Deutsche Anlagen-Leasing

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DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1962
Sitz Mainz, Rheinland-Pfalz
Leitung Andreas Geue (Vorsitzender), Tobias Bergmann, Kai Eberhard
Mitarbeiterzahl 356
Umsatz 2.452 Mio. Euro (Neugeschäft)
Branche Finanzdienstleistung
Website www.dal.de
Stand: 30. September 2019

DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Mainz ist die erste – und somit älteste – deutsche Immobilien-Leasing-Gesellschaft. Die DAL entstand durch die Übernahme der Deutschen Anlagen-Leasing GmbH, Mainz, durch die AGV Anlagen- und Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. KG, Wiesbaden, im Jahr 2005.[1] Heutige Alleingesellschafterin ist die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörende Deutsche Leasing. Deutsche Anlagen-Leasing ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen.[2]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DAL ist in verschiedenen Zielmärkten aktiv. Hierzu zählen das Großgeschäft Firmenkunden, Immobilien, Transport & Logistik, Infrastruktur & Versorgung sowie Informationstechnik & Gesundheitswesen. Wesentliche Beteiligungen der DAL Structured Finance GmbH sind die LBSH Leasing GmbH & Co. KG, Lockstedt (100 %) sowie die DAL Nordic Finance AB, Stockholm (100 %). Die DAL-Gruppe verfügt über rund 1.800 Objektgesellschaften, im Wesentlichen für die Darstellung von Immobilien-Leasing-Geschäften sowie Transaktionen im Bereich Großmobilien. Neben ihrem Hauptsitz in Mainz ist die DAL-Gruppe an den Standorten Bad Homburg, Hamburg, Berlin, Lockstedt (LBSH Leasing), Düsseldorf, Leipzig, Stuttgart und München vertreten. Darüber hinaus verfügt die DAL über ein Service- und Leistungszentrum in Frankfurt-Kalbach für die Bearbeitung von Leasingrückläufern im IT-Segment.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Anlagen-Leasing GmbH (bis 2005)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Februar 1962 wurde die DAL zunächst unter der Firmierung „Leasing Gesellschaft für Vermietungsprojekte“ mit einem Stammkapital von 20.000 DM durch Eberhard Kühl gegründet. Im darauffolgenden Jahr schloss die DAL den ersten Immobilien-Leasingvertrag in Deutschland mit der Firma Zeppelin Metallwerke GmbH, Friedrichshafen, ab. 1964 folgten erste Auslandsfinanzierungen. 1965 beteiligte sich die Landesbank Rheinland-Pfalz am mittlerweile 400.000 DM hohen Stammkapital. Im Jahr 1966 begann die DAL als erste Leasinggesellschaft in Deutschland, technische Dienstleistungen wie das Projektmanagement aufzubauen. Der Bestand an Mietobjekten erreichte die 100-Mio.-DM-Grenze. 1967 traten die Landesbank Hessen-Thüringen und die Bayerische Gemeindebank (die spätere Bayerische Landesbank) als Gesellschafter der DAL ein. 1968 betrug das Stammkapital der DAL 4 Mio. DM. Der erste DAL-Immobilienfonds wurde 1969 aufgelegt.

1970 wurde das Stammkapital auf 10 Mio. DM erhöht und in den Folgejahren eine Reihe von Tochtergesellschaften im In- und Ausland gegründet. Das Leasingangebot reichte von Werkzeugmaschinen bis zu Hochseeyachten. Anfang der 70er Jahre schloss die DAL die ersten Kommunal-Leasingverträge ab. 1973 erreichte der Bestand an Mietobjekten die 1-Mrd.-DM-Grenze und das Stammkapital der DAL wurde auf 30 Mio. DM erhöht.

1981 gründete die DAL die Multinational-Leasing GmbH und betrieb fortan weltweites Leasing. Das Kapital wurde in diesem Jahr auf 60 Mio. DM erhöht und der verwaltete Bestand an Mietobjekten erreichte die 10-Mrd.-DM-Grenze. Die DAL beschäftigte zu diesem Zeitpunkt mehr als 800 Mitarbeiter. Fehlentwicklungen traten 1983 offen als Krise zutage: Unkontrollierte Expansion, interner Wettbewerb, mangelnde Strukturen.[3][4] In der Sanierungsphase von 1984 bis 1987 waren die Gesellschafterbanken entscheidend gefordert.[3] Durch ihre Leistung, die bis dahin einmalig war in der Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegszeit, haben sie die erfolgreiche Sanierung ermöglicht. 1989 akquirierte die DAL wieder ein Neugeschäft von fast 300 Mio. DM. 1999 schied die Bayerische Landesbank als Gesellschafter der DAL aus.

1990 wurde die DAL in den neuen Bundesländern aktiv. Die Sonderabschreibung sorgte für eine Sonderkonjunktur von Fonds, Investorenmodellen und Abschlüssen mit Sparkassen. 1993 betrug das Neugeschäft 1,5 Mrd. DM. Die DAL intensivierte ihre Zusammenarbeit mit den Firmenkundenbetreuern der Sparkassen.

AGV Anlagen- und Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. KG (bis 2005)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 1985 wurde die AGV GmbH & Co. KG von Dieter Maier in Wiesbaden gegründet. Im Januar 1986 wurde der erste AGV-Leasingvertrag abgeschlossen.

1993 erreichte die AGV die erste Milliarde an kumuliertem Auftragseingang. Neben dem Immobilien-Leasing entwickelte die AGV Leasingmodelle von immateriellen Wirtschaftsgütern und etablierte sich im damaligen Zukunftsmarkt „Neue Medien“, etwa in der Breitbandverkabelung der Netzebene 4 und auch im Leasing von Decodern. Es wurden u. a. Verträge mit SAT.1, Pro7 und Premiere abgeschlossen, die der AGV eine führende Stellung in innovativen Teilmärkten einbrachten. 1994 gründete die AGV die AGV International Leasing GmbH und öffnete sich damit für internationale Transaktionen.

1998 verkaufte die AGV 45 % ihrer Anteile an die Hamburgische Landesbank, die 2003 mit der Landesbank Schleswig-Holstein zur HSH Nordbank AG fusionierte. Weitere 45 % der Anteile wurden an eine Beteiligungsgesellschaft der Provinzial verkauft. Zum 1. Januar 2005 erwarb die AGV Anlagen- und Grundstücksvermietungsgesellschaft mbH & Co. KG 94 % der Anteile an der Deutschen Anlagen-Leasing GmbH; die restlichen 6 % verblieben bei der WestLB. Im gleichen Jahr übernahm die Deutsche Leasing AG 60 % der Anteile an der AGV von den Altgesellschaftern; damit wurde die Deutsche Leasing zum neuen Mehrheitsgesellschafter. Die übrigen 40 % der Anteile verblieben bei der HSH Nordbank AG.

Zusammenführung von DAL und AGV ab 2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurden die bisherige AGV-Gruppe und die Deutsche Anlagen-Leasing organisatorisch zusammengeführt: Die Gesellschaft wurde umfirmiert in DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG und nutzt die seit dem Jahr 1962 eingeführte Marke DAL. Diese ist insbesondere bei den deutschen Sparkassen und ihren Geschäftskunden bekannt. Auch die Marktaktivitäten wurden neu organisiert: Das Geschäftsfeld „Immobilien“ umfasst alle Aktivitäten des Immobilien-Leasings einschließlich der bautechnischen Dienstleistungen, welche die DAL über ihre Tochtergesellschaft DAL Bautec Baumanagement und Beratung GmbH anbietet. Daneben erarbeitet die DAL im Geschäftsfeld „Structured Finance“ Finanzierungslösungen für Großtransaktionen, sowohl für mobile Wirtschaftsgüter als auch für immaterielle Vermögensgegenstände. Die Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten im Jahr 2008 führten zu einer tiefgreifenden Krise der Gesamtwirtschaft. Für die DAL entwickelte sich das Neugeschäft entgegen dem Markttrend: Ende 2008 wurde ein Wachstum von 20 % auf ein Neugeschäft von über 1,9 Mrd. Euro erreicht. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung stellte die HSH Nordbank 2009 die Refinanzierung von Leasinggeschäften ein und kündigte an, die Beteiligung an der DAL zu veräußern. Die Anteile der HSH wurden zum 30. September 2011 von der Deutschen Leasing übernommen, die nun Alleingesellschafterin der DAL ist.[5][6]

Hauptverwaltung der DAL in Mainz-Hechtsheim

Unter dem Dach der Deutschen Leasing baute die DAL die Geschäftsfelder Energie und Transport (Investitionslösungen für Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe) weiter aus. Neben dem Immobiliengeschäft gehörten darüber hinaus Spezialkonzepte für Umlaufvermögen und strukturierte Produkte für immaterielle Wirtschaftsgüter (Markenrechte, Patente etc.) zum Produktportfolio. Im Laufe des Jahres 2014 hat die DAL sämtliche ihrer in Wiesbaden geführten Gesellschaften nach Mainz verlegt. In diesem Zuge wurde auch der Sitz der DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG nach Mainz verlagert, sodass Mainz neuer Hauptsitz des Unternehmens wurde. Zum 1. März 2017 hat die DAL ihre neue Hauptverwaltung in Mainz-Hechtsheim bezogen. Zum 1. Oktober desselben Jahres hat die DAL das IT- und Gesundheitswesen-Geschäft der Deutschen Leasing und damit rund 80 Mitarbeiter der IT und Gesundheitswesen übernommen. In die Verantwortung der DAL fiel damit auch das IT-Servicezentrum in Frankfurt-Kalbach, ein Dienstleister für Vermarktung und technische Dienstleistungen rund um IT-Hardware. Aufgrund des Wachstums dieses Geschäftsbereiches wurde das IT-Servicezentrum in Frankfurt-Kalbach im März 2020 geschlossen und in das neue DAL Asset Service Center in Fernwald überführt.

Produkte/Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ist die DAL-Gruppe als Teil der Deutsche Leasing Gruppe für ihr Produktportfolio der zentrale Verbund- und Kooperationspartner für die Sparkassen; daneben arbeitet die DAL-Gruppe eng mit Landesbanken zusammen. Die DAL bezeichnet sich als Kompetenzcenter für assetbezogene, großvolumige Finanzierungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe in den Bereichen (eigene Bezeichnung: "Zielmärkte"):

Großgeschäft Firmenkunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Segment arrangiert und strukturiert die DAL Leasing- und Mietkauflösungen für gewerblich genutzte Neubau- und Bestandsimmobilien (Sale-and-lease-back, Buy-and-lease). Das Leistungsspektrum umfasst darüber hinaus Finanzierungen für Großmobilien, Betriebsvorrichtungen, Umlaufvermögen und immaterielle Vermögensgegenstände (Markenrechte, Patente, Lizenzen, Forschungs- und Entwicklungskosten).

Immobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich Immobilien steht bei der DAL für das Baumanagement über die 100%ige Tochtergesellschaft DAL Bautec. Dies umfasst Baumanagementleistungen für Neu- und Umbauvorhaben (u. a. Beratung, Projektmanagement, Projektcontrolling).

Transport & Logistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den folgenden Assetklassen bietet die DAL assetbasierte Finanzierungslösungen an: Luftfahrt (Business-Jets, Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber, Triebwerke), Schifffahrt (Seeschiffe, Binnenschiffe, Containerboxen), Schienenverkehr (Eisenbahnen, Triebwerke, Waggons, Straßenbahnen), Logistik-Infrastruktur (Umschlaganlagen für intermodale Verkehre, Logistikzentren, technische Einrichtungen für Bahnanlagen).

Infrastruktur & Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DAL begleitet in diesem Geschäftsfeld Infrastrukturinvestitionen in erneuerbare Energien (Photovoltaik, Wind onshore, Bioenergie), Energieerzeugung und -speicherung (Kohle- und Gaskraftwerke, Blockheizkraftwerke, Stromspeicher), Energieverteilung (Netzfinanzierung in Wärme, Gas, Strom, Smart Meter) und Energieentsorgung (Klärschlamm- und Abfallverbrennungsanlagen).

Informationstechnik & Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsfeld der Informationstechnik bietet die DAL Finanzierungslösungen für IT-Projekte, Softwarelizenzen, Hardware und Lifecycle-Management an. Im Gesundheitswesen finanziert die DAL medizinische Geräte (u. a. Magnetresonanztomografen, Röntgengeräte) und Ausstattungen in Krankenhäusern und Gesundheitszentren (u. a. Großküchen, Betten, Möbel).

DAL Asset Service Center (ASC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Jahr Bauzeit hat die DAL im März 2020 das neue DAL Asset Service Center (ASC) in Fernwald bezogen. Auf einer Logistikfläche von 10.000 m² und einer Nutzfläche von 3.000 m² werden sämtliche IT Leasingrückläufer aus der Unternehmensgruppe Deutsche Leasing erfasst, bewertet und je nach Zustand für den Weiterverkauf aufbereitet oder zertifiziert recycelt.

Das DAL Asset Service Center (ASC) in Fernwald

Im Fall einer Weitervermarktung erfolgt eine zertifizierte Datenlöschung durch die Mitarbeiter des ASC. Bis zu 200.000 mobile Objekte, vom Handy, über Laptops bis zur großen Serveranlage können pro Jahr diesen Prozess durchlaufen.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzahlen zum 31. Dezember 2018: Eigenkapital DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG: 25 Mio. Euro, Neugeschäft 1.626 Mio. Euro, Assets under Management 11,5 Mrd. Euro.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Leasing, AGV und DAL bündeln ihre Kräfte (Memento vom 22. November 2008 im Internet Archive)
  2. Mitgliederverzeichnis des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen In: leasingverband.de, abgerufen am 1. August 2017.
  3. a b „Ein Typ, von dem wir mehr haben müßten“. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1984 (online12. November 1984).
  4. „Ihr habt Angst, daß ich zuviel verdiene“. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1985 (online14. Oktober 1985).
  5. HSH Nordbank verkauft ihre Beteiligung an DAL Deutsche Anlagen-Leasing (Memento vom 6. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  6. Deutsche Leasing übernimmt DAL Deutsche Anlagen-Leasing vollständig (Memento vom 22. April 2012 im Internet Archive)
  7. DAL Geschäftsbericht 2018. (PDF; 3,65 MB) In: dal.de. DAL Deutsche Anlagen-Leasing, 27. Juni 2019, abgerufen am 22. August 2019.