II) als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1982 leistete Seif Grundwehrdienst in Munster und im Heeresamt in Köln in einem Dezernat für Führungs- und Einsatzgrundlagen. 1984 begann er das Studium der Rechtswissenschaft in Bonn, das er 1989 mit dem ersten Staatsexamen und dem Schwerpunkt „Besonderes Verwaltungsrecht“ abschloss. Während des Studiums erhielt er ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. 1990 bis 1993 war Seif Referendar am Oberlandesgericht Köln und absolvierte das zweite juristische Staatsexamen im Wahlfach „Zivilrecht“. 1993 gründete er eine Rechtsanwaltskanzlei mit den Schwerpunkten Familienrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Erbrecht und Verkehrsrecht in Weilerswist.

Seif ist evangelisch, verheiratet und Vater einer Tochter.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seif ist seit 1982 Mitglied der CDU und hatte seitdem eine Reihe von Ämtern innerhalb der Jungen Union und der CDU inne. 1999 bis 2009 war er Mitglied im Rat der Gemeinde Weilerswist. 2005 bis 2009 leitete er dort den Ausschuss für das Neubaugebiet „Weilerswist-Süd“. 2001 bis 2009 war er Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Weilerswist. Seit 2009 leitet Seif den Kreisverband Euskirchen und ist stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Aachen.

Er war in den 1980er Jahren Vorsitzender der Bürgerinitiative zum Erhalt der Steinbachtalsperre. Mitte der 1980er Jahre war er Referent der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte zum Thema „Menschenrechtsverletzungen in der DDR“.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 ist Seif Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2009 gewann er mit 43,6 % der Erststimmen den Wahlkreis Euskirchen – Erftkreis II (heute: Euskirchen - Rhein-Erft-Kreis II). Er setzte sich damit gegen die damalige Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel (SPD), durch, die 29 % der Stimmen erhielt. Bei der Bundestagswahl 2013 gewann er den Wahlkreis 92 mit 50,9 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2017 mit 42,84 % vor seiner SPD-Mitbewerberin Ute Meiers (26,18 %).[2]

Seif ist seit 2014 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Dort ist er inhaltlich unter anderem zuständig für den Bereich Justiz und Inneres (Grundrechte, Unionsbürgerschaft, justizielle und polizeiliche Zusammenarbeit, Grenzschutz und Terrorismusbekämpfung, Asyl- und Migrationspolitik). Dazu kommen die Beziehungen zu internationalen Organisationen und die Assoziierungspolitik sowie die Mittelmeer/Euro-mediterrane Partnerschaft (EUROMED). Seif ist Länderberichterstatter für Großbritannien und Malta.

Er gehörte in der 18. Wahlperiode dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages an. Im Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung war er stellvertretendes Mitglied.

In der 19. Wahlperiode gehört er neben dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union (EU-Ausschuss) auch dem Innenausschuss als ordentliches Mitglied an[3]. Zudem wurde er 2018 Mitglied im Untersuchungsausschuss „Breitscheidplatz“[4], der sich mit dem Anschlag Anis Amris auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 befasst[3].

Im April 2018 erklärte Seif, sein Facebook-Profil löschen zu wollen[5]. Nach dem Bekanntwerden des Datenskandals um Cambridge Analytica reagierte er mit einem Offenen Brief an den Managing Director Central Europe von Facebook. Darin erklärte er: "Solange Sie einen schlampigen Umgang mit den Daten der Nutzer an den Tag legen und keine Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit umsetzen, kann ich niemandem empfehlen, Facebook zu nutzen."[6]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seif ist Mitglied der Europa-Union Deutschland. Im Bundestag gehört er unter anderem der deutsch-britischen und der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe an.

Böhmermann-Affäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seif sorgte für Aufsehen, als er vor dem Bundestagsplenum am 12. Mai 2016 das umstrittene Böhmermann-Schmähgedicht vollumfänglich rezitierte. Nach eigenem Bekunden wollte er damit den Abgeordneten die fragwürdige Qualität der Satire verdeutlichen: „Selbst zweifelhafte Gestalten wie Herr Erdoğan genießen den Schutz ihrer Ehre“.[7] Die Aufnahme der Rezitation ist Bestandteil der von Jan Böhmermann konzipierten Ausstellung „Deuscthland“ im NRW-Forum in Düsseldorf.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Detlef Seif – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://detlef-seif-cdu.de/basis/person.htm
  2. Wahl zum Deutschen Bundestag - Wahl zum Deutschen Bundestag 2017 im Kreis Euskirchen - Wahlkreis 92 Euskirchen - Rhein-Erft-Kreis II. Abgerufen am 27. November 2017.
  3. a b Deutscher Bundestag - Detlef Seif. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 20. März 2018]).
  4. 1. Untersuchungsausschuss Deutscher Bundestag, abgerufen am 18. September 2018.
  5. Michael Schwarz: Abschied von Facebook: Weilerswister CDU-Politiker zieht Konsequenzen aus Datenskandal. In: Kölner Stadt-Anzeiger. (ksta.de [abgerufen am 9. April 2018]).
  6. Bundestagsabgeordneter Detlef Seif verlässt Facebook. Abgerufen am 9. April 2018.
  7. FAZ.NET vom 12. Mai 2016: CDU-Politiker trägt Schmähgedicht im Bundestag vor abgerufen am 13. Mai 2016.
  8. Klas Libuda, Düsseldorf: Ausstellung in Düsseldorf: Verunsicherung ist Jan Böhmermanns Kunst. Abgerufen am 27. November 2017.