Deutsch-Türkisches Forum

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Deutsch-Türkisches Forum, abgekürzt „DTF“, ist eine Plattform der Bundespartei der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU)[1] sowie der Name von Mitgliederorganisationen beziehungsweise Arbeitsgemeinschaften innerhalb von Landes- und Kreisverbänden der Partei. Nicht parteigebundene gleichnamige Organisationen sind auf kommunaler Ebene in Offenbach am Main[2] und als Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart in Stuttgart[3] tätig.

Das DTF versteht sich als Plattform für Türkischstämmige und an Integrationspolitik interessierte Deutschstämmige innerhalb der CDU und will den „Annäherungsprozess von Deutschen und Zuwanderern unter Wahrung ihrer kulturellen Identität“[4] fördern. Hierzu konzentriert sich das Forum auf bildungspolitische, kulturelle sowie wirtschaftliche Aspekte einer besseren Integration deutscher Bürger mit türkischer Zuwanderungsgeschichte. Im Jahr 2010 erstellten Foren aus mehreren Verbänden der Partei ein gemeinsames Grundsatzprogramm.[4]

1996 und 1997 sind die ersten Foren der CDU in Nordrhein-Westfalen und Berlin gegründet worden.[5] Im Jahr 2016 existierten Foren der CDU in Bremen[6], Hamburg[7] und Stuttgart[8]. Nach Schätzungen des DTF hat die CDU bereits 2000 Mitglieder mit türkischem Migrationshintergrund. Darunter sind auch eine Reihe von Amts- und Mandatsträgern wie der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi und die NRW-Abgeordnete Serap Güler.

Das Forum in Berlin wurde 2013 aufgelöst wegen Verlegung der Aktivitäten in das „Netzwerk Integration“ der CDU.[9] Das nordrhein-westfälische Forum ging 2014 auf in der Nationalitäten übergreifenden „Union der Vielfalt – Landesnetzwerk Integration der CDU NRW“.[10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2009 trat das DTF-NRW-Vorstandsmitglied Ali H. Yildiz von seinem Amt zurück, weil sich das DTF nicht klar genug von den „Grauen Wölfen“ distanziere. Yildiz erklärte wörtlich: „Es kann nicht sein, dass wir uns auf der einen Seite gegen Pro Köln zusammenschließen und auf der anderen Seite die türkische NPD über die CDU Köln hofieren.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit Sympathisanten der türkischen Rechtsextremen sei mit seinem Gewissen nicht zu vereinbaren.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.cdu.de/artikel/deutsch-tuerkisches-forum
  2. Deutsch-Türkisches Forum Stadt und Kreis Offenbach e.V.
  3. Deutsch-Türkisches Forum e.V. Türk-Alman Forumu Stuttgart
  4. a b Grundsatzprogramm der Deutsch-Türkischen Foren der Christlich Demokratischen Union Deutschlands, 2010.
  5. Andreas Blätte: Die Stimmen der Migranten im Bundestagswahlkampf 2013. Wahlkampf in der Einwanderungsgesellschaft. In: Karl-Rudolf Korte (Hrsg.): Die Bundestagswahl 2013: Analysen der Wahl-, Parteien-, Kommunikations- und Regierungsforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2015, ISBN 978-3-658-02914-2, S. 232, doi:10.1007/978-3-658-02915-9 (google.de).
  6. Deutsch-Türkisches Forum (DTF), CDU Bremen
  7. Deutsch-Türkisches Forum in der CDU Hamburg
  8. Deutsch-Türkischer Kreis in der CDU für die Metropolregion Stuttgart
  9. Landesvorstand der CDU Berlin. Beschluss über die Auflösung der Berliner Landesverbände des Deutsch-Türkischen-Forums (DTF) und des Deutsch-Griechischen-Forums (DGF), 2013.
  10. Deutsch-Türkisches Forum der CDU in NRW. Union der Vielfalt ist neue Kraft in der CDU NRW (Memento vom 3. Februar 2015 im Internet Archive). Pressemitteilung und Einladung zur Gründungsveranstaltung, 2014.
  11. Kölner Stadt-Anzeiger. Türkische Rechtsextreme: „Graue Wölfe“ in der Kölner CDU, 4. Juni 2009.