Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie

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Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie
(DGMP)
Zweck: Fachgesellschaft für Medizinische Psychologie
Vorsitz: Renate Deinzer
Gründungsdatum: 1979
Mitgliederzahl: 260
Sitz:
Website: dgmp-online.de

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die das Fach Medizinische Psychologie in Lehre, Forschung und Krankenversorgung vertreten. Die Mitglieder sind Mediziner, Psychologen und Soziologen, die das Fach vor allem in der Lehre und Fortbildung von Medizinern vertreten. Die Gesellschaft wurde 1979 in Heidelberg als Gesellschaft für Medizinische Psychologie (GMP) gegründet und gab sich 1990 den heutigen Namen. Sie hat heute ca. 260 Mitglieder, die vorwiegend in den 34 Instituten und Abteilungen für Medizinische Psychologie an den medizinausbildenden Universitäten und Hochschulen tätig sind. Das Organ der DGMP war bis 2013 die Zeitschrift für Medizinische Psychologie, seitdem ist die Zeitschrift Psychotherapie Psychosomatik Medizinische Psychologie das Organ der Gesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 21. April 1979 in Heidelberg gegründet. Vorausgegangen war in der Bundesrepublik 1970 die Gründung der "Ständigen Konferenz der Hochschullehrer für Psychosomatik/Psychotherapie und Medizinische Psychologie" auf Initiative von Horst-Eberhard Richter. Im selben Jahr wurden mit der Novellierung der Approbationsordnung Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie als Pflichtfächer in das Medizinstudium eingeführt. 1972 wurde der erste Lehrstuhl für Medizinische Psychologie eingerichtet (Dieter Beckmann in Gießen). 1973 erschien das erste Lehrbuch im Sinne der Approbationsordnung, 1974 erfolgte die Gründung der Zeitschrift "Medizinische Psychologie" (Schriftleiter Lothar R. Schmidt). Der erste Kongress "Psychologie in der Medizin" fand 1976 in Ulm statt.[1]

In der DDR gab es Sektionen Medizinische Psychologie der Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie sowie der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie, die bereits seit 1981 eng mit der GMP zusammenarbeiteten und z.  B. zwei große internationale Kongresse 1984 und 1988 sowie aller zwei Jahre Tagungen mit internationaler Beteiligung in Ahrenshoop ausrichteten. 1979 wurde die Arbeitsgemeinschaft der Hochschullehrer für Medizinische Psychologie in der DDR gegründet, 1982 das Fach offiziell in das Medizinstudium eingeführt. In der DDR verstand sich die Medizinische Psychologie mehr als interdisziplinäres Fach zwischen Medizin und Psychologie denn als reines Ausbildungsfach. Hans Szewczyk und Hans-Dieter Rösler sind eng mit dieser Entwicklung verbunden.

Nach der Wiedervereinigung benannte sich Gesellschaft um in "Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie".[1]

Der Verein ist seit 1980 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Forschungsthemen[Bearbeiten]

Der Verein benennt die folgenden Gebiete als wichtige Themen medizinpsychologischer Forschung:

  • Patient-Arzt-Beziehung und Kommunikation
  • Krankheitsverarbeitung
  • psychobiologische Zusammenhänge
  • Prävention und Rehabilitation, Gesundheitsförderung
  • psychosoziale Versorgungsforschung
  • Entwicklungspsychologie und Umgang mit minderjährigen Patienten und ihren Familien
  • sozialpsychologische Aspekte von Gesundheit und Krankheit

Vorstände[Bearbeiten]

Zeitraum 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender
1979-1981 Lothar R. Schmidt Jörn Scheer
1981-1983 Margit v. Kerekjarto Rolf Verres
1983-1985 Margit v. Kerekjarto Gernot Huppmann
1985-1987 Peter Rosemeier Bernd Dahme
1987-1989 Peter Rosemeier Peter Jacobi
1989-1991 Uwe Tewes Jürgen Neuser
1991-1992 Ernst Pöppel Monika Hasenbring
1992-1994 Heinz-Dieter Basler Monika Hasenbring
1994-1996 Heinz-Dieter Basler Elmar Brähler
1996-1998 Elmar Brähler Monika Bullinger
1998-2000 Elmar Brähler Nicole v. Steinbüchel
2000-2002 Uwe Koch Nicole v. Steinbüchel
2002-2004 Uwe Koch Hermann Faller
2004-2006 Bernhard Strauß Hermann Faller
2006-2008 Bernhard Strauß Hermann Faller
2008-2010 Renate Deinzer Bernhard Strauß
2010-2012 Renate Deinzer Hans-Joachim Hannich
2012-2014 Renate Deinzer Hans-Joachim Hannich

Wissenschaftliche Kongresse[Bearbeiten]

Die Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie finden seit 1976 alle zwei Jahre statt. In den Jahren zwischen den Kongressen finden kleinere Tagungen statt (von 1969 bis 1991 in halbjährlichem Rhythmus, seit 1992 jährlich).

In der DDR fanden zwei große medizinpsychologische Kongresse statt: Ein Symposium „Zur Psychologie des Patienten“ wurde unter Leitung von Hans Szewczyk im April 1984 in Erfurt abgehalten, ein zweites mit dem Titel „Entwicklungslinien der Medizinischen Psychologie“ im Dezember 1988 in Berlin unter Leitung von Gisela Ehle. [2]

Jahr Ort Veranstalter
1976 Ulm Helmut Zenz
1978 Hamburg Bernhard Dahme, Uwe Koch
1980 Gießen Jörn Scheer
1982 Hannover Uwe Tewes
1984 München Fritz Schmielau
1986 Berlin Hans-Peter Rosemeier
1988 Göttingen H. Pohlmeier
1990 Ulm Helmut Zenz
1992 Mainz Gernot Huppmann
1994 Magdeburg Bernhard Sabel
1996 Leipzig Elmar Brähler
1998 Hamburg Uwe Koch, Monika Bullinger
2000 Aachen Jürgen Neuser, J. de Bruin
2002 Dresden Friedrich Balck
2004 Bochum Dirk Hallner, Olaf von dem Knesebeck, Monika Hasenbring
2006 Leipzig Yve Stöbel-Richter, Andreas Hinz, Christina Schröder, Elmar Brähler
2008 Jena Bernhard Strauß
2010 Gießen Renate Deinzer
2012 Heidelberg Rolf Verres
2014 Greifswald Hans-Joachim Hannich
2016 Berlin Christine Heim

Preise[Bearbeiten]

Der Verein vergibt seit 1992 aller zwei Jahre den Förderpreis der DGMP (Peter-Jacobi-Preis) für innovative Arbeiten aus dem Bereich der Medizinischen Psychologie. Seit 2002 ist dieser Preis mit 2.000 Euro dotiert. Bewerben können sich promovierte oder habilitierte Mitglieder der Gesellschaft, die noch keine ordentliche Professur innehaben. Preisträger waren Uwe Niederberger (1992), Sönke Johannes (1994), Erich Kasten (1996), Marc Wittmann (1998), Michael S. Exton (2000), Gabriela Helga Franke (2002), Rüdiger Ilg (2004), Brigitte M. Kudielka (2006), Gabriele Wilz (2008), Thomas Forkmann (2010), Friederike Kendel (2010) und Heike Spaderna (2012).[3]

Von 2002 bis 2008 vergab die Gesellschaft im zweijährlichen Rhythmus einen Förderpreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen ("Frauenpreis"), um die wissenschaftliche Qualifikation jüngerer Frauen im Bereich der Medizinischen Psychologie zu fördern. 2009 wurde dieses Ziel als erreicht angesehen und der Preis mit dem Sabine-Grüsser-Sinopoli-Preis verschmolzen, für den sich auch männliche Wissenschaftlicher bewerben können.[3]

Der Verein hat im Jahr 2010 für den wissenschaftlichen Nachwuchs einen Preis ausgelobt, der nach Sabine Grüsser-Sinopoli benannt ist. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wurde erstmals im September 2010 auf dem Kongress der DGMP an Yavor Yalachkov und Markus Zenger verliehen. 2012 wurde Daniela Harnacke geehrt.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Berth, H., Balck, F., Brähler, E. (Hrsg.) (2008). Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie von A bis Z. Göttingen: Hogrefe. ISBN 978-3-80171-789-6
  • Buser, K., Schneller, T. & Wildgrube, K. (2007). Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie Medizinische Soziologie. München: Urban & Fischer. ISBN 978-3-43743-211-8
  • Faller, H. & Lang, H. (2010). Medizinische Psychologie und Soziologie. Berlin: Springer. ISBN 978-3-64212-583-6
  • Gerber W.-D. & Kropp, P. (2007). Roter Faden Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. ISBN 978-3-80472-338-2
  • Kasten, E. & Sabel, B. (2011). 1. ÄP. Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Stuttgart: Thieme. ISBN 978-3-13114-927-5
  • Strauß, B., Berger, U., Troschke, J. v. & Brähler, E. (Hrsg.) (2004). Lehrbuch Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Göttingen: Hogrefe. ISBN 978-3-80171-032-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschichte der DGMP auf der Homepage der Gesellschaft, abgerufen am 6. Februar 2012
  2. Tagungen der DGMP auf der Homepage der Gesellschaft, abgerufen am 14. Februar 2012
  3. a b Förderpreise der DGMP auf der Homepage der Gesellschaft, abgerufen am 6. April 2012
  4. Peter Kropp: Pressemitteilung der DGMP vom 24. Februar 2012. In: Informationsdienst Wissenschaft.