Deutsche Homöopathie-Union

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Deutsche Homöopathie-Union DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1961 Dortmund, ab 1971 Karlsruhe Grötzingen, seit 1983 in Karlsruhe-Durlach
Sitz Karlsruhe
Leitung Peter Braun, Dr. Rainer Oschmann (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl 500 (2019)[1]
Umsatz 100 Mio. € (2016)
Branche Pharmahersteller
Website www.dhu.de

Sitz in Karlsruhe

Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU), mit vollem Firmennamen Deutsche Homöopathie-Union DHU-Arzneimittel GmbH & Co. KG, mit Sitz in Karlsruhe, ist ein Hersteller homöopathischer Präparate und eine 100%ige Tochter von Dr. Willmar Schwabe.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie entstand 1961 aus dem Zusammenschluss der früheren Konkurrenten Dr. Madaus & Co. und Dr. Willmar Schwabe GmbH. Diese Firmenehe ging 1969 wieder auseinander; der Name blieb jedoch erhalten. Heute ist die DHU ein Teil der Unternehmensgruppe Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG. Die DHU beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sortiment der DHU gliedert sich in zwei Hauptbereiche: die Homöopathie und die Biochemische Therapie nach Wilhelm Schüßler mit den Schüßler-Salzen. Es umfasst 350.000 Produkte, die international vertrieben werden. Der Bereich Homöopathie wiederum umfasst die homöopathischen Einzelmittel, die im Volksmund auch als "die Globuli" bekannt sind, sowie homöopathische Kombinationspräparate, die aus bis zu vier einzelnen Wirkstoffen bestehen.

Insgesamt werden rund 1.200 pflanzliche, tierische und mineralische Ausgangsstoffe verarbeitet. Sie stehen in verschiedenen Potenzen, Packungsgrößen und Darreichungsformen (Tropfen, Tabletten, Globuli, Salben) zur Verfügung. Die am häufigsten verwendete Darreichungsform ist die der Streukügelchen (Globuli), von denen jährlich ca. 12,5 Milliarden Stück hergestellt werden.

Die DHU verfügt über einen eigenen, 15,5 ha großen Arzneipflanzenanbau namens "Terra Medica", der sich in kurzer Distanz zum Hauptsitz in Karlsruhe in Staffort befindet. Terra Medica gilt nach Ansicht des Unternehmens mit 600 unterschiedliche Arten als Europas artenreichste Arzneipflanzenkultur und liefert ca. 70 % des für die Produktion benötigten Materials. "Terra Medica" ist seit 1998 gemäß der EU-Verordnung für den ökologischen Landbau zertifiziert.

Umgang mit Kritik an der Homöopathie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der allgemeinen Kritik an der Homöopathie geht das Unternehmen mit verschiedenen gegen Vorwürfe der fehlenden Wirksamkeit eigener Produkte vor. So ließ die DHU 2005 mit einer einstweiligen Verfügung ein Buch der Stiftung Warentest vom Markt nehmen, in dem ihr Medikament „Heuschnupfenmittel DHU“ als unwirksam bezeichnet wurde, obwohl ein Wirksamkeitsnachweis für die Indikationen „allergische Erkrankung der oberen Atemwege wie zum Beispiel Heuschnupfen (Pollinosis) und ganzjähriger allergischer Schnupfen (perenniale allergische Rhinitis)“ vorliege.[2] Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte hatte sich ebenso gegen das Buch ausgesprochen.

2012 wurde bekannt, dass auch DHU mit Claus Fritzsche einen Betreiber mehrerer Websites finanzierte, der sich selbst als Journalist bezeichnete und sich auf diesen der Diffamierung von Kritikern pseudomedizinischer Praktiken widmete. Dabei verwendete Fritzsche verschiedene Server, die sich gegenseitig verlinkten, um so die Suchergebnisse u. a. von Google zu manipulieren und so die Kritik in den Vordergrund zu rücken. Ein Opfer dieser Praxis war z. B. der britische Forscher Edzard Ernst.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Jäger: Im Dienste der Gesundheit. Zur Geschichte der Firma Willmar Schwabe. in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte 10 (1001), 171–188
  • Michael Michalak: Das homöopathische Arzneimittel. Von den Anfängen bis zur industriellen Fertigung. Stuttgart 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kennzahlen auf dhu.de.
  2. Ärzteblatt: Stiftung Warentest: „Die andere Medizin“ eingestellt.
  3. Homöopathie-Lobby im Netz – Schmutzige Methoden der sanften Medizin, Artikel in der Süddeutschen vom 30. Juni 2012, abgerufen am 8. August 2012.


Koordinaten: 48° 59′ 49,6″ N, 8° 26′ 1,1″ O