Detlev von Bülow

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Detlev von Bülow

Detlev Wilhelm Theodor von Bülow (* 16. April 1854 in Schwerin; † 11. Februar 1926 in Bad Wildungen) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Als Mitglied der Freikonservativen Partei vertrat er seit 1889 den Kreis Stormarn im Preußischen Landtag. Von 1907 bis 1914 war er Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein.

Leben[Bearbeiten]

Detlev von Bülow war der Sohn des Großherzoglich-Mecklenburgischen Kammerherrn Friedrich von Bülow (1817–1893), Gutsherr auf Bothkamp und Bossee (Gemeinde Westensee), und der Gräfin Thekla Holstein. Er besuchte das Alte Gymnasium (Flensburg). Nach dem Abitur begann er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Rechtswissenschaft zu studieren. 1876 wurde er im Corps Borussia Bonn aktiv.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Universität Leipzig, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Nach dem Studium war er Gerichtsreferendar beim Oberlandesgericht Frankfurt/Oder und Regierungsassessor in Potsdam. Als Regierungsassessor kehrte er 1885 in seine Heimat Schleswig-Holstein zurück. Im Mai 1887 wurde er zum Landrat des Kreises Stormarn ernannt. Im Juli 1894 legte er sein Amt nieder, um sein ererbtes Fideikommiss Bossee zu verwalten. 1907 wurde er Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein, womit er Kurt von Dewitz ablöste. Am 30. September 1914 legte er sein Amt nieder.

Bülow heiratete am 18. August 1888 auf Gut Eschelmark (heute Ortsteil von Kosel) Magna Bertha Jenny von Wedderkop (* 16. April 1867 auf Gut Eschelmark; † 14. Oktober 1947 auf Gut Bossee), die Tochter des Kammerherrn Friedrich Ludwig Wilhelm von Wedderkop, Gutsherr auf Eschelmark, und der Marianne von Hildebrandt.

Im Jahr 1889 wurde er als Abgeordneter des Wahlkreises Schleswig-Holstein 16 (Stormarn) in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dem er bis zum 21. Februar 1907 angehörte.[2]

Bülow war seit 1916 unter anderem Ehrenbürger der Stadt Friedrichstadt im westlichen Schleswig-Holstein, da er sich in seiner Zeit als Oberpräsident entschieden für eine Eiderbrücke in der Stadt einsetzte. Er war außerdem königlich preußischer Kammerherr, Wirklicher Geheimer Rat und Ehrenritter des Johanniterordens.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1930, 11, 590
  2. Mann, Bernhard (Bearb.) : Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 90 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3); zu den Wahlergebnissen siehe Kühne, Thomas : Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. Düsseldorf : Droste Verlag, 1994, S. 493–495 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 6)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gesellschaft für Friedrichstädter Stadtgeschichte: v. Bülow. Ehrenbürger unserer Stadt, Heft 26 (1985) S. 19–28.
  • Schwabe, Klaus (Hrsg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945 (Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte; Bd. 15). Boppard am Rhein, 1985.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A Band XIX, Seite 207, Band 92 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987.

Weblinks[Bearbeiten]