Deutsche Funkturm

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Deutsche Funkturm
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 2002 (Ausgliederung aus DeTeImmobilien)
Sitz Münster, Deutschland
Leitung Bruno Jacobfeuerborn (Vorsitzender),
Thomas Ried
Mitarbeiter ca. 700 (2015)
Umsatz 700 Mio. (2006)
Branche Infrastruktur
Website dfmg.de

Die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, die Antennenträger plant, realisiert und vermarktet. Das Unternehmen wurde im Zuge von organisatorischen Änderungen außerdem Eigentümer und Betreiber der Funktürme. Der Sitz des Unternehmens ist im Ortsteil Zentrum Nord der westfälischen Stadt Münster.

Das Unternehmen wurde am 1. Januar 2002 gegründet, nahm aber erst am 1. Oktober 2002 den Betrieb auf. Ziel der Gründung war ursprünglich, das Unternehmen an ein Drittunternehmen zu verkaufen, da der Aufgabenbereich der DFMG nicht zum Kerngeschäft der Deutschen Telekom gehört und somit nicht in die Unternehmensphilosophie passt. Im Jahr 2007 plante die Deutsche Telekom, die DFMG zu verkaufen; zu einem Verkauf ist es allerdings nicht gekommen.

Unternehmensziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Portfolio der DFMG zählt die Vermarktung von Antennenträger- und Technikflächen an Turm-, Mast- und Dachstandorten. Das bedeutet, dass die DFMG Funktürme und -masten errichtet, betreibt und unterhält. An diesen können dann von Kunden der DFMG Antennen angebracht werden, die Funksignale verbreiten und empfangen. Zu den Kunden zählt die zum Konzern der Deutschen Telekom gehörende Telekom Deutschland GmbH. Darüber hinaus gehören aber auch die zwei weiteren in Deutschland tätigen Mobilfunknetzbetreiber Vodafone und O2 dazu. Aber auch außerhalb des Mobilfunks werden die von der DFMG errichteten Antennenträger benötigt, so von überwiegend privaten sowie öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Hörfunkveranstaltern, aber auch von BOS- und Amateurfunk.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte Stammkapital besitzt die Deutsche Telekom AG (DTAG). Diese hält 83,33 % direkt und die restlichen 16,67 % liegen bei der DTAG-Tochtergesellschaft T-Mobile Deutschland GmbH.

Die DFMG beschäftigt rund 600 Mitarbeiter, die bei der Gründung von der DeTeImmobilien und von T-Mobile übernommen wurden. Die Zentrale in Münster ist Dienstleister für die zehn Regionalvertretungen in Hamburg, Hannover, Berlin, Dortmund, Leipzig, Köln, Frankfurt am Main, Nürnberg, Stuttgart und München. Im Jahr 2006 erwirtschaftete die DFMG einen Gesamtumsatz von 700 Millionen Euro. Das Sachanlagevermögen beläuft sich auf 707 Millionen Euro.

Im Eigentum der DFMG befinden sich deutschlandweit etwa 24.500 Funkstandorte. Hierzu gehören etwa 16.000 kleinere Masten auf Hausdächern (sogenannte „Rooftops“, Höhe bis zu zehn Meter), 8000 freistehende Masten (als Schleuderbeton- oder Stahlgittermasten, Höhe bis zu 80 Meter) und 500 Fernmeldetürme. Zu den bekanntesten Funktürmen, deren Eigentümerin die DFMG ist, zählen der Berliner Fernsehturm, der Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg und der Europaturm in Frankfurt am Main. Einige bekannte Funktürme wie z. B. der Düsseldorfer Fernsehturm sind nicht im Eigentum der DFMG, werden aber im Bereich der technischen Sendeanlagen durch diese betrieben.

Förderung des Amateurfunks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einer Förderverfügung des Postministers standen nach dem Zweiten Weltkrieg Funkamateuren des damaligen „Verbands der Funkamateure der Deutschen Bundespost“ (VFDB) u. a. Standorte auf den Fernmeldetürmen für automatische Amateurfunkstationen zur Verfügung.

Auch nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost stellten DeTeImmo und später DFMG den Funkamateuren im VFDB diese exponierten Standorte auf den Türmen weiterhin zur Verfügung – wenn auch nicht mehr kostenlos.

Somit stehen dem Amateurfunkdienst in Deutschland bis heute diese Standorte zur Verfügung und bilden das „Rückgrat“ für das private, nicht kommerzielle und von Funkamateuren betriebene Packet Radio-, Relais- und Notfunknetz. Seit dem 1. Mai 2007 gelten neue Rahmenbedingungen für automatische Amateurfunkstellen des VFDB an DFMG-Standorten. Die Einschränkung auf maximal 100 Watt Leistungsaufnahme und maximal vier Antennen an einem Standort bedeutet einen massiven Einschnitt in den Betrieb von automatisch arbeitenden Amateurfunkstellen.

Deutsche Funkturm vor Gericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Errichtung von Mobilfunkanlagen bei einem Teil der Öffentlichkeit auf Widerstand stößt, wird das Unternehmen immer wieder in Gerichtsverfahren verwickelt. Hierbei tritt die DFMG sowohl als Klägerin (vor Verwaltungsgerichten, wenn eine Gemeinde einen Bauantrag ablehnt), als Beklagte (vor Zivilgerichten, wenn Nachbarn Abwehransprüche geltend machen) und als Beigeladene (vor Verwaltungsgerichten, wenn Nachbarn die Aufhebung einer Baugenehmigung von einer Gemeinde begehren) auf.

Darüber hinaus sind auch die Mietverträge regelmäßig Gegenstand von Gerichtsverfahren, die die DFMG mit den Eigentümern der Grundstücke abschließt, auf denen Antennenanlagen errichtet werden (sollen). Im Gegensatz dazu kommt es zwischen der DFMG und ihren Mietern, also den Antennennutzern, selten zum Streit. Hierfür sorgen die zwischen den Gesellschaften abgeschlossenen Rahmenverträge.

Im Oktober 2015 erklärten die Geschäftsführer von Alsterradio in einem offenen Brief,[1] dass ihr Sender aufgrund möglicherweise missbräuchlicher Preisstellung der DFMG durch eine Verdreifachung der Verbreitungskosten existenziell bedroht sei und verwiesen auf laufende Aktivitäten des Bundeskartellamtes, das nach Angaben der Bundesnetzagentur unter dem Aktenzeichen B7-27/15 ein Verfahren gegen die DFMG eröffnet hat.[2]

Möglicher Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 2007 verkündete der Vorstand der Deutschen Telekom eine Pressemitteilung, in der die neue Strategie des Unternehmens, konzentriert und gezielt zu wachsen, vorgestellt wurde.[3] In dieser hieß es: „Zudem will die Deutsche Telekom Geschäftseinheiten veräußern, die nicht zur Strategie passen. Konkret zur Veräußerung auf dem Prüfstand sind die […] Funktürme in Deutschland und den USA (Deutsche Funkturm GmbH und US Towers) […].“ Am 15. November 2007 teilte die Deutsche Telekom mit, nach eingehender Prüfung der Kaufangebote stehe die Deutsche Funkturm nicht mehr zum Verkauf.[4] Gemäß Geschäftsbericht der Telekom Deutschland wurde im November 2012 die amerikanische Infrastruktur für 1,4 Milliarden Euro verkauft.

Mitte 2017 wurde berichtet, dass die Telekom den Verkauf von 49 % der Unternehmensanteile an der DFMG bis Ende des Jahres plant.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alsterradio und 917xfm sehen sich in ihrer Existenz bedroht.
  2. Alsterradio vs. UKW-Regulierung. In: www.radioeins.de. Abgerufen am 21. Mai 2016.
  3. Deutsche Telekom: Konzentrieren und gezielt wachsen
  4. Reuters: Deutsche Telekom verkauft weder Auskunft noch Funktürme
  5. Kreise: Telekom will Funktürme bis Ende des Jahres verkaufen. Abgerufen am 23. Juli 2017.

Koordinaten: 51° 58′ 54″ N, 7° 38′ 14″ O