Deutsche Akademie für Kulinaristik

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Der Deutsche Akademie für Kulinaristik e.V. wurde im Jahr 2000 in Bad Mergentheim gegründet. Vereinssitz ist Münster in Westfalen.

Geschichte und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiatoren der Akademie waren Alois Wierlacher, Emeritus für Interkulturelle Germanistik der Universität Bayreuth, der Hotelier Andreas Pflaum, der ehemalige Bankier Karl Gerhard Schmidt, der Kulmbacher Gewürzhändler Heinz Kühne sowie die Meisterköche Eckart Witzigmann und Vincent Klink.[1] Die Akademie hat nach eigenen Angaben 90 Mitglieder (Stand: 2008). Ihr Präsident ist seit 2007 Eckart Witzigmann.

Vorsitzender war ab 2007 Wolfgang Bornheim aus Köln, ab 2010 Thomas A. Vilgis und seit November 2013 Martin Wurzer-Berger.[2] Zu den Dozenten der Akademie gehören Otto Geisel, Hans-Ulrich Grimm, Gunther Hirschfelder, Ines Heindl, Cornelia Ptach und Thomas A. Vilgis.

„Kulinaristik“ ist eine neue Wortschöpfung als fachübergreifendes Spezialgebiet im Schnittfeld von verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und der ernährungswissenschaftlich fundierten beruflichen Praxis. Der auf das lateinische Wort culina ‚Küche‘ zurückgehende Begriff wurde von der Akademie geprägt. Sie hat sich diesen Begriff namensrechtlich schützen lassen.

Neben naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen der menschlichen Ernährung, die auch Inhalt der Ökotrophologie sind, befasst sich die Akademie mit historischen, soziologischen, kulturellen und philosophischen Aspekten der Ernährung in der menschlichen Zivilisation. Nach Alois Wierlacher, einem der Initiatoren der Akademie, wird Kulinaristik als Teil der Kulturwissenschaften verstanden.

„Ziel der Akademie ist die wechselseitige Aufklärung von Wissenschaft, Gastronomie, Hotellerie und Tourismus über die Rolle und Funktion des Kulturphänomen und Kulturthema Essen und Trinken im Aufbau der Kultur(en) in Gegenwart und Zukunft. Als Bezeichnung dieser komplexen Lehr- und Forschungsaufgabe hat die Akademie das Wort ‚Kulinaristik‘ in Anlehnung an Begriffe wie Logistik oder Germanistik geprägt. Es galt, einen Ausdruck zu schaffen, der die enorme Komplexität des Gegenstandes nicht unnötig verringert und doch in der Öffentlichkeit verstanden wird.“

Alois Wierlacher[3]

Bislang veranstaltete die Akademie Seminare, z.B. fand 2006 in Bremen ein Kongress zum Thema Essen und Trinken im Werk von Günter Grass statt.[4] Ein berufsbegleitender Bachelor-Studiengang mit dem Titel „Food Management und Kulinaristik“ hat in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Bad Mergentheim im Oktober 2007 begonnen und hat zwischenzeitlich erfolgreich etabliert werden können. Darauf soll ein Master-Studiengang aufbauen. Es gibt zwei Forschungsstellen für „Gastlichkeit“ und „Vergleichende Kulturforschung des Weines“. In den jährlichen Mitgliederversammlungen werden jeweils neben den organisatorischen Fragen im Rahmen eines Fachprogramms Aufgabengebiete der Kulinaristik bearbeitet.

Die Akademie vergab seit 2004 bis 2010 alljährlich die Eckart-Witzigmann-Preise. Preisträger waren u. a. Charles, Prince of Wales, Harald Wohlfahrt, Carlo Petrini, Günter Grass, Daniel Spoerri, Dieter Kosslick, Ferran Adrià, Dieter Müller, Alice Waters, Jonnie Boer, Anne-Sophie Pic und Marc Haeberlin. Seit 2010 wird der Preis durch das Land Baden Württemberg getragen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Küchenbibel wird vom Herausgeber als „Enzyklopädie der Kulinaristik“ definiert. Der Autor Hans-Joachim Rose, Koch und Gastronom, trug über 15.000 Beiträge zusammen. Neben Warenkunde zu Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen enthält das Werk Grundrezepte, Kochanleitungen und Themen aus den Bereichen Gesundheit, Gastronomie, Haushalt und Ernährungskunde. Der herausgebende Tre Torri Verlag ist Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik.

Anlässlich der Verleihung des Eckart-Witzigmann-Preises an Günter Grass veröffentlichte Eckart Witzigmann das Kochbuch Butt. Persönliche Lieblingsrezepte von Spitzenköchen. Die Beiträge des Bremer Kongresses Essen und Trinken im Werk von Günter Grass wurden von Volker Neuhaus und Anselm Weyer im Tagungsband Küchenzettel herausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Deutsche Akademie für Kulinaristik“, Gastronomie-Portal abseits.de
  2. restaurant-ranglisten.de: Martin Wurzer-Berger
  3. Alois Wierlacher über die Deutsche Akademie für Kulinaristik (Memento vom 24. April 2008 im Internet Archive)
  4. grass-medienarchiv.de: Plakat zur Veranstaltung