Deutsche Gesellschaft für Neurologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Gesellschaft für Neurologie
(DGN)
Logo
Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Neurologie
Vorsitz: Gereon R. Fink
Gründungsdatum: 1907
Mitgliederzahl: ca. 8384
Sitz: Berlin
Website: dgn.org

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN) ist eine medizinische Fachgesellschaft mit 8384 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2016). Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Ihr formuliertes Ziel ist es, die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Die Gesellschaft wurde 1907 in Dresden gegründet, Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. Die DGN ist Dachgesellschaft verschiedener Schwerpunktgesellschaften. Gereon R. Fink ist seit 1. Januar 2017 Vorsitzender der DGN.

Tätigkeiten und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGN fördert Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie veranstaltet Kongresse und Tagungen, lobt Wissenschaftspreise aus, betreibt Informationspolitik für die Öffentlichkeit. Weiterhin vertritt sie die Interessen der neurologisch tätigen Ärzte in Deutschland. Die Aktuelle Neurologie vom Georg Thieme Verlag sowie Der Nervenarzt (1928 vom Springer-Verlag gegründet) sind Publikationsorgane der DGN.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale Organe der DGN sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und der Beirat, an dem sich auch Mitglieder verwandter Gesellschaften, wie etwa der Berufsverband der Deutschen Neurologen (BDN), beteiligen. Die Facharbeit mit administrativen und klinischen Aufgaben findet in den Kommissionen statt, die Delegierten vertreten die DGN-Interessen in den anderen Gesellschaften. Folgende spezialisierte Schwerpunktgesellschaften sind Mitglied in der DGN:

Die Deutsche Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) ist Partnergesellschaft der DGN.

Weitere Gesellschaften sind mit der DGN assoziiert. Zudem betreibt bzw. unterstützt die DGN weitere Organisationen wie die Fortbildungsakademie oder die Nachwuchsorganisation Junge Neurologen.

Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGN hat 8384 Mitglieder (Stand Dezember 2016). Die Anzahl der Mitglieder hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Ordentliche Mitglieder können alle natürlichen Personen werden, denen die Approbation als Arzt in der Bundesrepublik Deutschland erteilt worden ist oder die als Wissenschaftler auf neurowissenschaftlichem Fachgebiet arbeiten. Auch Medizinstudenten können aufgenommen werden.

DGN-Kongress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist mit fast 6000 Teilnehmern der größte deutschsprachige Neurologie-Kongress in Europa und einer der größten Medizinkongresse in Deutschland. Er ist das einschlägige Forum für neurologische Wissenschaft, Therapie, Fortbildung und Gesellschaftsfragen. Das Publikum reicht von klinischen und niedergelassenen Neurologen bis zu Medizinern aus benachbarten Fachgebieten, Psychologen und Therapeuten, die sich neurologischen Patienten widmen. Das wissenschaftliche Programm wird durch die DGN-Fortbildungsakademie, das DGN-Forum zu Trends in Beruf und Gesellschaft und eine separate Industrieausstellung ergänzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Forderung von Wilhelm Erb, ein Organ zur Förderung neurologischer Interessen zu schaffen, gründete Hermann Oppenheim 1906 die Gesellschaft Deutscher Nervenärzte. Auf der konstituierenden Versammlung wurde Erb 1907 zum ersten Präsidenten gewählt. 1935 wurde die Gesellschaft durch die nationalsozialistische Regierung aufgelöst und in die neu gegründete Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater zwangseingegliedert (siehe Gleichschaltung).

1950 erfolgte die Neugründung durch Heinrich Pette unter dem heutigen Namen. Der erste Kongress fand unter dem Vorsitz von Pette 1952 in Hamburg statt.

2005 wurde Otto Busse erster Geschäftsführer der DGN, 2008 entstand die erste zentrale Geschäftsstelle der DGN in Berlin. Heutiger Geschäftsführer ist seit 1. Januar 2010 Thomas Thiekötter.

Liste der bisherigen Vorsitzenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Vorsitzende der DGN seit 1950
1950–1952 Heinrich Pette, Hamburg
1953–1954 Georg Schaltenbrand, Würzburg
1955–1956 P. Vogel Heidelberg
1957–1958 G. Döring, Hamburg
1959–1960 Fritz Lüthy, Zürich
1961–1962 Klaus-Joachim Zülch, Köln
1963–1964 E. Bay, Düsseldorf
1965–1966 H. Kalm, Dortmund
1967–1968 J. Hirschmann, Tübingen
1969–1970 Richard Jung, Freiburg
1971–1972 Helmut Bauer, Göttingen
1973–1974 Friedrich Erbslöh, Gießen
1975–1976 R. Ch. Behrend, Hamburg
1977–1978 Hans Schliack, Berlin/Hannover
1979–1980 Hans Georg Mertens, Würzburg
1981–1982 D. Seitz, Hamburg
1983–1984 H. Gänshirt, Heidelberg
1985–1986 Klaus Poeck, Aachen
1987–1988 P A. Fischer, Frankfurt
1989–1990 W. Firnhaber, Darmstadt
1991–1992 Klaus Schimrigk, Homburg/Saar
1993–1994 F. Jerusalem, Bonn
1995–1996 Klaus Felgenhauer, Göttingen
1997–1998 Thomas Brandt, München
1999–2000 Johannes Dichgans, Tübingen
2001–2002 Werner Hacke, Heidelberg
2003–2004 Hans-Christoph Diener, Essen
2005–2006 J. Noth, Aachen
2007–2008 Günther Deuschl, Kiel
2009–2010 Heinz Reichmann, Dresden
2011–2012 Wolfgang H. Oertel, Marburg
2013–2014 Martin Grond, Siegen
2015–2016 Ralf Gold, Bochum
2017–2018 Gereon R. Fink, Köln

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DGN verleiht folgende Preise:

  • Wilhelm Erb-Gedenkmünze (seit 1913)
  • Max Nonne-Gedenkmünze (seit 1960)
  • Heinrich Pette-Preis (seit 1969)
  • Wilhelm Erb-Becher (seit 1992)
  • Adolf Wallenberg-Preis (seit 1998)
  • Rehabilitationspreis H. J. Bauer (seit 2000)
  • Robert Wartenberg-Preis (seit 2001)
  • Dingebauer-Preis (seit 2002)
  • Hans Georg Mertens-Preis (seit 2003)
  • Romberg-Glas (seit 2004, Moritz Heinrich Romberg)
  • Stiftung Felgenhauer zur Förderung junger Neurowissenschaftler (seit 2004)
  • Deutscher Journalistenpreis Neurologie (seit 2008)
  • Multiple Sklerose Preis der Eva und Helma Lehmann-Stiftung (seit 2012)
  • Thiemann-Fellowship (seit 2015)

Junge Neurologen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jungen Neurologen (JuNos) sind die Nachwuchsorganisation der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) sowie dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Sie richtet sich an Medizinstudierende, Assistenz- und Fachärzte, die in der Neurologie tätig sind. Ziel der Jungen Neurologen ist es, Studierende für das Fach Neurologie zu gewinnen, Netzwerke zu schaffen, Bedürfnisse zu identifizieren, Nachwuchskräfte in ihrer Weiterbildung zu unterstützen und die Faszination des Berufsfeldes Neurologie zu vermitteln. Die unabhängige, offene Initiative wird mit ehrenamtlichem Engagement und bewusst ohne feste Vereinsstruktur betrieben. Das Netzwerk der Jungen Neurologen umfasst rund 1300 Personen (Stand: 2013).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]