Deutsche Diabetes Gesellschaft

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Deutsche Diabetes-Gesellschaft
(DDG)
Logo der Deutschen Diabetes Gesellschaft
Zweck: medizinische Fachgesellschaft für Diabetes mellitus
Vorsitz: Baptist Gallwitz
Gründungsdatum: 7. April 1964
Sitz: Berlin
Website: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit über 9000 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. In Deutschland gibt es mehr als sechs Millionen Menschen mit Diabetes mellitus; jedes Jahr kommen knapp 300.000 Neuerkrankungen hinzu.[1] Die DDG unterstützt Wissenschaft und Forschung in der Diabetologie, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes. Zu diesem Zweck unternimmt die DDG auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Ziele, Struktur und Hauptaufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder sind Ärzte in Klinik und Praxis, Wissenschaftler, Psychologen, Apotheker, Diabetesberater sowie andere diabetologische Experten.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) wurde am 7. April 1964 gegründet und am 14. Oktober 1965 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Düsseldorf als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Der neunköpfige Vorstand führt, zusammen mit dem Geschäftsführer, die Geschäfte und bestimmt die Richtlinien der Gesellschaft.[2] Sieben Ausschüsse und drei Kommissionen sind für bestimmte Themenbereiche zuständig; die Ausschüsse und die Kommissionen arbeiten dem Vorstand zu.[3] Siebzehn Arbeitsgemeinschaften befassen sich – teilweise fachübergreifend – mit weiteren Themen, die im Zusammenhang mit Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus stehen.[4] Fünfzehn Regionalgesellschaften vertreten Wissenschaftler, Diabetologen und Experten in der Diabetologie auf Länderebene. Sie sorgen dafür, Erkenntnisse und Empfehlungen im diabetologischen Alltag umzusetzen.[5]

Die DDG veranstaltet einmal jährlich eine große wissenschaftliche Tagung, den Diabetes-Kongress (Jahrestagung der DDG) mit über 6000 Teilnehmenden. Während dieses Kongresses findet die jährliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft statt. In der zweiten Jahreshälfte folgt die Diabetes-Herbsttagung mit über 4000 Teilnehmern, die den Fokus auf praktische Themen und die Fortbildung legt.[6][7]

Neben der Durchführung der Kongresse befasst sich die DDG mit der Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien zur Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus. Die Leitlinien werden regelmäßig aktualisiert.[8]

Darüber hinaus bietet die DDG qualifizierte Fort- und Weiterbildungen durch ein breites Angebot an Kursen und Seminaren an.[9]

Ein weiterer Bestandteil der Arbeit der DDG ist die Zertifizierung von Behandlungseinrichtungen.[10]

Auf Antrag fördert die DDG wissenschaftliche Forschungsprojekte ihrer Mitglieder. Besonders verdiente Persönlichkeiten ehrt die DDG mit der Ehrenmitgliedschaft.[11]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Namen in Klammern: Stand im Jahr 2015)

  • Präsident (Baptist Gallwitz)
  • Past Präsident (Erhard Siegel)
  • Vizepräsident und Pressesprecher (Dirk Müller-Wieland)
  • Schatzmeister (Andreas Neu)
  • Vorstandsmitglied (Ralf Lobmann)
  • Vorstandsmitglied (Hans-Martin Reuter)
  • Vorstandsmitglied (Annette Schürmann)
  • Vorstandsmitglied (Jochen Seufert)
  • Vorstandsmitglied (Michael Roden)
  • Geschäftsführer (Dietrich Garlichs)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 1964 lud Karl Oberdisse führende Diabetologen zur Gründungsversammlung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) nach Wiesbaden ein. In den 1950er Jahren waren noch weniger als eine Million Bundesbürger an Diabetes mellitus erkrankt. In den Zeiten des Wirtschaftswunders stieg diese Zahl jedoch rapide an. Es begann sich bereits eine Entwicklung abzuzeichnen, die man als Vorbote der heutigen weltweiten Epidemie bezeichnen könnte. Diese Entwicklung führte vor allem in den angelsächsischen Ländern dazu, dass sich medizinisch-wissenschaftliche Diabetes-Fachgesellschaften gründeten. An diesen Vorbildern orientierten sich auch die Gründungsväter der DDG.

Zu den vordringlichsten Aufgaben in den Anfangsjahren gehörte es, die deutsche Diabetologie zu strukturieren und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Diabetesforschung zu schaffen. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Fachgesellschaft kontinuierlich. Einen besonderen Impuls brachte die deutsche Wiedervereinigung: Viele Diabetologen aus den neuen Bundesländern traten dem Verein bei. Die stark anwachsenden Mitgliederzahlen führten zu einem noch größeren Angebot strukturierter Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und zu stetig zunehmenden Zertifizierungen diabetesspezifischer Einrichtungen.[12]

Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl der Diabeteserkrankungen in den letzten Jahrzehnten haben sich spezialisierte Berufsbilder in der Diabetologie etabliert, für die die DDG als Fachgesellschaft qualitativ hochwertige und umfassende Weiterbildungen anbietet. Folgende Spezialisierungen haben sich herausgebildet.

Diabetologe/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Diabetologe DDG ist ein Spezialist, der sich durch eine umfangreiche zweijährige Weiterbildung in einer DDG anerkannten Einrichtung und die Teilnahme an Fortbildungskursen der DDG auszeichnet. Während der Weiterbildung wird sowohl Wissen über Diabetes mellitus Typ 2 als auch Typ 1 und Sonderformen vermittelt. Der Diabetologe DDG ist also ein Experte für dieses Krankheitsbild und kann optimal therapieren. Die Voraussetzung für die Weiterbildung Diabetologe DDG ist eine abgeschlossene Facharztausbildung.[13]

Fachpsychologe/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine qualifizierte psychologische Betreuung und Behandlung von Menschen mit Diabetes mellitus zu fördern und die damit verbundenen psychischen Belastungen und Störungen optimal zu behandeln, wurde von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der DDG die spezifische Weiterbildung Fachpsychologe DDG initiiert.[14]

Diabetesberater/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Diabetesberater übernimmt als qualifizierte Fachkraft die Betreuung und Beratung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sowie von Schwangeren mit Gestationsdiabetes. Hierbei haben Diabetesberater die Wahl zwischen angestellter oder selbständiger Tätigkeit.[15]

Diabetesassistent/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel dieser Weiterbildung ist es, das medizinische Personal zu befähigen, Schulung und Beratung von Patienten mit Typ-2-Diabetes durchzuführen. Darüber hinaus werden Diabetesassistenten in der Betreuung von Patienten mit Typ-1-Diabetes unterstützend eingesetzt. Alle Tätigkeiten des Diabetesassistenten unterstehen immer der Leitung des für die Therapie verantwortlichen Arztes und sind eingebettet in die therapeutische Vorstellung des jeweiligen Behandlungsteams. Diabetesassistenten sind ein wichtiges Glied in der Versorgung von Diabetespatienten, u.a. in der allgemeinmedizinischen und hausärztlichen Praxis.[16]

Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diabetes-Pflegefachkräfte DDG (Klinik) sollen mit ihren speziellen medizinischen und pflegerischen Kompetenzen im stationären Bereich die Versorgungsqualität, die Wirtschaftlichkeit und die Patientensicherheit fördern sowie das diabetologische Team der interdisziplinären Zusammenarbeit unterstützen.[17]

Diabetes-Pflegefachkraft (Langzeit)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch in der ambulanten Versorgung leiden viele Patienten an Diabetes mellitus. Ältere diabetologische Patienten sind durch hohe Infektanfälligkeit und daraus resultierende eingeschränkte Wundheilung sehr verletzlich, daher müssen die Pflegekräfte die Pflegerisiken in besonderer Weise berücksichtigen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat deswegen eine Fortbildung zur Diabetes-Pflegefachkraft für die (ambulante und stationäre) Langzeitpflege geschaffen und unterstützt damit die spezialisierte Qualifizierung von Pflegefachpersonal.[18]

Wundassistent/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Weiterbildung ist es, Angehörige von Fachberufen im Gesundheitswesen mit abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung zu befähigen, Menschen mit Diabetes mellitus und einem diabetischen Fußsyndrom professionell zu betreuen.[19]

Podologe/in DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG bietet eine Weiterbildung zum Podologen DDG an. Ziel dieser Weiterbildung ist es, Podologen besonders zu schulen, um Patienten mit diabetischem Fußsyndrom eine qualifizierte, verletzungsfreie medizinische Haut- und Nagelbehandlung des Fußes zukommen zu lassen.[20]

Zertifizierung von Behandlungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Aufgabe der DDG ist die Zertifizierung von Behandlungseinrichtungen. Die Zertifikate dienen Patienten und zuweisenden Ärzten als Orientierungshilfe, um qualifizierte Einrichtungen zu finden, die nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und leitliniengerecht behandeln. Die DDG vergibt folgende Zertifizierungen:

Zertifiziertes Diabeteszentrum Diabetologikum DDG mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zertifikat können Kliniken oder Praxen für drei unterschiedliche Schwerpunkte (jeweils ambulant oder stationär) beantragen.

  • Behandlungseinrichtung für Typ 2-Diabetes mellitus
  • Behandlungseinrichtung für Typ 1- und Typ-2 Diabetes mellitus
  • Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus

Einrichtungen, die sich als „Zertifiziertes Diabeteszentrum Diabetologikum DDG“ zertifizieren lassen wollen, müssen die von der DDG vorgegebenen Qualitätskriterien erfüllen und ein von der DDG akkreditiertes diabetesspezifisches Qualitätsmanagement einführen. Es wird ein externes Audit durchgeführt, bevor die DDG für drei Jahre die Anerkennung erteilt.[21]

Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zertifikat können Kliniken oder Praxen für drei unterschiedliche Schwerpunkte (jeweils ambulant oder stationär) beantragen.

  • Behandlungseinrichtung für Typ 2-Diabetes mellitus
  • Behandlungseinrichtung für Typ 1- und Typ-2 Diabetes mellitus
  • Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus

Zur Anerkennung als „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ werden die Antragsunterlagen durch den Ausschuss Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung der DDG (QSW) begutachtet; im Anschluss stellt der Vorstand der DDG für drei Jahre ein entsprechendes Zertifikat aus.[22]

Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des Zertifikats „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ ist es, die Versorgung von Patienten mit der Nebendiagnose Diabetes in Krankenhäusern zu verbessern. Nebendiagnose bedeutet, dass Diabetespatienten wegen eines anderen Leidens (z. B. einer notwendigen Operation) ein Krankenhaus aufsuchen. Rund 2,1 Millionen PMenschen mit der Nebendiagnose Diabetes werden in Deutschland jährlich stationär behandelt.[23]

Fußbehandlungseinrichtung DDG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Folgekrankheit des Diabetes mellitus und der daraus resultierenden Gefahr der Gefäßerkrankungen ist das Diabetische Fußsyndrom (DFS), das bis zur Amputation der betroffenen Gliedmaßen führen kann. Die Therapie des Diabetischen Fußsyndroms ist umso erfolgversprechender, je früher die Erkrankung erkannt und je umfassender sie behandelt wird. Hierzu bedarf es einer gut strukturierten interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, die eine optimale Versorgung des Patienten unter Berücksichtigung hoher Qualitätsstandards gewährleistet. In Kooperation mit der AG Diabetischer Fuß zertifiziert die DDG seit 2003 Einrichtungen zur Behandlung des DFS. Ziel ist es, eine gleichbleibend hohe Qualität der Versorgung flächendeckend und wohnortnah in ganz Deutschland umzusetzen.[24]

Diabetes-Schwerpunktpflegedienst (DDG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Zertifikat Diabetes-Schwerpunktpflegedienst (DDG) haben ambulante Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, ihre besondere Fachkompetenz und Einbindung in relevante Versorgungsnetze für pflegebedürftige ältere Patienten mit Diabetes auszuweisen. Das Zertifikat soll es Betroffenen erleichtern, eine für ihren Bedarf geeignete Pflegeeinrichtung auszuwählen, die mit der Erkrankung Diabetes besondere Erfahrungen aufweist und in einem interprofessionellen Netzwerk arbeitet.[25]

Leitlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDG fördert die Verbesserung der Versorgungsqualität in der Diabetologie mit evidenzbasierten Leitlinien. Ziel ist die inhaltlich einheitliche Vermittlung der Kernaussagen für die Diagnostik, Klassifikation, Prophylaxe, Therapie, Therapiekontrolle und Langzeitbetreuung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen.[26] Das Leitlinienprogramm der DDG umfasst:

  • die Erstellung evidenzbasierter Diabetes-Leitlinien (Expertenversion) in Alleinregie oder als Partner im Programm der Nationalen Versorgungsleitlinien oder mit anderen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften
  • die Erstellung von kürzeren Praxis-Empfehlungen auf Basis der evidenzbasierten Leitlinien
  • eine Patientenversion der Leitlinien

Kongresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kongresse der Fachgesellschaft dienen der Fort- und Weiterbildung der Teilnehmenden und dem wissenschaftlichen Austausch. Neueste Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Perspektiven werden in zahlreichen Veranstaltungen präsentiert und diskutiert. Alle mit dem Krankheitsbild Diabetes befassten Berufsgruppen finden auf dem Diabetes Kongress und auf der Diabetes Herbsttagung Gelegenheit, sich zu informieren und auszutauschen. Die Diabetes Kongresse sind mittlerweile die größten Fachveranstaltungen rund um das Krankheitsbild Diabetes im deutschsprachigen Raum. Mehrere tausend Besucher – Wissenschaftler, Nachwuchskräfte, medizinische Fachkräfte und Psychologen aus Klinik und Praxis – nutzen die Kongresse, um sich in Symposien und Vortragsveranstaltungen fachlich fortzubilden und die aktuellen Entwicklungen in der Wissenschaft zu diskutieren.[27][28]

Diabetes-Kongress 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 51. Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft stand unter dem Motto „Diabetologie interdisziplinär“ und fand vom 4. bis 7. Mai 2016 in Berlin im CityCube statt. Tagungspräsident war Andreas Hamann. Ein Schwerpunkt des Kongress lag auf der Interdisziplinarität, weil die Diabetologie ein Querschnittsfach ist. Zudem umfasst die Diabetologie eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten zu anderen Gebieten der Medizin, so dass Interdisziplinarität in der modernen Versorgung von Menschen mit Diabetes in Klinik und Praxis selbstverständlich geworden ist. Interdisziplinäres Arbeiten findet sich auch in immer höherem Maße in der Grundlagenforschung, wo in den letzten Jahren viele Impulse aus benachbarten Disziplinen die Diabetesforschung methodisch und inhaltlich vorangebracht haben.[29]

Stellungnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDG veröffentlicht bei Bedarf aktuelle Stellungnahmen. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 13 Stellungnahmen. Diese Stellungnahmen nahmen kritisch Stellung Einschätzungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu innovativen Technik- und Medikamentenentwicklungen.[30]

Forschungsförderung und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Antrag fördert die DDG wissenschaftliche Projekte ihrer Mitglieder. Über die Förderwürdigkeit wird von der Jury zur Förderung wissenschaftlicher Projekte entschieden. Für besondere wissenschaftliche Leistungen werden zusätzlich Preise vergeben. Im Jahr 2014 zeichnete die DDG zwölf Wissenschaftler aus und förderte 33 Projekte mit 435.000 Euro.[31]

Projektförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Projektförderungen der DDG werden wissenschaftliche Arbeiten in der Diabetologie gefördert. Förderungsmöglichkeiten:

  • Allgemeine Projektförderung
  • Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung
  • Menarini-Projektförderung

Über die Verteilung der für die Projektförderung aus dem Vermögen der Gesellschaft und den aus Spenden zur Verfügung stehenden Mitteln entscheidet die vom Vorstand der DDG eingesetzte Jury zur Förderung wissenschaftlicher Projekte.[32]

Forschungspreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Forschungspreisen der Deutschen Diabetes Gesellschaft werden wissenschaftliche Arbeiten in der Diabetologie gewürdigt. Über die Vergabe der Preise entscheidet die vom Vorstand der DDG eingesetzte Jury zur Förderung wissenschaftlicher Projekte.[33]

  • Förderpreis der DDG
  • Ferdinand-Bertram-Preis
  • Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis
  • Werner-Creutzfeldt-Preis
  • Silvia-King-Preis

Öffentlichkeitsarbeit und gesundheitspolitisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größtmögliche Aufmerksamkeit für das Krankheitsbild Diabetes zu schaffen, zählt zu den Aufgaben der Pressearbeit und des gesundheitspolitischen Engagements der DDG. Ziel ist es, eine breite Öffentlichkeit über Ursachen, Folgen und Therapie der Erkrankung zu informieren. Darüber hinaus stellt die DDG ihre Expertise auch Vertretern aus Politik und Entscheidern aus Wirtschaft und Gesellschaft zur Verfügung, damit die Rahmenbedingungen für eine gute medizinische Versorgung der Menschen mit Diabetes stetig verbessert werden können.

Pressearbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihren wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Themen spricht die DDG viele Fach-, aber auch Publikumsmedien an. Zahlreiche Pressemeldungen, jährlich sind es etwa 40–50, gibt die DDG-Pressestelle in enger Abstimmung mit dem DDG-Pressesprecher heraus. Dabei stehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso auf der Agenda wie die Kommentierung von Berichten, gesundheitspolitischen Entscheidungen oder die Beurteilung neuer Studien. Die Pressemeldungen werden so ausgerichtet, dass sie ärztlichen Kollegen, Bürgern, Politikern und Meinungsbildnern Orientierung geben und die Position der Diabetologen in Deutschland deutlich machen. Die Arbeit der DDG in den Medien verfolgt aber auch das Ziel, allzu einfachen Deutungsmustern der komplexen Stoffwechselstörung Diabetes öffentlich entgegenzutreten. Gerade Meldungen, die gängigen Interpretationsmustern widersprechen, fanden in der Vergangenheit in den Medien viel Resonanz. Im Jahr 2014 konnte die DDG mit ihrer Pressearbeit rund 420 Millionen Printkontakte erreichen.

Medienpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Wissen über Prävention, Diagnostik und Behandlung der Krankheitsbilder Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 in der Bevölkerung zu vergrößern, schreibt die Deutsche Diabetes Gesellschaft seit 2014 einen Medienpreis aus. Journalistinnen und Journalisten können sich in drei Kategorien (Text, Hörfunk, Fernsehen) mit ihren Beiträgen bewerben können. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Einreichungsschluss ist der 31. Juli des jeweiligen Kalenderjahres. Die Preisverleihung findet auf der Diabetes Herbsttagung statt.[34]

Website und Social Media[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Internetauftritt der DDG dient der Bereitstellung allgemeiner Informationen über die DDG und Wissenswertes zu den Leitlinien, zur Weiterbildung und Zertifizierung, zu den Kongressen sowie zur Forschungsförderung. Nutzer finden auf der Internetseite eine täglich aktualisierte Presseschau sowie die Pressemitteilungen und die Stellungnahmen der DDG. Als zusätzlichen Service bietet die Internetseite eine Job- und Praxenbörse, die bei der Stellen- sowie der Personalsuche hilft sowie eine Arztsuche. Mit der Arztsuche können Mediziner oder Patienten fachkundige Diabetologen in ihrer Nähe finden. Täglich greifen zwischen 1.000 und 2.000 Besucher auf die Website zu. Die DDG ist auch auf Facebook und Twitter vernetzt.

Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Zusammenschluss von 17 medizinischen Fachgesellschaften und Forschungseinrichtungen. Sie wurde 2010 anlässlich des ersten UN-Gipfels gegen die nichtübertragbaren Krankheiten gegründet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft initiierte die Gründung und ihr Geschäftsführer Dietrich Garlichs ist Sprecher der Allianz. Ziel der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist es, Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Brisanz des Tsunamis der nichtübertragbaren Krankheiten aufzuzeigen, die inzwischen circa 80 Prozent der Krankheitslast und vorzeitigen Todesfälle verursachen. Um Adipositas und ihre Folgekrankheiten zurückzudrängen, hält DANK – in Übereinstimmung mit dem Globalen Aktionsplan gegen nichtübertragbare Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – folgende Maßnahmen für vordringlich:

  1. Täglich mindestens eine Stunde Bewegung (Sport) in Kita und Schule
  2. Adipogene Lebensmittel besteuern und gesunde Lebensmittel entlasten (Zucker-/Fettsteuer)
  3. Verbindliche Qualitätsstandards für Kita- und Schulverpflegung
  4. Verbot von an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung

Mitglieder der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) sind:

Mitgliedschaft, Nachwuchsförderung und Mitgliederzeitschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DDG hat über 9000 Mitglieder.

Die DDG bietet unterschiedliche Arten der Mitgliedschaften an.[35]

  • Ordentliches Mitglied kann werden, wer auf dem Gebiet des Diabetes mellitus durch wissenschaftliche Tätigkeit hervorgetreten ist, jeder approbierte Arzt, der sich in besonderer Weise der Diabetesbehandlung widmet und jeder Absolvent eines Hochschulstudiums mit Schwerpunkt Diabetes (Beitrag: 125,- € /Jahr).
  • Assoziiertes Mitglied kann werden, wer einem medizinischen Assistenzberuf mit einer von der DDG anerkannten Ausbildung angehört sowie jeder Student mit Interesse an der Diabetologie. (Beitrag: 30,- € /Jahr; Studenten bis 28 Jahren beitragsfrei)
  • Fördernde Mitglieder können alle natürlichen und juristischen Personen werden, welche die Ziele der DDG unterstützen.

Alle Mitglieder der DDG erhalten vergünstigte Eintrittspreise zu den Kongressen der DDG, sie erhalten sechs Mal jährlich die Mitgliederzeitschrift „DDG Informationen“[36]; die ordentlichen Mitglieder erhalten zusätzlich nach Wahl eine der beiden Fachzeitschriften „Diabetologie und Stoffwechsel“[37] oder „Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes“[38].

Die DDG fördert den klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs, da der Bedarf an gut ausgebildeten Ärzten und Wissenschaftlern mit diabetologischem Schwerpunkt steigt. Um jungen Nachwuchskräften die Möglichkeit zu geben, das Fach Diabetologie besser kennenzulernen, vergibt die DDG Reisestipendien zum Diabetes Kongress und zur Diabetes Herbsttagung. Die Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, mehr über die Diabetologie zu erfahren und sich mit Kommilitonen/innen und Kollegen/innen zu vernetzen. Erfahrene Mentoren aus Klinik und Wissenschaft begleiten die Stipendiaten und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Stipendienprogramm soll sukzessive weiter ausgebaut werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2014 – Bericht. Website von diabetesDE. Abgerufen am 19. August 2015
  2. Vorstand und Geschäftsführung. Website der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  3. Ausschüsse und Kommissionen. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  4. Arbeitsgemeinschaften. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  5. Regionalgesellschaften. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  6. Diabetes Kongress. Website des Diabetes Kongresses. Abgerufen am 19. August 2015.
  7. Diabetes Herbsttagung. Website der Diabetes Herbsttagung. Abgerufen am 19. August 2015.
  8. Leitlinien. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  9. Weiterbildung. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  10. Zertifizierung. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  11. Forschung. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  12. 50 Jahre Deutsche Diabetes Gesellschaft – Festschrift. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  13. Diabetologe/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  14. Fachpsychologe/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  15. Diabetesberater/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  16. Diabetesassistent/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  17. Diabetes-Pflegefachkraft DDG (Klinik). Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  18. Diabetes-Pflegefachkraft (Langzeit). Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  19. Wundassistent/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  20. Podologe/in DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  21. Zertifiziertes Diabeteszentrum Diabetologikum DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  22. Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  23. Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG). Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  24. Fußbehandlungseinrichtung DDG. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  25. Diabetes-Schwerpunktpflegedienst (DDG). Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  26. Leitlinien. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  27. Diabetes Kongress. Website des Diabetes Kongresses. Abgerufen am 19. August 2015
  28. Diabetes Herbsttagung. Website der Diabetes Herbsttagung. Abgerufen am 19. August 2015
  29. Diabetes Kongress. Website des Diabetes Kongresses. Abgerufen am 19. August 2015
  30. Stellungnahmen. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  31. Forschungsförderung und Preise. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  32. Projektförderung. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  33. Forschungspreise. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  34. Medienpreis. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015.
  35. Mitglieder. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  36. DDG Informationen. Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Abgerufen am 19. August 2015
  37. Diabetologie und Stoffwechsel. Website des Thieme-Verlags. Abgerufen am 19. August 2015
  38. Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes. Website des Thieme-Verlags. Abgerufen am 19. August 2015