Dettingen an der Erms

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dettingen an der Erms
Dettingen an der Erms
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dettingen an der Erms hervorgehoben

Koordinaten: 48° 32′ N, 9° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 398 m ü. NHN
Fläche: 15,81 km2
Einwohner: 9690 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 613 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72581
Vorwahl: 07123
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
72581 Dettingen an der Erms
Website: www.dettingen-erms.de
Bürgermeister: Michael Hillert
Lage der Gemeinde Dettingen an der Erms im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BiberachLandkreis BöblingenLandkreis EsslingenLandkreis EsslingenLandkreis GöppingenLandkreis SigmaringenLandkreis TübingenZollernalbkreisBad UrachDettingen an der ErmsEngstingenEningen unter AchalmGomadingenGrabenstettenGrafenberg (Landkreis Reutlingen)Gutsbezirk MünsingenHayingenHohenstein (Landkreis Reutlingen)HülbenLichtenstein (Württemberg)MehrstettenMetzingenMünsingen (Württemberg)PfronstettenPfullingenPfullingenPliezhausenReutlingenRiederichRömerstein (Gemeinde)SonnenbühlSt. Johann (Württemberg)TrochtelfingenWalddorfhäslachWannweilZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Dettingen an der Erms ist eine Gemeinde rund zwölf Kilometer nordöstlich von Reutlingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Neckar-Alb und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Dettingen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dettingen an der Erms (2019)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung liegt im oberen Ermstal zwischen den Städten Metzingen und Bad Urach am Fuße der mittleren Schwäbischen Alb, der hier die Gemeindegrenze bildet, auf einer Höhe von 372 m ü. NN (Erms an der Gemarkungsgrenze zu Neuhausen an der Erms) bis 790 m ü. NN am Rossberg. Südlich von Dettingen befindet sich der Vulkanschlot Calverbühl, der sich durch seinen Reichtum an vulkanischen Lapilli auszeichnet.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Dettingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zu den Landkreisen Reutlingen oder Esslingen¹: Neuffen¹, Hülben, Bad Urach, St. Johann und Metzingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Dettingen an der Erms gehören das Dorf Dettingen an der Erms, die Siedlung Buchhalde und die Häusergruppe Papierfabrik.

Im Gemeindegebiet liegt die erstmals 1360 als Schneggenhofen erwähnte und bis ins 15. Jahrhundert bewohnte, wüstgefallene Ortschaft Schneckenhofen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte und Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der klimatisch begünstigte Raum war bereits in vorgeschichtlicher und antiker Zeit besiedelt.[4] Südwestlich des Calverbühls (in der Quelle Karpfenbühl genannt) wurden Scherben gefunden, welche auf eine Siedlung in der Hallstattzeit hinweisen.[5] Um 85 n. Chr. kam das Gebiet unter direkte Herrschaft des Römischen Reiches (Provinz Germania superior). Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft im dritten Jahrhundert etablierten sich germanische Stämme (Alemannen), doch fehlen frühalamannische Funde aus Dettingen, wie sie weiter unten am Ermstal (Großbettlingen) und talaufwärts auf dem Runden Berg vorhanden sind. Erst ab der Merowingerzeit ist anhand von fünf Reihengräberfeldern im Süden, Norden und Westen des Ortes eine Besiedlung nachweisbar.[6] Vermutlich gewann in nachrömischer Zeit der Albaufstieg erst im 6. Jahrhundert an Bedeutung.

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte Nennung des Ortsnamens findet sich im Bempflinger Vertrag von 1089 (Tetingin). Die Vorfahren der Grafen von Achalm und Urach, aus welchem das Haus Fürstenberg hervorging, hatten ihren Hauptsitz zu Beginn des 11. Jahrhunderts in Dettingen. Die Stiftskirche in Dettingen war in dieser Zeit die Grablege der Achalmgrafen. Nach Gründung des Klosters Zwiefalten wurden ihre Gebeine dorthin verlegt. 1265 kamen Grundherrschaft und eine Hälfte der Vogtei (Oberhoheit) zusammen mit der Grafschaft Urach an die Grafschaft Württemberg. Die andere Vogteihälfte kaufte Württemberg 1630 von den Herren von Spät. Seither bis 1945 gehörte Dettingen stets zu Württemberg. Dort gehörte Dettingen zum Amt Urach und bildete vom Ende des 15. Jahrhunderts bis 1738 mit Hülben und Glems das Unteramt Dettingen, dessen Rat und Gericht aus jeweils zwölf Dettinger Männern bestand.

Im Mittelalter bestand außerhalb des Dorfes die Siedlung Schneckenhofen (1360 Schneggenhofen), die später abging. Zur Pfarrei Dettingen zählten auch Neuhausen, Glems, Güterstein, Hohenurach und Hülben. Die Pfarrkirche war sehr reich dotiert, Pankratius und Hippolyt von Rom geweiht und von 1482 bis 1516 ein Stift der Brüder vom gemeinsamen Leben. 1534 wurde die Reformation eingeführt.

Während des Dreißigjährigen Krieges gehörte Dettingen von 1637 bis 1648 – mit Unterbrechungen – zur „Pfandschaft Achalm“, war damit vorderösterreichisch und wurde von Innsbruck aus regiert.[7]

Von der Königszeit bis zur Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dettingen blieb bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg weiterhin dem seit 1758 bestehenden Oberamt Urach zugeordnet.

Im Jahre 1871 betrug die Einwohnerzahl 2.850 und 1910 waren es 3.870.

Die Lage am Fluss und die 1873 eröffnete Ermstalbahn förderten eine frühzeitige Industrialisierung. Die Eisenbahn war zunächst eine Privatbahn, 1904 wurde sie von den Württembergischen Staatseisenbahnen übernommen. Die Papierfabrik zum Bruderhaus südlich des Ortes wurde 1860 gegründet. Weitere Industrieansiedlungen folgten, damit einher ging eine stetige Ausweitung der Wohngebiete.

Mit der Auflösung des Oberamts Urach während der NS-Zeit in Württemberg wurde Dettingen 1938 Teil des Landkreises Reutlingen. 1945 kam der Ort zur Französischen Besatzungszone und somit zum Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Außerhalb des Ortes am Talhang wurde 1961 die Siedlung Buchhalde gegründet.

1950 gab es 4.770 Einwohner, 1975 betrug die Zahl 7.640 und 1990 8.940 Einwohner. Zwischen 1871 und 1975 stieg somit die Einwohnerzahl um 168 %. Danach verlangsamte sich die Entwicklung. 1991 wurde die 9000 überschritten. Seitdem hat sich die Zahl im Prinzip auf etwas über 9000 stabilisiert. Zum 30. Juni 2010 wohnen gemäß dem Statistischen Landesamt 9.333 Personen im Ort.

Die Dettinger Markung erstreckt sich quer durch das Ermstal und umfasst 1582 Hektar. Von Ein- und Umgemeindungen ist nichts zu berichten, auch die Gemeindereform der 1970er Jahre brachte keine Änderungen. Dettingen gehört keiner Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft und keinem Gemeindeverwaltungsverband an.

1990 wurde die in den südlichen Talhang gebaute Umgehungsstraße der B 28 eröffnet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche Maria zum guten Stein

Eine Kirche ist für Dettingen bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt. Wie in ganz Württemberg wurde auch in Dettingen 1534 die Reformation eingeführt, sodass die Gemeinde evangelisch-lutherisch wurde. Die heutige evangelische Kirchengemeinde Dettingen an der Erms[8] umfasst die Gemeinde Dettingen an der Erms und den Stadtteil Kappishäusern der Stadt Neuffen (Landkreis Esslingen) im Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Für die nach dem Zweiten Weltkrieg gestiegene Anzahl römisch-katholischer Gläubiger wurde inzwischen ebenfalls eine Gemeinde gegründet. Außerdem ist auch die Neuapostolische Kirche im Ort vertreten. Die ansässige Evangelische Bruderschaft Kecharismai e. V., auch als Blumenbrüder bekannt, betreibt in Dettingen einen Gartenbaubetrieb, zwei Gartenanlagen und ein Altenwohnheim.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dettingen hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
50
40
30
20
10
0
48,0 %
24,3 %
27,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,0 %p
-3,8 %p
+2,9 %p
FW Freie Wählervereinigung 48,0 9 47,0 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,3 4 28,1 5
UL Unabhängige Liste 27,7 5 24,8 4
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 58,3 % 47,6 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. März 2010 wurde Michael Hillert mit 60,37 % im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von 57,4 % für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein pfahlweis gestellter goldener Doppelhaken, begleitet oben links und unten rechts von je einem sechsstrahligen goldenen Stern. Der Doppelhaken wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wolfsangel bezeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dettingen an der Erms liegt an der Schwäbischen Dichterstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann-Ludwig-Fricker-Haus
  • Heimatmuseum mit historischer Schmiede, Backhaus, Bauernstuben
  • Das Johann-Ludwig-Fricker-Haus wurde 1796 anstelle des baufälligen Helferhauses errichtet, in dem Johann Ludwig Fricker von 1762 bis 1766 lebte. Vor ihm hatte schon Friedrich Christoph Steinhofer dort gelebt. Im heutigen Bau lebte von 1840 bis 1847 Wilhelm Zimmermann, der dort sein Hauptwerk, die Allgemeine Geschichte des Großen Bauernkriegs, verfasste und für den im Obergeschoss des heute als Gemeindehaus genutzten Gebäudes eine Gedenkstätte eingerichtet ist.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesangverein Liederkranz 1865 e. V.
  • Harmonikaclub Dettingen, gegründet März 1931
  • Musikverein „Ermstalmusikanten“, gegründet 23. November 1926
  • VHS Orchester, gegründet 1960
  • CVJM Posaunenchor

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evang. Stiftskirche Dettingen/Erms von Südost
  • Die Evangelische Stiftskirche wird im Bempflinger Vertrag von 1089/90 erstmals erwähnt. Das heutige Kirchengebäude ist das Ergebnis von ungefähr eintausendjährigen Bautätigkeiten: Aus romanischer Zeit (zwischen 950 und 1100) ist der Turmstumpf erhalten. In der Gotik wurde er erhöht. Damals, zwischen 1483 bis 1500, erbaute Peter von Koblenz im Auftrag von Graf Eberhard im Bart im Zusammenhang mit der Gründung des Stifts Dettingen[9] der Brüder vom gemeinsamen Leben auch den gotischen Chor und zwei Seitenkapellen. Die Nordkapelle besteht bis heute, während die Südkapelle mit dem Abbruch des kürzeren und schmaleren, aber baufälligen romanischen Langhauses (dreischiffige Pfeilerbasilika mit Rundbogenarkaden) und der Errichtung eines neugotischen Langhauses 1864–1866 durch Christian Friedrich von Leins abgerissen wurde.[10] Unter Architekt Manfred Wizgall wurde die Stiftskirche 1960 umfangreich renoviert. Dabei wurde der Forderung des Landesdenkmalamtes, nahezu die gesamte neugotische Ausstattung und Farbgebung zu ersetzen, vor allem aus Geldknappheit nur teilweise stattgegeben: Chorrestaurierung, Erneuerung der Chorfenster, neuer Altar und Taufstein sowie Malerarbeiten an Wänden und Gestühl wurden verwirklicht. „In den vergangenen [...] Jahren wurde der Wert der Orgel, der Reste der Verglasungen des 19. Jahrhunderts, die zwischenzeitlich restauriert sind, sowie der sonstigen Bauteile des vorigen Jahrhunderts erkannt.“[11] Der gotische Chor von 1494 mit der verbliebenen nördlichen Pankratiuskapelle besticht durch die Geräumigkeit und durch die Kreuzrippen-Einwölbung mit kunstvoll gestalteten Schlusssteinen und der freigelegten, restaurierten und vorsichtig ergänzten gotischen Bemalung. Von der neugotischen Holzausstattung wurden 1960 insbesondere die Emporenbrüstung und die Kanzel am Chorbogen beibehalten. Der Kanzelkorb zeigt geschnitzte Halbreliefs von Johannes Brenz, Philipp Melanchthon, Martin Luther und Johannes Reuchlin. An den Portalen und an der Westseite sind noch Teile der neugotischen Glasmalerei erhalten, die von Gotthilf Wilhelm (1832–1882) stammen, einem der frühesten württembergischen Glasmaler der Neuzeit. Seine Dettinger Chorfenster (das mittlere mit dem Kreuzigungsmotiv „nach Dürer“) waren 1960 entfernt worden. Der Glaskünstler Adolf Valentin Saile schuf 1960 die drei neuen Chorfenster-Bleiverglasungen. Sie sind thematisch und farblich abgestimmt auf das Altar-Triptychon aus spätgotischen Tafelbildern von 1520–1530 (Geißelung, Kreuzigung, Dornenkrönung Christi) und auf die Gewölbemalerei. Eines der Frühwerke von Thierry Boissel, seit 1991 Leiter der Studien- und Experimentierwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik an der Akademie der Bildenden Künste München,[12] ist das Fenster „Der brennende Dornbusch“ (nach ExLUT, 1986 geschaffen, 1989 eingebaut) in der damals neugebauten Sakristei. Über dem Altar der Nordkapelle erhebt sich eine Bronzeplastik von Karl Hemmeter in Kreuzform, über dem modernen Hauptaltar, oben am Chorbogen, erinnert ein Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert an den Gekreuzigten als Mittelpunkt von Gottesdienst und Predigt.[13]
  • Die evangelische Christuskirche wurde 1967 wegen des starken Wachstums der Gemeinde im Wohngebiet Buchhalde erbaut. Die 1997 verwirklichte großflächige Glasgestaltung zweier Seitenwände stammt von dem Waiblinger Künstler Albrecht Pfister.
Das Dettinger Schlössle, heute Rathaus
  • Rathaus Schlössle
  • Zwiefalter Hof

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirschenweg
  • Kirschenheimat
  • Garten der Stille
  • Skate Park
  • Ziegenpfad rund um den Calverbühl

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Dettingen/Erms e. V., gegründet 1848
  • Schachverein Dettingen Erms e. V., gegründet 1952
  • Ermstal Türkspor Dettingen/Erms e. V., gegründet 1991
  • Schützenverein Dettingen/Erms 1909 e. V.
  • Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Landesverband Württemberg e.V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dettinger Kabarett-Tage im März
  • „Dettinger Frühlingserwachen“ im April
  • Dettinger Kirschenfest
  • „Dettinger Backhaushockete“ (alle zwei Jahre)
  • Dettinger Kunsthandwerkermarkt, immer am 1. Wochenende im Oktober
  • Dettinger Weihnachtsmarkt, immer am 1. Adventswochenende
  • Jahrmarkt: immer am 1. Donnerstag im Juni und am letzten Donnerstag im August

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dettingen gibt es über 500 Gewerbebetriebe, darunter den Automobilzulieferer ElringKlinger, der hier seinen Firmensitz hat. Mit rund 200 Beschäftigten zählt das auf die 1861 gegründete Dettinger Papiermühle zurückgehende Zweigwerk der Munksjö-Gruppe zu den größten Betrieben des Ortes. Auch die kleine Fluggesellschaft Clipper Aviation hat ihren Sitz in Dettingen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 28 führt an der Gemeinde vorbei und verbindet sie im Westen mit Metzingen, Reutlingen und Tübingen und im Osten mit Ulm. Die Ermstalbahn der Erms-Neckar-Bahn AG führt von Bad Urach kommend durch die Gemeinde und bietet Anschluss an die Bahnlinie Tübingen – Stuttgart. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich auf der Grenze der Waben 219 und 221.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Schillerschule gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule im Ort. Seit dem Schuljahr 2013/2014 ist die Schillerschule eine Gemeinschaftsschule, die Werkrealschule wurde deshalb aufgelöst. Außerdem gibt es mit der „Uhlandschule“ noch eine reine Grundschule, mittlerweile aufgelöst und mit der „Schillerschule“ zusammengelegt. Zudem gibt es fünf evangelische Kindergärten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Christoph Steinhofer (1706–1761), 1746–1749 Mitbischof des lutherischen Tropus der Herrnhuter Brüdergemeine, 1749 (Ernennung; Amtsantritt 1750) Pfarrer in Dettingen, 1759–1761 Dekan im Kirchenbezirk Weinsberg, Erbauungsschriftsteller.
  • Johann Ludwig Fricker (1729–1766), Diakonus in Dettingen und Pfarrer in Hülben, verstarb in Dettingen
  • Wilhelm Zimmermann (1807–1878), Diakonus in Dettingen und Pfarrer in Hülben, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, Freund von Eduard Mörike.
  • Hans Eißler (1931–2005), Jurist, in Dettingen für kirchliche Belange tätig
  • Wilhelm Karl König (* 1935), Mundartdichter, zeitweise aufgewachsen in Dettingen
  • Winfried Wagner (* 1949), Mundartautor, Schauspieler, Kolumnist, Schriftsteller, lebt und wirkt in Dettingen
  • Dieter Notz (* 1955), Skilangläufer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Quast: Die frühalamannische und merowingerzeitliche Besiedlung im Umland des Runden Berges bei Urach. Unter Mitarbeit von Wilhelm Tegel und Klaus Düwel. Theiss, Stuttgart 2006 (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg Bd. 84). ISBN 978-3-8062-1959-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dettingen an der Erms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2019 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Johannes Baier, Günter Schweigert: Der Calverbühl bei Dettingen an der Erms. In: Fossilien, 32 (6), 2015, S. 56–59.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 27–28
  4. Max Bach: Fundchronik vom Jahre 1897. In: Fundberichte aus Schwaben. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1898, S. 2 (Online [abgerufen am 4. März 2020]).
  5. B. Hallstattzeit. – Dettingen. In: Peter Goeßler (Hrsg.): Fundberichte aus Schwaben. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung Nägele & Dr. Sproesser, Stuttgart 1908, S. 20 (Online [abgerufen am 4. März 2020]).
  6. Dettingen a. E. In: Peter Goessler (Hrsg.): Fundberichte aus Schwaben 1924–1926. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (Erwin Nägele) G. M. B. H., Stuttgart 1926, S. 146 (Online [abgerufen am 4. März 2020]).
  7. Eberhard Fritz: Die „Pfandschaft Achalm“ im Besitz der Tiroler Linie des Hauses Habsburg. Expansionsbestrebungen in Vorderösterreich während des Dreißigjährigen Krieges. In: Reutlinger Geschichtsblätter. 49, 2010, S. 239–348.
  8. Website der Evangelischen Kirchengemeinde Dettingen an der Erms
  9. Eintrag im Landesarchiv Baden-Württemberg.
  10. Fritz Kalmbach: Mit Spaten und Bagger ins Mittelalter. In: Fritz Kalmbach: Dettingen an der Erms. 1992, ISBN 3-9802924-0-1, S. 292–328.
  11. Eva-Maria Seng: Der evangelische Kirchenbau im 19. Jahrhundert. Die Eisenacher Bewegung und der Architekt Christian Friedrich von Leins. Tübinger Studien zur Archäologie und Kunstgeschichte Band 15, Dissertation von 1992, veröffentlicht Tübingen 1995 S. 522–534, besonders S. 532 ff, Bilderseite 90–94 Abb. 263–278
  12. Werkverzeichnis und Vita siehe [1]
  13. Kirchenführer: Die Dettinger Stiftskirche – Geschichte und Wissenswertes; Dettingen 2010
  14. Dr. Sigmund Riezler: Geschichte des fürstlichen Hauses Fürstenberg und seiner Ahnen bis 1509. 1883, abgerufen am 13. April 2020.
  15. HANS-DIETER LEHMANN: Von „Unruoch proavus Liutoldi comitis“ bis „Dux occupavit Furstenberc“ –Die Uracher Eginonen und ihre Beziehungen zu den Zollern. In: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar55. Band 2012. Abgerufen am 13. April 2020.