Deutsche Herzstiftung

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Deutsche Herzstiftung

(DHS)

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Zweck: Entwicklung, Verwirklichung und Förderung von Maßnahmen zur Aufklärung über die Gefahren von Herz- und Kreislaufkrankheiten sowie zu deren Vorbeugung und Behandlung
Vorsitz: Dietrich Andresen
Geschäftsführung: Martin Vestweber
Bestehen: seit 1979
Bilanzsumme: 38.377.067 EUR (2018)[1]
Sitz: Frankfurt am Main
Website: www.herzstiftung.de

kein Stifter angegeben

Barbara Genscher, Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung seit 1987

Die Deutsche Herzstiftung e. V. ist eine Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Krankheiten. Der Verein mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im Jahr 1979 von Kardiologen gegründet; er hat 103.000 Mitglieder (Stand Juni 2019[1]). Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung ist seit 1987 Barbara Genscher. Langfristiges Ziel der Organisation ist es, das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität von Herzpatienten zu verbessern.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herzstiftungs-Medium mit der größten Reichweite (300.000 Empfänger[1]) ist der Patienten-Newsletter[2]. Darüber hinaus gibt die Herzstiftung viermal im Jahr die Zeitschrift „Herz heute“[3] in einer Auflage von 155.000 Exemplaren[1] und das „herzblatt“, die Zeitschrift zu angeborenen Herzfehlern,[4] in einer Auflage von 5.000 Exemplaren heraus. Seit 2012 fungiert die Herzstiftung auch als Herausgeber des Deutschen Herzberichts, in der Nachfolge des bis 2011 von Ernst Bruckenberger herausgegebenen Herzberichts.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation engagiert sich dafür, eine breite Öffentlichkeit über einen gesunden Lebensstil, die Möglichkeiten der Krankheitsvorbeugung sowie -behandlung aufzuklären, sie informiert über neue Entwicklungen in der Herz-Kreislauf-Medizin und unterstützt Selbsthilfegruppen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Förderung der Herz-Kreislaufforschung in Verbindung mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung. Diese entstand 1988 als Tochterorganisation der Deutschen Herzstiftung.[5] Für die Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten und der Rehabilitation erwachsener Erkrankter setzt sich die Deutsche Herzstiftung mit ihrer Kinderherzstiftung für Kinder mit angeborenem Herzfehler und deren Eltern ein.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand der Deutschen Herzstiftung hat gegenwärtig neun Mitglieder, Vorsitzender ist seit Juni 2018 der Kardiologe und Notfallmediziner Dietrich Andresen.[1] Alle Vorstände sind ausschließlich ehrenamtlich tätig.

Die Herzstiftung verfügt seit 1980 über einen Wissenschaftlichen Beirat mit aktuell mehr als 500 Mitgliedern, dem zahlreiche Kliniker und Wissenschaftler aus den Bereichen Kardiologie, Herzchirurgie und Kinderkardiologie in Deutschland angehören.[1]

Die Deutsche Herzstiftung arbeitet eng zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung, der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. Sie ist zudem die offizielle Vertretung Deutschlands im European Heart Network, der Dachorganisation der europäischen Herzstiftungen, und sie ist Mitglied in der World Heart Federation, der internationalen Gemeinschaft kardiologischer Fachgesellschaften und Herzstiftungen.

Projekte und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Herzstiftung hat in der Vergangenheit mehrere bundesweite Aufklärungsaktionen gestartet, beispielsweise den Herzmonat „Herzklappenerkrankungen und Gerinnungshemmung“ oder die Herzwoche „Bei Verdacht auf Herzinfarkt: sofort 112“.

Jährlich rund 2.000 Anfragen werden vom Informationsdienst bei der schriftlichen Sprechstunde beantwortet.[1] Daneben findet zweimal im Monat eine Telefonsprechstunde statt, die 2018 von fast 900 Anrufern genutzt wurde.[1] Die Antworten für Mitglieder werden von Herzspezialisten und Herzchirurgen gegeben. Die Herzstiftung veranstaltet zusätzlich Herzseminare, Vorträge und Gesundheitstage. Bei der Kinderherzstiftung liegt der Hauptschwerpunkt auf Arzt-Eltern-Seminaren, Sportprojekten und einem Informationsdienst. Zur Verhinderung von Herzkrankheiten existieren Präventionsprojekte, wie das Seilspringprojekt „Skipping Hearts“ in Grundschulen, die Nichtraucherförderung oder Mittelmeerküche in der Betriebs- und Großküchenverpflegung.

Im Bereich der Forschungsförderung werden Jahresstipendien an Nachwuchs-Wissenschaftler vergeben, der Wilhelm P. Winterstein-Preis verliehen und Projekte gefördert, wie etwa das Deutsche Aortenklappenregister (GARY), in dem operative und kathetergestützte Eingriffe zum Aortenklappen-Ersatz erfasst und analysiert werden, um die Patientensicherheit und die Behandlungsqualität zu sichern. Weitere Forschungsförderung findet in Verbindung mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung statt. Im Jahr 2018 wurden Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit insgesamt € 2,54 Mio. gefördert.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Deutsche Herzstiftung: Jahresbericht 2018, Juni 2019, abgerufen 6. Oktober 2019
  2. Herzstiftungs-Patienten-Newsletter
  3. Herz Heute
  4. Herzblatt online
  5. Webseite der Deutschen Herzstiftung, abgerufen am 18. Dezember 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]