Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften

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Die Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften (DGWW) war eine Organisation während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich. Sie diente unter anderem der Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda. Die Gesellschaft wurde im Sommer 1933 gegründet und bestand bis mindestens 1943.

Präsident der Gesellschaft war Friedrich von Cochenhausen, General der Artillerie.[1]

Die Gesellschaft organisierte wehrpolitische und militärische[1] Vorträge vor der Wehrmacht und der deutschen Bevölkerung. Im ersten Quartal des Jahres 1941 wurden von der Gesellschaft etwas mehr als 4600 Vorträge organisiert, davon etwa 1800 vor der Wehrmacht. Zu Wort kamen etwa 450 „Frontredner“. Nach eigenen Angaben erreichte die Gesellschaft rund 1,6 Millionen Bürger.[2]

Bei den Gaupropagandaleitungen verfügte die Gesellschaft über sogenannte „Gaubeauftragte“, die innerhalb ihres Gaus für die Organisation von Vorträgen und Diskussionen zuständig waren. Zu den Rednern gehörten verschiedene Größen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Militär, darunter etwa Reinhard Höhn, Viktor Bruns, Friedrich Grimm, Edmund Glaise-Horstenau. Sie beschäftigten sich unter anderem mit den verschiedensten Teilgebieten des Totalen Kriegs.[1]

Die Gesellschaft widmete sich außerdem der Ausbildung in der Rhetorik. Geschult wurden Redner der nationalsozialistischen Organisationen wie der SS, der SA, des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), des Reichsarbeitsdienstes (RAD), des Reichsluftschutzbundes sowie des Reichsverbandes Deutscher Offiziere.[2]

Die wissenschaftliche Arbeit der Gesellschaft war in Arbeitsgemeinschaften organisiert:[2]

  • Arbeitsgemeinschaft „Kriegsgeschichte“ unter Oberstleutnant a. D. Foerster
  • Arbeitsgemeinschaften „Kriegsphilosophie“ und „Wehrwirtschaft“ unter Oberregierungsrat Karl Linnebach und Dr. Osthold
  • Arbeitsgemeinschaft „Kriegsrecht“ unter Admiral a. D. Walter Gladisch
  • Arbeitsgemeinschaft Wehrverkehrsfragen unter Generalleutnant a. D. Adalbert von Taysen[3]

Die Publikation der Werke erfolgte in den Monatsschriften Wissen und Wehr und Militärwissenschaftliche Rundschau. Das Handbuch „Neuzeitliche Wehrwissenschaften“ von Generalmajor a. D. Hermann Franke wurde von der Gesellschaft in Auftrag gegeben.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Kolmsee: Die Rolle und Funktion der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften bei der Vorbereitung des zweiten Weltkrieges durch das faschistische Deutschland. Diss., Leipzig 1966
  • Andreas Toppe: Militär und Kriegsvölkerrecht: Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Zeitungsartikel zur Deutsche Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften in der Pressemappe 20. Jahrhundert der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Andreas Toppe: Militär und Kriegsvölkerrecht: Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008. S. 211.
  2. a b c d Andreas Toppe: Militär und Kriegsvölkerrecht: Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008. S. 212.
  3. Andreas Toppe: Militär und Kriegsvölkerrecht: Rechtsnorm, Fachdiskurs und Kriegspraxis in Deutschland 1899–1940, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2008, S. 30.