Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

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Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
(DIVI)
Zweck: medizinische Fachgesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin
Vorsitz: Stefan Schwab[1]
Gründungsdatum: 19. Januar 1977
Mitgliederzahl: 2300
Sitz: Berlin
Website: www.divi.de

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Intensiv- und Notfallmedizin in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von Berufsfachverbänden, wissenschaftlichen Gesellschaften und Einzelmitgliedern. Ziel ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Praxis in der Intensiv- und Notfallmedizin sowie politische Vertretung von Belangen der Intensiv-, Notfall- und Katastrophenmedizin. Einzigartig ist die interdisziplinäre Ausrichtung der Fachgesellschaft, die Mitglieder unterschiedlicher Fachrichtungen und Berufsgruppen vereint. Präsident der Gesellschaft ist seit Januar 2017 Stefan Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Die DIVI führt jährlich einen interdisziplinären Kongress mit mehr als 4.000 Teilnehmern durch. Er ist offen für Mediziner, Pflegekräfte, Therapeuten und alle anderen an der Intensiv- und Notfallmedizin beteiligten Berufsgruppen. Der nächste Kongress wird vom 5. Dezember 2018 bis 7. Dezember 2018 in Leipzig unter dem Motto "Qualität und Patientensicherheit" stattfinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIVI wurde am 19. Januar 1977 von der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und der Arbeitsgemeinschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin als Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) gegründet. Ziel war die Gründung eines Dachverbandes, um die Interessen der Intensivmedizin gemeinsam vertreten zu können. 1980 wurde die Sektion Rettungsmedizin gegründet, um Belange der Notfall- und Rettungsmedizin besser vertreten zu können, und um der Gründung einer eigenständigen Deutschen Gesellschaft für das Rettungswesen vorzubeugen. 1986 erfolgte die Gründung der Sektion Katastrophenmedizin. Durch die sehr aktiven Sektionen Notfallmedizin und Katastrophenmedizin entstand der Gedanke, die Notfallmedizin auch in den Gesellschaftsnamen aufzunehmen, auch unter dem Aspekt, damit der Gründung einer eigenständigen Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin entgegenzutreten. 1989 erfolgte die Umbenennung in Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. Die Abkürzung DIVI wurde beibehalten.[2] 2008 erfolgte eine grundlegende Reform der DIVI, unter anderem erfolgte die Wandlung von einem Dachverband in eine Fachgesellschaft und eine Öffnung für Einzelmitglieder[3].

Mitgliedschaften und Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIVI ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sowie der European Society of Intensive Care Medicine (ESICM).

Divisionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIVI ist untergliedert in drei Divisionen, die Division der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbände (DIVI-FB), die Division der ärztlichen Mitglieder (DIVI-MG-Ärzte) und die Division der nichtärztlichen in der Intensiv- und Notfallmedizin tätigen Mitglieder (DIVI-MG-Nichtärzte). Die DIVI-FB und die DIVI-MG-Ärzte sind in die Fachgruppen Anästhesiologie, Chirurgie, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin sowie Neurologie und Neurochirurgie aufgeteilt.

DIVI-FB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Division der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbände sind folgende Gesellschaften Mitglied:

Fachgruppe Anästhesiologie

Fachgruppe Chirurgie

Fachgruppe Innere Medizin

Fachgruppe Kinder- und Jugendmedizin

Fachgruppe Neuromedizin

DIVI-MG-Ärzte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Division der ärztlichen Mitglieder ist unterteilt in ordentliche und außerordentliche Mitglieder sowie Ehrenmitglieder. Ordentliche Mitglieder sind Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin oder Notfallmedizin. Außerordentliche Mitglieder sind Ärzte in der Weiterbildung zum Facharzt oder Fachärzte in Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Intensivmedizin oder Notfallmedizin.

DIVI-MG-Nichtärzte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Division der in der Intensiv- und Notfallmedizin tätigen Gesundheitsfachberufe bilden Pfleger, Physiotherapeuten, Informations- und Medizintechniker, Seelsorger und andere Berufsgruppen.

Wissenschaftliche Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der DIVI existieren wissenschaftliche Sektionen, die regelmäßig wissenschaftliche Ergebnisse, Empfehlungen und Stellungnahmen zu bestimmten Themen veröffentlichen.[4]

Sektionsgruppe 1: Notfallmedizin

1.1 Notaufnahmeprotokoll
1.2 Notfall- und Katastrophenmedizin
1.3 Hyperbarmedizin
1.4 Trauma
1.5 Reanimation und Postreanimationstherapie
1.6 Zusatzweiterbildung Interdisziplinäre Notaufnahme

Sektionsgruppe 2: Qualitätsverbesserung und Informationstechnologie

2.1 Informationstechnologie und Medizintechnik
2.2 Qualität und Ökonomie in der Intensivmedizin
2.3 Angewandte Pharmakologie in der Notfall- und Intensivmedizin

Sektionsgruppe 3: Kreislauf

3.1 Schock
3.2 Hämodynamik

Sektionsgruppe 4: Organversagen, Metabolismus und Hämostase

4.1 Klinische Hämotherapie und Hämostasemanagement
4.2 Leberversagen
4.3 Metabolismus und Ernährung
4.4 Organspende und Organtransplantation
4.5 Akutes Nierenversagen/ Nierenersatz

Sektionsgruppe 5: Lunge

5.1 Respiratorisches Versagen

Sektionsgruppe 6: Pädiatrische Intensivmedizin

6.1 Pädiatrische Intensiv- und Notfallmedizin
6.2 Neonatologische Intensiv- und Notfallmedizin

Sektionsgruppe 7: Infektion und Sepsis

7.1 Systemische Inflammation und Sepsis
7.2 Infektiologie

Sektionsgruppe 8: Neuromedizin

8.1 Bewusstseinsstörungen und Koma
8.2 Studien und Standards in der Neuromedizin

Sektionsgruppe 9: Ethik

9.1 Ethik

Sektionsgruppe 10: Intensivpflege und Physiotherapie

10.1 Pflegeforschung und Pflegequalität
10.2 Physiotherapie in der Intensivmedizin

Publikation und Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DIVI Publikationsorgane der DIVI sind

  • die DIVI-Mitgliederzeitschrift "DIVI", die seit 2010 vierteljährlich erscheint.
  • das DIVI Jahrbuch (MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG) mit wissenschaftlichen Schwerpunktthemen und Fortbildungsartikeln.
  • regelmäßige Empfehlungen und Stellungnahmen zu Themen der Intensiv-, Notfall- und Katastrophenmedizin, die auf der Webseite veröffentlicht und über den Newsletter und Presseverteiler in die Öffentlichkeit getragen werden.

Online-Stellenbörse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2017 hat die DIVI eine eigene Online-Stellenbörse für alle Berufsgruppen aus der Intensiv- und Notfallmedizin in Kliniken.[5] Hier können Personalverantwortliche und Agenturen ihre Stellenangebote veröffentlichen, unabhängig davon, ob sie bei der DIVI Mitglied sind oder nicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.divi.de/ueber-uns/praesidium
  2. Geschichte der DIVI auf www.divi.de/die-divi/die-geschichte-der-divi.html (abgerufen am 28. März 2017)
  3. Selbstdarstellung "Wir über uns" auf www.divi-org.de (Memento des Originals vom 4. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.divi-org.de (abgerufen 15. Juni 2012)
  4. "Nachrichten aus der Gesellschaft" DIVI 2012;3(4) Deutscher Ärzteverlag
  5. Stellenangebote Intensiv- und Notfallmedizin DIVI. Abgerufen am 28. März 2017.