Deutsche Akademie Rom Villa Massimo

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Deutsche Akademie Rom Villa Massimo
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Gründung 1913
Trägerschaft Bundesrepublik Deutschland
Ort Rom
Direktor seit 1. Juli 2019: Julia Draganović
Website https://www.villamassimo.de
Das Haupthaus der Villa Massimo (2005)

Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo, kurz Villa Massimo (italienisch Accademia Tedesca Roma Villa Massimo) ist eine Kultureinrichtung in Rom. Sie gehört der Bundesrepublik Deutschland und ist die bedeutendste Einrichtung zur Spitzenförderung deutscher Künstlerinnen und Künstler durch Studienaufenthalte im Ausland. Sie befindet sich im Geschäftsbereich der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Villa Massimo wurde von Eduard Arnhold, einem jüdischen Unternehmer, erbaut. Die ersten Stipendiaten wurden 1913 aufgenommen. Die Einrichtung besteht aus dem Haupthaus in Rom am Largo di Villa Massimo im Stadtteil Nomentano und der Casa Baldi in Olevano Romano. Die Villa Serpentara, ebenfalls in Olevano Romano gelegen, gehört zur Akademie der Künste in Berlin. Sie wird von der Villa Massimo verwaltet, die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden von ihr unterstützt.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa Massimo wurde von 1910 bis 1914 von dem Berliner Unternehmer und Mäzen Eduard Arnhold (1849–1925) erbaut, der sie zusammen mit dem Stiftungskapital von 680.000 Mark im Jahr 1913 dem preußischen Staat schenkte. In diesem Jahr konnten die ersten Träger des Rompreises aufgenommen werden.[3]

Mit dem „Rompreis“ sollte vor allem jungen Künstlern (bis etwa 32 Jahre alt) ein kostenfreier neunmonatiger Aufenthalt ermöglicht werden. Ältere Künstler konnten sich auch bewerben, mussten aber die Kosten von damals 250 Reichsmark als „Studiengäste“ selbst tragen. Die Mitglieder des Senats der Preußischen Akademie der Künste entschieden über die Empfehlung an das Preußische Kulturministerium, das die eigentliche Entscheidung für den Erhalt des Stipendiums traf.[4]

Ateliers und Park der Villa Massimo (2019)
Sommerfest in der Villa Massimo (2018)

Kurz nach der Gründung musste die Akademie wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und der nachfolgenden Konfiszierung im Jahre 1915 schließen. Die Wiederöffnung erfolgte nach der Rückgabe des Anwesens im Jahre 1928. Herbert Gericke, damals Professor an der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, der mit einer Enkelin Arnholds verheiratet war, wurde als Direktor bis 1938 und von 1956 bis 1965 eingesetzt.[5] Von 1938 bis 1939 leitete Fred. C. Willis die Akademie[5] und ab 1939 führte diese der Bildhauer Hans Stangl (1888–1963). Von 1942 bis Mitte 1943 wurde die Anlage Sitz und Offizierskasino der Luftwaffe der Wehrmacht. Im Kriegsjahr 1944 wurde die Villa Massimo von den Alliierten und später von den Italienern beschlagnahmt. Von 1947 bis 1957 waren italienische Künstler in der Villa Massimo einquartiert.

Das Stipendium gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen Deutschlands für herausragende Künstler in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik (Komposition) und Architektur. Die Studienaufenthalte umfassen einen Verbleib von zehn Monaten in der Villa Massimo oder drei Monaten in die südöstlich von Rom in Olevano Romano gelegenen Casa Baldi.[6] Dort können sie als Stipendiaten in zehn Ateliers (Casa Baldi: zwei) kostenfrei wohnen und arbeiten. Außerdem erhalten die Künstler für den Zeitraum des Stipendiums monatlich 2.500 Euro. Ein wichtiger Gedanke während des Aufenthalts ist die gegenseitige Anregung. Die Akademie richtet jedes Jahr zahlreiche Konzerte, Exkursionen, Lesungen sowie Symposien aus und präsentiert die Werke der Künstler in verschiedenen Ausstellungsformaten. Die Stipendiaten der Akademie der Künste Berlin, die in der Villa Serpentara ebenfalls in Olevano Romano untergebracht sind, werden ebenfalls von der Villa Massimo betreut und sind in alle Aktivitäten der Deutschen Akademie Rom einbezogen. Der Direktor der Akademie war von 2002 bis Ende Juli 2019 Joachim Blüher, im März 2019 wurde von Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters bekannt gegeben, dass ab Juli 2019 die Literatur- und Kunstwissenschaftlerin Julia Draganović das Haus leiten wird.[7]

Casa Baldi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Stipendium der Deutschen Akademie Rom zählen auch die dreimonatigen Aufenthalte in der Casa Baldi in Olevano Romano, einem Bergstädtchen, das etwa eine Stunde südöstlich von Rom liegt. Das Stipendium hat den gleichen Stellenwert, ist aber durch die besondere Lage des Ortes und die kürzere Dauer des Aufenthalts von grundsätzlich anderem Charakter.[8] Dieses Stipendium besticht durch die Abgeschiedenheit, aber auch durch den Kontakt zu den Bewohnern Olevanos. Besonders durch die Veranstaltungen der Künstler, die von der Stadt Olevano unterstützt werden, kommt es immer wieder zu internationalen Begegnungen.[8] Zudem nehmen die Stipendiaten der Casa Baldi an den Veranstaltungen und Aktivitäten der Villa Massimo teil.

Villa Serpentara[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa Serpentara befindet sich ebenfalls in Olevano Romano, in Nachbarschaft zur Casa Baldi, und bietet Künstlerinnen und Künstlern, die von der Akademie der Künste Berlin entsandt werden, einen dreimonatigen Aufenthalt. Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo verwaltet das Anwesen und unterstützt die Stipendiaten bei ihren Projekten. Darüber hinaus werden die Stipendiaten aufgrund der Ähnlichkeit des Stipendiums und des intensiven künstlerischen und menschlichen Austausches unter den Stipendiaten in die Aktivitäten der Villa Massimo mit einbezogen.

Bekannte Stipendiaten und Studiengäste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe: Liste der Stipendiaten der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Dorrmann: Eduard Arnhold (1849–1925). Eine biographische Studie zu Unternehmer- und Mäzenatentum im Deutschen Kaiserreich. Akademie, Berlin 2002, ISBN 3-05-003748-2.
  • Michael Matheus (Hrsg.): Deutsche Forschungs- und Kulturinstitute in Rom in der Nachkriegszeit. Niemeyer, Tübingen 2007, ISBN 3-484-82112-4 (= Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts, 112).
  • Angela Windholz: Villa Massimo. Zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie in Rom und ihrer Bauten. Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-93-8.
  • Angela Windholz: Die Deutsche Akademie Rom - Villa Massimo, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2009, ISBN 978-3-89870-606-3.
  • Joachim Blüher (Hrsg.): Villa Massimo – Deutsche Akademie Rom 1910–2010. Wienand, Köln 2011, ISBN 978-3-86832-047-3.
  • Joachim Blüher (Hrsg.): Olevano. Casa Baldi/Villa Serpentara. Deutsche Akademie Rom, 2017.[9]
  • Jobst C. Knigge: Die Villa Massimo in Rom 1933–1943 – Kampf um künstlerische Unabhängigkeit. Humboldt-Universität zu Berlin 2013 (online, PDF; 26,3 MB).
  • Jobst C. Knigge: Italienische Künstler in der Villa Massimo 1947 bis 1957, Humboldt Universität Berlin 2018 (online: edoc.hu-berlin.de/handle/18452/19657).
  • Stiftung / Villa Massimo. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1956, S. 56–57 (online24. Oktober 1956).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villa Massimo (Rome) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien: Statut der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo und der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi in Olevano Romano. In: Website der Bundesregierung. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, abgerufen am 15. April 2019.
  2. Villa Serpentara. In: Website der Villa Massimo. Deutsche Akademie Rom Villa Massimo, abgerufen am 15. April 2019.
  3. Angela Windholz: Zur Geschichte der Deutschen Akademie in Rom / Anmerkungen zur Villa Massimo im Jahr 2003. In: Website der Villa Massimo. Deutsche Akademie Rom Villa Massimo, abgerufen am 28. Mai 2019.
  4. Jobst Knigge: Der Auswahlprozess für Stipendiaten und Studiengäste. In: Jobst Knigge: Die Villa Massimo in Rom 1933–1943. Kampf um künstlerische Unabhängigkeit. Humboldt-Universität, Berlin 2013, S. 13f. (edoc.hu-berlin.de, PDF; 26,3 MB)
  5. a b @1@2Vorlage:Toter Link/www.villamassimo.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Die Direktoren der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo) auf villamassimo.de (abgerufen am 1. März 2016)
  6. Villa Massimo auf villamassimo.de, abgerufen am 19. Januar 2016.
  7. Pressemitteilung vom 5. März 2019 [1] abgerufen am 5. März 2019
  8. a b Informationen auf villamassimo.de (abgerufen am 24. Januar 2017)
  9. Am Gipfelkreuz der deutschen Romantik in FAZ vom 3. November 2017, Seite 12


Koordinaten: 41° 55′ 0″ N, 12° 31′ 9″ O