Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft

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  DEG
Logo
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Kämmergasse 22
50676 Köln
Rechtsform GmbH
Gründung 14. September 1962
Website deginvest.de
Geschäftsdaten 2016
Bilanzsumme 5.820 Mio. Euro
Mitarbeiter 539
Leitung
Aufsichtsrat Hans-Joachim Fuchtel (Vors.)

Unternehmensleitung

Bruno Wenn (Sprecher)
Christiane Laibach[1]
Philipp Kreutz

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Zentrale der DEG, Ansicht von der Nord-Süd-Fahrt aus
Historisches Logo des Unternehmens

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH ist ein Tochterunternehmen der KfW Bankengruppe und finanziert Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungsländern und Schwellenländern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DEG wurde am 14. September 1962 als bundeseigene Gesellschaft (ursprünglich firmierend als Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit mbH) vom damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel gemeinsam mit dem damaligen Bundestagsabgeordneten Walter Scheel gegründet. Sitz der DEG ist seit der Gründung Köln, Kämmergasse 22/Nord-Süd-Fahrt. Im Juni 2001 wurde sie eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der KfW. Durch die Übernahme entstanden neben Finanzierungsvorteilen auch strategische Standortvorteile durch den Zugang zu damals 70 Außenbüros. Bis 2008 wurde der Hauptsitz in Köln auf 14.500 Quadratmeter erweitert.[2][3]

Aufgaben und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgabe der DEG ist es, privatwirtschaftliche Strukturen in Entwicklungs- und Schwellenländern durch langfristige Projekt- und Unternehmensfinanzierung zu fördern, um dadurch die Grundlage für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen zu schaffen. Dabei ist sie spezialisiert auf Projekt- und Unternehmensfinanzierungen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Finanzierungen werden zu marktorientierten Konditionen herausgereicht. Die Finanzprodukte umfassen[4]

Zusätzlich bietet die DEG auch Beratungsdienstleistungen an. Diese setzt die DEG für investierende Unternehmen als auch für Institutionen ein, die die Förderung der privatwirtschaftlichen Zusammenarbeit in den Partnerländern zum Ziel haben.

Ergänzend unterstützt die DEG unter dem Namen develoPPP.de, im Rahmen eines speziellen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aufgelegten Programms für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft, investitionsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen von deutschen und europäischen Unternehmen sowie Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, an denen in der EU registrierte Unternehmen oder europäische Staatsangehörige mindestens 25 Prozent der Unternehmensanteile halten. Die PPP-Mittel werden vor allem für Projekte im Umweltschutz, in der Aus- und Weiterbildung, in der Arbeitsplatzsicherheit und für herausragende Pilotvorhaben bereitgestellt.

Als Teil der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland unterstützt die DEG ferner die Erreichung der internationalen Entwicklungsziele (Millennium-Entwicklungsziele), darunter insbesondere die Reduzierung der Armut durch die Förderung von Beschäftigung und Einkommen in entwicklungsschwachen und ländlichen Räumen.

Geschäftsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DEG hat nach eigenen Angaben von 1962 bis 1972 mit Mitteln des Bundesministeriums „BMZ“ insgesamt 171 Millionen D-Mark für die Gründung von 120 Unternehmen in 40 Ländern investiert. Es wurden vorwiegend Joint Ventures mit deutschen Unternehmen und lokalen Partnern vor Ort abgeschlossen.

Das Neugeschäft belief sich 2014 auf 1,473 Mio. EUR bei einer Bilanzsumme von 5,318 Mio. EUR und einem Jahresüberschuss von 164 Mio. EUR.[5] 2015 belief sich die Bilanzsumme auf 5.843 Mio EUR, 2016 auf 5.820 Mio EUR. Das Eigenkapital betrug 2016 2,4 Mrd. EUR.[6]

In den Anfangsjahren beschäftigte die DEG rund 30 Mitarbeiter/innen. Ende 2007 betrug die Zahl der Angestellten im In- und Ausland rund 380, 2014 rund 499. 2015 wurden rund 526, 2016 rund 539 Mitarbeiter/innen verzeichnet.[7]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DEG koordiniert ihre Fördertätigkeit eng mit anderen europäischen Entwicklungsfinanzierungsorganisationen, die sich insbesondere unter dem organisatorischen Dach der EDFI (Europäische Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen) zusammengeschlossen haben. Ferner gehört zu den engen Kooperationspartnern der DEG die Weltbanktochter Internationale Finanz-Corporation (IFC), die osteuropäische Entwicklungsbank Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie eine Vielzahl lokaler und regionaler Entwicklungsgesellschaften. Ziel dieser Kooperationen ist es, durch Bündelung von Finanzierungskapazitäten und Sachkenntnis eine möglichst große entwicklungspolitische Breitenwirkung und Nachhaltigkeit zu erzielen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Folge der WDR-Sendereihe die story setzte sich 2015 kritisch mit dem Handeln der DEG in Sambia auseinander. Bemängelt wurde, dass die DEG Kredite an eine Firma („Zambeef“) vergeben hat, ohne zu prüfen ob die Mittel notwendig seien und ob die Firma nachhaltig damit wirtschaftet.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DEG: Christiane Laibach neue DEG-Geschäftsführerin, Pressemitteilung vom 17. Februar 2015, abgerufen am 21. April 2017
  2. DEG: Unternehmensgeschichte, abgerufen am 21. April 2017
  3. Volker Koop: Kai-Uwe von Hassel: Eine politische Biographie. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2007, ISBN 978-3-412-10006-3 (online bei Google Books).
  4. DEG: Organigramm, Unternehmensstruktur (pdf), abgerufen am 21. April 2017
  5. DEG: Jahresberichte 2012–2016, Ergebnisse des DEG-Geschäfts in Zahlen (pdf), abgerufen am 21. April 2017
  6. Die DEG im Überblick, DEG Jahresabschlussbericht 2016 (pdf), Seite 4/68 Seiten, abgerufen am 21. April 2017
  7. DEG, Kennzahlen, abgerufen am 21. April 2017
  8. Hungrig nach Profit. In: wdr.de. die story, 7. September 2015, abgerufen am 8. September 2015.

Koordinaten: 50° 56′ 2″ N, 6° 57′ 10″ O