Deutsch-Balten

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Glasfenster der Deutsch-Balten im Lüneburger Brömsehaus

Die Deutsch-Balten (oder Deutschbalten, veraltet Balten oder Baltendeutsche) waren eine im Bereich des heutigen Estland und Lettland ansässige deutschsprachige Minderheit, die ab dem späten 12. Jahrhundert als eingewanderte Oberschicht großen Einfluss auf Religion, Kultur und Sprache der Letten und Esten hatte. Außerdem spielte der deutsch-baltische Adel eine bedeutende Rolle in der Geschichte Russlands. Aus seinen Reihen kamen zahlreiche russische Minister, Politiker, Generäle und Admiräle. Die deutschsprachige Universität in Dorpat hatte besonders im 19. Jahrhundert einen festen Platz im deutschen Kulturleben.

Die Deutsch-Balten stellten den Adel und den Großteil des Bürgertums und bis weit ins 19. Jahrhundert der Stadtbewohner in den russischen Ostseegouvernements Estland, Livland, Kurland. Obwohl die Staaten Estland, Lettland und Litauen heutzutage zum Baltikum gerechnet werden, gehörte die deutsche Minderheit in Litauen (Litauendeutsche) nicht zu den Deutsch-Balten. Beide Minderheiten beendeten ihre Existenz im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs infolge des Hitler-Stalin-Paktes, der das Baltikum dem sowjetischen Einflussgebiet zuschlug, durch Übersiedlung nach Deutschland. Heute sind nur noch sehr wenige Deutschsprachige in den baltischen Ländern ansässig.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Mitte des 19. Jahrhunderts das gebildete Bürgertum neben dem Adel und den städtischen Beamten als politische Kraft auftrat, kam die Bezeichnung Balten auf.[1] Diese wurde auch in Russland und Deutschland verwendet, meist ohne dabei die nicht deutschsprachige Bevölkerung etwa der Esten, Liven und Letten einzubeziehen. Der präzisere Ausdruck Deutschbalten setzte sich vor dem Ersten Weltkrieg durch.[2] Im Beamtendeutsch wurde zu dieser Zeit von Deutschrussen gesprochen.

Der zwar früher belegte, aber nur selten verwendete Begriff Baltendeutsche war zur Zeit des Nationalsozialismus im offiziellen Gebrauch in Analogie zu Volksdeutsche, Sudetendeutsche etc. und wurde in Lettland zuerst von der sogenannten „BewegungErhard Kroegers verwendet.[3][4] Trotzdem wurde auch „Deutschbalten“ weiterhin genutzt.[5]

Obwohl von sprachwissenschaftlicher Seite spätestens in den frühen 1970er Jahren empfohlen wurde, ihn nicht mehr zu verwenden,[6] wurde und wird „Baltendeutsche“ weiterhin in deutschsprachigen Medien benutzt.[7][8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Baltikum im Jahr 1260

Die ersten Deutschen kamen ab dem Ende des 12. Jahrhunderts im Rahmen der Deutschen Ostsiedlung und der Eroberung des damals noch heidnischen Baltikums durch den Schwertbrüderorden ins Land. Der Schwertbrüderorden konnte das ganze Gebiet des heutigen Estland und Lettland (die späteren historischen Gebiete Kurland, Livland und Estland) unter seine Herrschaft bringen. Die meisten deutschen Siedler kamen aus den Gebieten des heutigen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Westfalen. Im Unterschied zum südlich gelegenen Preußen (dem späteren Ostpreußen), das vom Deutschen Orden erobert wurde, kam es im Baltikum nicht zu einer flächendeckenden Ansiedlung deutscher Bauern. Das deutsche Bevölkerungselement blieb weitestgehend auf das Bürgertum in den Städten, die Großgrundbesitzer und die adlige und kirchliche Oberschicht des Landes beschränkt. So machten die Deutschsprachigen nie mehr als 10 % der Bevölkerung aus; sie bildeten jedoch die größte Bevölkerungsgruppe in fast allen Städten.[9]

In den meist von Deutschen gegründeten großen Städten, die sich oft der Hanse anschlossen (z. B. Riga, Reval/Tallinn, Dorpat/Tartu, Libau/Liepāja, Mitau/Jelgava, Dünaburg/Daugavpils), blieb das deutsche Bürgertum politisch und kulturell bis weit ins 19. Jahrhundert hinein tonangebend, sowohl unter schwedischer als auch unter russischer Oberherrschaft. Im Mittelalter stellte die deutschstämmige Ritterschaft die Oberschicht gegenüber der lange Zeit leibeigenen einheimischen Bauernschaft.

Die Geschichte der Deutschen in Litauen verlief anders, weshalb sie nicht zu den Deutsch-Balten gezählt werden. Zur ersten deutschen Ansiedlung in Litauen kam es nicht infolge einer Eroberung durch einen geistlichen Ritterorden, sondern auf Initiative der litauischen Fürsten Mindaugas und Gediminas. Sie beschränkte sich auf die Städte Vilnius, Trakai und Kaunas. Das gotische Stadtbild des mittelalterlichen Kaunas, wo die Hanse 1440 ein Kontor eröffnete, ging auf sie zurück. Im 16. Jahrhundert luden litauische Magnaten, die sich der Reformation in Polen-Litauen angeschlossen hatten, protestantische Deutsche zur Ansiedlung auf ihrem Besitz ein. Die dritte und größte Einwanderungswelle ereignete sich 19. Jahrhundert durch Einwanderung armer Landwirte aus Ostpreußen, die in Grenznähe neue Gemeinden gründeten, und den Zuzug Arbeitssuchender aus dem übrigen Deutschland in die größeren Städte Litauens.[10]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der russischen Ostseeprovinzen Ende des 19. Jahrhunderts

Im Verlauf der Reformation nahmen die Deutsch-Balten wie auch die estnische und lettische Bevölkerung ganz überwiegend den lutherischen Glauben an. Nach dem Zerfall der Reste des Deutschordensstaates im 16. Jahrhundert geriet das Baltikum zunächst unter die Herrschaft benachbarter Staaten (Polen-Litauen, Schweden, Dänemark). Der deutsch-baltische Adel konnte jedoch unter den verschiedenen Herrschern seine Privilegien weitgehend bewahren. Nach dem Großen Nordischen Krieg 1721 kamen Estland und der größte Teil Livlands (Polnisch-Livland verblieb bei Polen) unter russische Herrschaft. Im Verlauf der Polnischen Teilungen 1772–95 kam dann auch Polnisch-Livland zu Russland, ebenso das Herzogtum Kurland und Semgallen.

Die Deutsch-Balten konnten sich insgesamt mit der russischen Herrschaft gut arrangieren und die deutsch-baltischen Ritterschaften behaupteten einen Großteil ihrer althergebrachten Rechte. Der deutsch-baltische Adel erlangte großes Gewicht in Politik und Militär Russlands. Zahlreiche Generäle, Admiräle und hohe politische Beamte im Zarenreich waren deutsch-baltischer Abkunft.

19. und frühes 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es jedoch zu einer zunehmenden Russifizierung im Zarenreich (Russisch als Amtssprache im Baltikum und auch an der bisher deutschsprachigen Universität Dorpat), außerdem kam es zu einem Erwachen des Nationalgefühls der Esten und Letten, das auch stark gegen die dominierende deutsch-baltische Oberschicht gerichtet war. Es kam zu ersten Emigrationswellen der Deutsch-Balten nach Deutschland, die ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend in eine Minderheitenposition gedrängt wurden. In den meisten größeren Städten, wie etwa in Riga,[11] Dorpat[12][13] oder Reval verloren die Deutsch-Balten in dieser Zeit ihre seit dem Mittelalter bestehende Bevölkerungsmehrheit. So sank etwa in Riga, bedingt durch den beständigen Zuzug der lettischen Landbevölkerung und auch die zunehmende Ansiedlung von Russen, der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung von etwa 43 % im Jahr 1867 auf knapp 17 % im Jahr 1913, während der Anteil der lettischsprachigen Einwohner von etwa 23 % auf fast 40 % stieg und der Anteil der Russen annähernd stabil blieb.

Während der Zeit der deutschen Besetzung des Baltikums im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 kamen Pläne auf, einen deutsch-baltisch dominierten Staat (Vereinigtes Baltisches Herzogtum) unter dem Schutz des Deutschen Reichs zu errichten. Auf ehemals deutschem Grundbesitz, den der deutsch-baltische Adel abzutreten bereit war, sollte eine größere Zahl von deutschen Siedlern angesiedelt werden. Nach der Niederlage des Deutschen Reichs fielen zahlreiche lutherische Geistliche und andere Deutsch-Balten im Dezember 1918 und in den ersten Monaten des Jahres 1919 der ersten Lettischen Sowjetrepublik zum Opfer.[14] Nachdem sie ihre Unabhängigkeit erlangt und in harten Kämpfen gegen die Bolschewiki einerseits und die Baltische Landeswehr und deutsche Freikorps andererseits verteidigt hatten, enteigneten die neuen Nationalstaaten durch Landreformgesetze die deutsch-baltischen Großgrundbesitzer in Estland und in Lettland zugunsten der bisher landlosen estnischen und lettischen Bauernschicht.[15] Gleichwohl gewährten die beiden baltischen Staaten ihren nationalen Minderheiten eine weitgehende kulturelle Autonomie.

Umsiedlung und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NS-Propaganda-Karte zur Umsiedlung der Deutsch-Balten 1939
Sogenanntes „Baltenlager“ für Umsiedler in Posen (1940)

Den Schlussstrich unter die mehr als 700 Jahre deutsch-baltischer Kultur setzte ein Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag 1939, der eine Umsiedlung der von den Ideologen des Nationalsozialismus als „rassisch wertvoll“ betrachteten Deutsch-Balten nach Deutschland bzw. vor allem in die neu eroberten polnischen Gebiete vorsah. Im „Vertrag über die Umsiedlung lettischer Bürger deutscher Zugehörigkeit in das Deutsche Reich vom 30. Oktober 1939“ zwischen der Reichsregierung und der lettischen Regierung verpflichtete sich die letztere, jene Deutsch-Balten aus der lettischen Staatsangehörigkeit zu entlassen, welche ihren ständigen Wohnsitz in Lettland verlassen wollten[16]. Ein ähnlich lautendes Protokoll war bereits am 15. Oktober 1939 vom Estnischen Freistaat und der Reichsregierung unterschrieben worden.[17] Die meisten ordneten sich diesen Maßnahmen widerstandslos unter, gaben ihre lettische oder estnische Staatsbürgerschaft auf und folgten dem Ruf Hitlers, drohten die nationalsozialistischen Propagandisten doch im Falle des Bleibens mit dem Verlust der deutschen Volkszugehörigkeit.[18] Außerdem schien ein Leben im Machtkreis des sowjetischen Diktators Josef Stalin wenig attraktiv. Die Umsiedlung der Deutsch-Balten ging mit der Vertreibung der Polen aus ihrem Besitz einher, um in den gerade annektierten Gauen Wartheland und Danzig-Westpreußen Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen.[19] Gegen Kriegsende mussten die meist im sogenannten Warthegau um Posen angesiedelten Deutsch-Balten erneut ihre neuen Wohnstätten verlassen und Richtung Westen flüchten.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Estland gibt es noch zahlreiche, zum Teil verfallene Herrenhäuser des deutsch-baltischen Adels, z. B. Aruküla (Koeru).

Heute existieren noch kleinere Minderheiten von Deutschsprachigen in den baltischen Ländern. In Estland gibt es nach der letzten Zählung (2000) noch 1870 Deutschsprachige. In Lettland sind es 3311 (Volkszählung 2004), und in Litauen gibt es ebenfalls noch wenige tausend Muttersprachler. Diese Deutschsprachigen sind aber oft keine Deutsch-Balten, sondern zugewanderte Russlanddeutsche aus Sibirien und Kasachstan oder Deutsche, die aus beruflichen oder sonstigen Gründen im Baltikum leben und sich erst kürzlich dort niedergelassen haben. In Estland und auch in den anderen baltischen Staaten entsteht heute zunehmend eine neue Generation von Deutsch-Balten, die sich nach der Unabhängigkeit im Jahr 1991 aus Deutschland kommend dort niedergelassen haben und zumeist sehr gut integriert sind.

Heute versuchen deutsch-baltische Traditionsvereine die Erinnerung an die alte Geschichte aufrechtzuerhalten oder wiederzubeleben. Auch von estnischer und lettischer Seite besteht lebhaftes Interesse, die in den Zeiten der Sowjetherrschaft aus ideologischen Gründen unterdrückten Erinnerungen und geschichtlichen Verbindungen wieder aufleben zu lassen. Ausdruck dessen war zum Beispiel der Wiederaufbau des Schwarzhäupterhauses in Riga.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmal für die 1945–1978 auf Langeoog gestorbenen Deutsch-Balten

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch-Balten sprechen Standarddeutsch (mit baltischem Akzent), in früherer Zeit auch Niederdeutsch.

Das historische Idiom der deutschen Minderheit im Baltikum wird baltisches Deutsch genannt und besteht nicht nur aus einer besonders gefärbten Aussprache, sondern auch aus einer Vielzahl von Lehnwörtern aus benachbarten Sprachen.

Akteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Organisationen setzen sich grenzüberschreitend für die Beziehungen zu den baltischen Staaten ein, andere fördern die wissenschaftliche Erforschung:

Ehemals:

  • Georg-Dehio-Gesellschaft e.V. (1976–2005) – widmete sich der Sammlung, Pflege, Förderung und Erhaltung deutschbaltischer Kultur und Wissenschaft. Sie erwarb dazu im Auftrag der Deutsch-Baltischen Landsmannschaft auch Kunstgegenstände auf Auktionen oder aus Privatbesitz.

Bekannte Deutsch-Balten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prominente Beispiele:

Weitere siehe: Kategorie:Deutsch-Balte

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographien und biographische Nachschlagewerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsch-Baltisches Jahrbuch. Jahrbuch des baltischen Deutschtums. Neue Folge. Band 61 ff., 2013 ff., ISBN 978-3-923149-71-1, und weitere (bis 2012: Jahrbuch des baltischen Deutschtums. ISSN 0075-2436). (Fortlaufende Jahresbände), herausgegeben von der Carl-Schirren-Gesellschaft e. V. im Auftrag der Deutsch-Baltischen Gesellschaft e. V., Lüneburg.
  • Hartmut Boockmann (Hrsg.): Deutsche Geschichte im Osten Europas. 10 Bände. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-771-1.
  • Yorck Deutschler: Deutsch-Balten contra Baltendeutsche. In: Die Singende Revolution. Chronik der estnischen Freiheitsbewegung (1987–1991). Teil 1: Chronik und Anhang. Schwarz-Weiß-Druck, Ingelheim 2000, ISBN 3-88758-075-3 (darin Annex III: Ein fragmentarischer Essay zur Wortbedeutung des „Baltischen“. Anlage II: Deutsch-Balten contra Baltendeutsche).
  • Wolf-Harro Fabricius: Lage und Entwicklung der deutschen Minderheit im Baltikum im Vergleich zu Siebenbürgen. Diss., Universität Graz, 2011, OCLC 815603624.
  • John Hiden, Martyn Housden: Neighbours or enemies? : Germans, the Baltic and beyond. Amsterdam : Rodopi, 2008 ISBN 978-90-420-2349-9
  • Boris Meissner, Dietrich André Loeber, Detlef Henning (Hrsg.): Die deutsche Volksgruppe in Lettland während der Zwischenkriegszeit und aktuelle Fragen des deutsch-lettischen Verhältnisses. Bibliotheca Baltica, Tallinn 2000, ISBN 9985-800-21-4.
  • Eckhart Neander, Andrzej Sakson (Hrsg.): Umgesiedelt – Vertrieben. Deutsch-Balten und Polen 1939–1945 im Warthegau. Verlag Herder-Institut, Marburg 2011, ISBN 978-3-87969-367-2.
  • Wilfried Schlau (Hrsg.): Die Deutsch-Balten (= Vertreibungsgebiete und vertriebene Deutsche. Bd. 6). Langen-Müller, München 1995, ISBN 3-7844-2524-0.
  • Wilfried Schlau (Hrsg.): Sozialgeschichte der baltischen Deutschen (= Bibliothek Wissenschaft und Politik. Bd. 61). 2., verb. Aufl. Wissenschaft und Politik, Köln 2000, ISBN 3-8046-8876-4.
  • Matthias Schröder: Deutschbaltische SS-Führer und Andrej Vlasov 1942–1945. „Rußland kann nur von Russen besiegt werden“. Erhard Kroeger, Friedrich Buchardt und die Russische Befreiungsarmee. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2001, ISBN 3-506-77520-0.
  • Robert Schweitzer, Waltraud Bastman-Bühner (Hrsg.): Der Finnische Meerbusen als Brennpunkt. Wandern und Wirken deutschsprachiger Menschen im europäischen Nordosten. Beiträge anläßlich des „I. Internationalen Symposiums zur Deutschen Kultur im Europäischen Nordosten“ der Stiftung zur Förderung Deutscher Kultur (Aue-Stiftung) Helsinki und der Ostsee-Akademie Lübeck-Travemünde vom 6. bis 10. September 1995 in Tallinn/Estland (= Veröffentlichungen der Stiftung zur Förderung deutscher Kultur. Saksalaisen Kulttuurin Edistämissäätiön julkaisuja. Nr. 9). Stiftung zur Förderung Deutscher Kultur, Helsinki; Ostsee-Akadamie, Lübeck-Travemünde 1998, DNB 956260209.
  • Andrzej Topij: The Role of the Deutschbalten in the Cultural and Economic Development of Russia’s Baltic Provinces in the 19th Century. In: Zapiski Historyczne. Poświęcone historii Pomorza i krajów bałtyckich. Jg. 74 (2011), Heft 4, ISSN 0044-1791, S. 573–604.
  • Anja Wilhelmi: Lebenswelten von Frauen der deutschen Oberschicht im Baltikum (1800–1939). Eine Untersuchung anhand von Autobiografien (= Veröffentlichungen des Nordost-Instituts. Bd. 10). Harrassowitz, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-447-05830-8.

Literatur – Musik – Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gert von Pistohlkors: Baltische Länder (= Deutsche Geschichte im Osten Europas). Durchges. und auf den neuesten Stand gebrachte Aufl. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-774-6, S. 365.
  2. Gert von Pistohlkors: Baltische Länder. 2002, S. 29.
  3. Matthias Schröder: Deutschbaltische Offiziere im Zweiten Weltkrieg und ihre politischen Initiativen für General Vlasov. In: Michael Garleff (Hrsg.): Deutschbalten, Weimarer Republik und Drittes Reich. Bd. 2. Hrsg. im Auftrag der Karl-Ernst-von-Baer-Stiftung in Verbindung mit der Baltischen Historischen Kommission. Böhlau, Köln 2008, ISBN 978-3-412-12299-7, S. 335–351, hier S. 348, Fußnote 12.
  4. Bernhard Böttcher: Gefallen für Volk und Heimat. Kriegerdenkmäler deutscher Minderheiten in Ostmitteleuropa während der Zwischenkriegszeit (= Studia Transylvanica. Bd. 39). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20313-9, S. 44 (zugl.: Diss., Univ. Jena, 2007).
  5. Google Ngram Viewer: „deutschbalten, baltendeutsche, baltendeutscher, baltendeutschen“ 1880–1945 (Für weitere Schreibvarianten gab es nur ein Ergebnis; sie wurden daher von der Suche ausgeschlossen.)
  6. Der Ausdruck Baltendeutsche entspreche laut Wolfgang Laur (Baltisch und Balten. In: Beiträge zur Namenforschung. N. F. 7 (1972), S. 45–72) nicht den deutschen Sprachkonventionen, und er empfiehlt, das Wort trotz dessen großer Verbreitung nicht zu verwenden.
  7. Google Ngram Viewer: „deutschbalten, baltendeutsche, baltendeutscher, baltendeutschen“ 1945–2000 (Für weitere Schreibvarianten gab es nur ein Ergebnis; sie wurden daher von der Suche ausgeschlossen.)
  8. Beispiele:
  9. Georg von Rauch: Geschichte der baltischen Staaten. 2., durchgesehene Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1977, ISBN 3-423-04297-4, S. 22–24.
  10. Harry Stossun: Deutsche aus Litauen. In: Detlef Brandes (Hrsg.): Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78407-4, S. 158–160.
  11. Jānis Krastin̦š: Rīga 1860–1917. Hrsg. v. Latvijas PSR Zinātn̦u akadēmija. Vēstures institūts. Zinātne, Rīga 1978, OCLC 5680952 (lettisch).
  12. Resultate der am 3. März 1867 in den Städten Livlands ausgeführten Volkszählung. Tab. 4. Summarische Gliederung der städtischen Bevölkerung in Livland nach ihrer Nationalität für Civil und Militair getrennt. (Google Books).
  13. Tallinn, Riigi Statistika Keskbüroo: 1922 a. üldrahvalugemise andmed. Vihk 1. Rahva demograafiline koosseis ja korteriolud Eestis. 3 Bde. Tallinn 1924–25, OCLC 173274744, lk. 33 (= Résultats du recensement de 1922 pour toute la république/Ergebnisse der republikweiten Volkszählung 1922; Nationale Regierungsveröffentlichung).
  14. Siegfried Hermle: Evangelische Märtyrer im Baltikum (1905–1920). In: Harald Schultze, Andreas Kurschat (Hrsg.): „Ihr Ende schaut an…“ Evangelische Märtyrer des 20. Jahrhunderts. 2., erw. und verb. Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2008, ISBN 978-3-374-02370-7, S. 129–146.
  15. Gustav von Stryk: Die Güterenteignung in Estland 1919. Ein Memorandum über die Bedeutung des Eigentums aus dem Jahre 1922. Hrsg. von Hubertus Neuschäffer. Neuschäffer, Plön 1993, ISBN 3-8042-0635-2.
  16. Vertrag über die Umsiedlung lettischer Bürger deutscher Volkszugehörigkeit in das Deutsche Reich vom 30. Oktober 1939. In: Rigasche Rundschau. Nr. 248 vom 30. Oktober 1939, S. 1 (f.) (Faksimile. In: periodika.lv, abgerufen am 30. Juni 2016).
  17. Protokoll über die Umsiedlung der deutschen Volksgruppe Estlands in das Deutsche Reich vom 15. Oktober 1939 (PDF; 22 kB) (zit. n. Monatshefte für Auswärtige Politik. Jg. 7, 1940, Heft 1, S. 24–27).
  18. Alfred Intelmann, Erhard Kroeger: Aufruf „Deutsche Volksgenossen!“ In: Rigasche Rundschau. Nr. 248 vom 30. Oktober 1939, S. 1 (Faksimile. In: periodika.lv, abgerufen am 30. Juni 2016).
  19. Jacek Kubiak, Klaus Salge/rbb, ARTE: Eine blonde Provinz – Polen und der deutsche Rassenwahn. abgerufen am 6. April 2016 (Beschreibung).
  20. Bernhard Chiari u. a.: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945. Zweiter Halbband: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Im Auftrag des MGFA. Hrsg. von Jörg Echternkamp. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-421-06528-5, S. 908.
  21. Bernhard Chiari u. a.: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945. Zweiter Halbband: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. 2005, S. 918.
  22. https://www.balt-hiko.de/paul-kaegbein-stiftung/